Urteil zu Bluttat vor Kaufleuten: Shivan M. muss 16 Jahre hinter Gitter
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Urteil zu Bluttat vor KaufleutenShivan M. muss 16 Jahre hinter Gitter

Das Urteil gegen Shivan M. ist gefallen: Für die Tötung von Vigan M. (23) vor dem Zürcher Club Kaufleuten muss er 16 Jahre ins Gefängnis. Er wurde des Mordes schuldig gesprochen.

von
num

Nach einem zweitägigen Prozess verkündete das Bezirksgericht Zürich heute Nachmittag das Urteil gegen Shivan M.*: Der 22-jährige Iraker muss wegen Mordes für 16 Jahre ins Gefängnis. Während des Strafvollzugs muss er eine ambulante Therapie absolvieren, die Familie des Opfers erhält 235'000 Franken Genugtuung. Shivan M. nahm den Richterspruch regungslos zur Kenntnis.

Zur Bluttat war es am 15. Juli 2012 gekommen. An diesem Tag feierte das spätere Opfer, Vigan M.*, im Zürcher In-Club Kaufleuten seinen 23. Geburtstag. Dabei gerieten Vigan und sein jüngerer Bruder Visar mit Shivan M., der ebenfalls im Club feierte, in Streit, es kam zur Schlägerei. Nachdem er das Partylokal verlassen hatte, kehrte Shivan M. mit einem Butterfly-Messer noch einmal zurück. Mit diesem stach er elfmal ein - Vigan M. starb. Dessen Bruder Visar fügte Shivan M. lebensgefährliche Verletzungen zu. Es sei ein «regelrechtes Gemetzel» gewesen, sagte der Staatsanwalt vor Gericht.

Vor Gericht zeigte sich Shivan M. reuig

Laut dem Staatsanwalt war das Tatmotiv «reine Rache»: «Shivan M. hat auf höchst egoistischer Weise und aus nichtigem Anlass getötet.» Sein Verteidiger dagegen sagt, Alkohol, Wut und Angst hätten seinen Mandanten zur Tat bewegt. Vor Gericht zeigte sich Shivan M. reuig: Er entschuldigte sich bei der Familie und den Freunden des Opfers uns sagte, es tue ihm alles sehr leid, er habe nicht töten wollen.

Der Staatsanwalt forderte für den Angeklagten 20 Jahre Gefängnis wegen Mordes, der Verteidiger plädierte für eine Freiheitsstrafe von 12 Jahren wegen vorsätzlicher Tötung. Diese Strafe solle zugunsten einer Therapie aufgeschoben werden.

Mit Shivan M. standen auch zwei seiner Kollegen vor Gericht, die in der Tatnacht bei ihm gewesen waren. Der eine musste sich wegen Gehilfenschaft verantworten, weil er Shivan M. die Tatwaffe gegeben haben soll. Vom Vorwurf der Gehilfenschaft sprach ihn das Bezirksgericht frei, er wurde aber wegen Verstosses gegen das Waffengesetz verurteilt, weil eine Schlagrute bei ihm gefunden wurde.

Der zweite Mitangeklagte wurde der Begünstigung schuldig gesprochen, weil er Shivan M.s Auto nach der Tat weggefahren hatte. Zudem wurde er wegen Fahrens in nicht fahrfähigem Zustand und ebenfalls wegen Vergehens gegen das Waffengesetz verurteilt.

*Namen der Redaktion bekannt.

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