«Art on Ice»: Show im Hallenstadion wegen Handys reduziert
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«Art on Ice»Show im Hallenstadion wegen Handys reduziert

Beim «Art on Ice» in Zürich müssen Besucher das Bluetooth ihrer Handys ausschalten – weil der Veranstalter sparen wollte?

von
Stefan Ehrbar
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Am Art on Ice sparen die Veranstalter nicht, wenn es um den Inhalt geht: So singen an der 24. Ausgabe die Walliser Sängerin Stefanie Heinzmann (im Bild) ...

Am Art on Ice sparen die Veranstalter nicht, wenn es um den Inhalt geht: So singen an der 24. Ausgabe die Walliser Sängerin Stefanie Heinzmann (im Bild) ...

Keystone/Melanie Duchene
... und der britische Popstar James Blunt, während auf dem Eis Olympiasieger und Weltmeister ihre Kunststücke zeigen. Bei der Technik hingegen gab es im Zürcher Hallenstadion Probleme.

... und der britische Popstar James Blunt, während auf dem Eis Olympiasieger und Weltmeister ihre Kunststücke zeigen. Bei der Technik hingegen gab es im Zürcher Hallenstadion Probleme.

Keystone/Melanie Duchene
An der Premiere vom 7. Februar mussten die Flugelemente gestrichen werden. Zu viele Gäste im Zürcher Hallenstadion hatten das Bluetooth ihrer Handys eingeschaltet. Das störte die Steuerung.

An der Premiere vom 7. Februar mussten die Flugelemente gestrichen werden. Zu viele Gäste im Zürcher Hallenstadion hatten das Bluetooth ihrer Handys eingeschaltet. Das störte die Steuerung.

Batuhan Toker

Am «Art on Ice» sparen die Veranstalter nicht, wenn es um den Inhalt geht: Der britische Popbarde James Blunt und die Walliserin Stefanie Heinzmann singen, und auf dem Eis zeigen Olympiasieger sowie Weltmeister ihre Kunststücke. Doch bei der Premiere musste das Publikum auf einiges Spektakel verzichten: Die Flugelemente konnten sie nicht sehen. Sie wurden am vergangenen Donnerstag ersatzlos gestrichen.

Zu viele Gäste im Zürcher Hallenstadion hatten nämlich das Bluetooth ihrer Handys eingeschaltet. Das störte die Steuerung. «Wir haben beim Einlass der Gäste einen Verlust der Kommunikationsverbindung zu unserem Kontrollsystem bemerkt», sagt der Technische Leiter André Strebel.

«Gesamtfluss nicht beeinträchtigen»

Technisch sei das so zu begründen, dass mit zunehmender Anzahl Handys im Hallenstadion auch die verfügbaren Frequenzen im WLAN-Spektrum von den Geräten belegt würden. Bluetooth ist ein Verfahren, das dasselbe Frequenzspektrum wie WLAN benutzt. Zwar handelt es sich um ein «Hopping-Verfahren», das das Frequenzband in verschiedene Kanäle unterteilt. Dennoch habe das System nicht mehr genügend freie Spektren gefunden, so Strebel. «Wir haben daher entschieden, lieber nicht zu fliegen, um den Gesamtfluss der Show nicht zu beeinträchtigen.»

Das Problem ist altbekannt – und es gäbe eine einfache Lösung. Sebastian Walz von der Firma Show Support, die regelmässig für grössere Anlässe wie das Openair Frauenfeld im Einsatz ist und Konzerte etwa von Justin Timberlake, Metallica oder Bon Jovi verantwortet, sagt, im Vorfeld einer Veranstaltung könnten beim Bundesamt für Kommunikation (Bakom) Frequenzen reserviert werden. Die würden nicht von privaten Endgeräten genutzt.

«Lösung kostet natürlich»

«Auf diesen Frequenzen sind die Störungsmöglichkeiten viel geringer, weil das Bakom einen Überblick über die Nutzer hat», so Walz. «Sie sind aber ein Kostenfaktor.» Offenbar hätten die Veranstalter von «Art on Ice» davon abgesehen, weil es an früheren Veranstaltungen zu keinen Problemen gekommen sei. «Bei grösseren Veranstaltungen macht es Sinn, solche Frequenzen zu beantragen», so Walz weiter. Zudem sei ein Frequenzmanagement üblich, da nicht nur Steuerungen, sondern etwa auch Mikrofone verschiedene Frequenzen benutzten und einander stören könnten. Walz: «Das kostet natürlich.»

Die «Art-On-Ice»-Veranstalter widersprechen allerdings. «Wir haben alle Alternativen geprüft», sagt André Strebel. «Es stehen keine Frequenzbänder zur Verfügung, die nicht anderweitig wieder zu Beeinträchtigungen geführt hätten.» Das Team fand schlussendlich einen Weg: Die Besucher werden nun vor Beginn der Vorstellungen angewiesen, das Bluetooth auszuschalten – auch wenn man dank einiger Optimierungen schon bei der zweiten Vorstellung eine stabile Verbindung gehabt habe, so Strebel. «Das wurde von einer überraschend grossen Anzahl unserer Besucher angenommen.»

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