Aktualisiert 10.10.2016 14:44

Nati-Fans im ParadiesShopping, Shopping, Shopping, Tore, Tore, Tore

Es gibt zwei Gründe, aus denen man nach Andorra reist, wenn man es nicht für ein Fussballspiel tut: Skifahren und Shoppen. Oder man kombiniert.

von
E. Tedesco, A. Stäuble, Andorra la Vella

Es gibt zwei Dinge wofür man nach Andorra reist, wenn man es nicht für ein Fussballspiel tut: Skifahren und Shopping. (Video: 20 Minuten)

Jenen Schweizern, die schon in der Hauptstadt Andorra la Vella weilen – beim Spiel am Montagabend werden es rund 600 Fans sein – ist es nicht entgangen: Die höchstgelegene Hauptstadt Europas (rund 1000 m.ü.M) ist im übertragenen Sinn auch die Shopping-Hochburg Europas. «Da kann sogar ein Mann nicht widerstehen», sagt Beat Deubelbeiss, Speaker des FC Baden. Der Shopping-Hunger ist gestillt, den Torhunger will sich die Reisetruppe aus dem Aargau am Montagabend von den Nati-Stars stillen lassen. «Eigentlich bin ich wegen der Tore hierher gekommen», so Martin Maumari, Vize-Präsident des FC Baden.

Die sieben Gemeinden des «Principat d'Andorra» – des Fürstentums Andorra – liegen in Tälern, flankiert von Gebirgsmassiven, die 2000 bis 2500 Meter hoch sind. Nebst dem strahlenden Sonnenschein und dem zollfreien Einkaufen ist das auch ein Grund, weshalb sich die Gäste aus der Schweiz in Andorra pudelwohl fühlen. Bei einer Frage herrscht bei den Nati-Fans aber Uneinigkeit: Sieht es eher aus wie im Wallis oder doch eher wie im Tessin?

Nati absolviert Monsterreise

Am begehrtesten bei den Shopping-Besuchern sind Zigaretten (beispielsweise zwei Stangen für rund 60 Euro) und Alkohol – 1,5 Liter Martini für 9,75 Euro. Ein Grossteil der acht Millionen Menschen, die Andorra jährlich besuchen, fährt morgens mit dem Auto hoch, füllt den Kofferraum und fährt abends wieder runter. Die meisten sind Spanier oder Franzosen. Das ergibt Sinn: Schliesslich gibt es nur zwei gut befahrbahre Strassen, die auf das Dach Europas führen - eine von Spanien und die andere von der französischen Seite aus.

Und so überrascht es nicht, dass rund um Andorra la Vella unter der Woche meist ein Verkehrschaos herrscht. Zudem müssen nicht nur die Schnäppchenjäger rauf, sondern auch die Ware, die dann in den Kofferräumen wieder den Berg runtergefahren wird. Der Nati-Tross reiste via Barcelona (Flug Budapest - Barcelona) an und absolvierte die restlichen rund 220 Kilometer der 13-stündigen Monsterreise mit dem Car. «Es war schon sehr anstrengend», so Admir Mehmedi.

Mehr Platz im Kofferraum

Die Nati-Fans kommen weder in den Genuss des zollfreien Einkaufens noch in den des Skifahrens: der zweithäufigste Grund für den Besucheransturm auf den Mini-Staat. Idealerweise kombiniert man beides. Beinahe hätten die Nati-Fans den ganz grossen Jackpot geknackt: Fussball, Shopping und Skifahren. Dass noch kein Schnee liegt, hat aber auch sein Gutes: Für die, die mit dem Auto gekommen sind, bleibt mehr Platz im Kofferraum.

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Montag, 10. Oktober 2016Der Dank an die wenigen mitgereisten Schweizer Fans: Die Nati müht sich in Andorra zu einem 2:1.

Montag, 10. Oktober 2016Der Dank an die wenigen mitgereisten Schweizer Fans: Die Nati müht sich in Andorra zu einem 2:1.

Keystone/Georgios Kefalas
Die Schweizer zeigen eine durchwachsene Leistung. Das Beste an diesem Abend sind die drei Punkte.

Die Schweizer zeigen eine durchwachsene Leistung. Das Beste an diesem Abend sind die drei Punkte.

/David Ramos
Ein Penalty in der ersten Halbzeit bringt die Führung.

Ein Penalty in der ersten Halbzeit bringt die Führung.

/David Ramos

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