«Büsirücken mit Patatli»: Shitstorm wegen Schweizer Büsi-Koch
Aktualisiert

«Büsirücken mit Patatli»Shitstorm wegen Schweizer Büsi-Koch

La Table Suisse tischt angeblich Katzen und Hunde auf. Resultat: Das Image der Schweiz geht das Katzenklo runter – und niemand will die Verantwortlichen kennen.

von
gbr

Ein Schweizer Koch namens Moritz Brunner hat ein neues Restaurant eröffnet. Es nennt sich La Table Suisse und wartet mit einer eher speziellen Speisekarte auf: Neben Schwein und Poulet gibt es auch Katzen und Hunde.

Jedenfalls wird all das auf einer Website und einer dazugehörigen Facebook-Page behauptet – sowie in einem professionell produzierten Video in englischer Sprache, das es auch mit deutschen Untertiteln gibt. Ob es La Table Suisse tatsächlich gibt oder ob es sich dabei um eine politische Kampagne handelt, ist nicht klar. Vieles deutet auf Letzteres hin: Man findet weder das Lokal noch den Koch von Seite und Video. Zudem wurde die Website in den USA via Umwege registriert, so ist nicht ohne Aufwand nachvollziehbar, wer wirklich dahintersteckt.

Schweizer Image im Katzenklo

Sicher ist nur: Ob echt oder nicht, mit der Katzenküche erweisen die Macher der Schweiz einen Bärendienst. Denn obwohl hierzulande kaum mehr jemand Katzen oder Hunde isst, scheint international der Eindruck zu entstehen, die besten Freunde des Menschen seien schon zum Znüni ein beliebter Snack. Das Video wird auf Facebook von grossen Organisationen wie Peta (über drei Millionen Follower) geteilt und wiederum tausendfach geshart und kopiert.

Die Schweiz kommt dabei oft nicht gut weg (siehe Bildstrecke): Als «unzivilisiertes», «barbarisches» Land – manche sagen sogar, sie würden nun aufgrund dieser Nachricht «niemals» in die Schweiz reisen. Was allerdings niemand zu wissen scheint: Wer hat das professionelle Video gedreht?

Schweizer Tierschützer ratlos

Ratlosigkeit herrscht auch bei Schweizer Tierschutzorganisationen und Tierrechtlern. Alle gehen davon aus, dass es sich nicht um ein echtes Restaurant handle, sondern um irgendeine Kampagne. Aber weder die Vegane Gesellschaft Schweiz, Vier Pfoten, Tier im Fokus noch die Stiftung Tier im Recht haben eine Ahnung, wer dahinterstecken könnte – und sie alle haben weitherum gefragt.

Auch Peta Deutschland und Peta USA haben nichts mit dem Video zu tun, wie es auf Anfrage heisst. Bleibt abzuwarten, ob die Macher bald die Katze aus dem Sack lassen werden.

Wissen Sie, wer das professionelle Video gedreht hat? Hinweise mit dem Betreff «Büsirücken» an feedback@20minuten.ch.

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