«Golden League» in Brüssel: Showdown über 100 m zwischen Bolt und Powell
Aktualisiert

«Golden League» in BrüsselShowdown über 100 m zwischen Bolt und Powell

Zwei Fragen stehen heute Abend in Brüssel beim letzten Golden-League-Meeting der Saison im Mittelpunkt. Wer gewinnt den Showdown über 100 m, und sichern sich Blanka Vlasic (Kro/Hoch) sowie Pamela Jelimo (Ken/800 m) einen Anteil am Jackpot von einer Million Dollar?

Die beiden Jamaikaner Usain Bolt (9,69) und Asafa Powell (9,72) sowie der Amerikaner Tyson Gay (9,77) sind die drei schnellsten Menschen der Welt. In Peking hätte dieser Dreikampf über 100 m einer der Höhepunkte der Olympischen Spiele bilden sollen. Doch daraus wurde nichts. Einzig der überlegene Olympiasieger Bolt vermochte aus diesem Trio seinem Rendement gerecht zu werden. Powell enttäuschte als Fünfter einmal mehr an einem Grossanlass, und der nach einer Anfang Juli an den US-Trials erlittenen Oberschenkelverletzung nicht in Bestform angetretene Gay schied schon in den Halbfinals aus.

In Brüssel hätte es zum finalen Showdown kommen sollen. Alle drei Sprinter figurierten auf der Startliste. Doch nach einem letzten Training am Donnerstagnachmittag sagte Gay seine Teilnahme ab; er fühle sich nicht ganz fit und wolle sich keine Verletzung zuziehen. Der 100-m-Sprint kulminiert somit in einem Duell zwischen Bolt und Powell, die sich bei ihren Starts nach Peking in guter Verfassung präsentierten.

Bolt war bei seinen Siegen vor einer Woche in Zürich (100 m/9,83) und am vergangenen Dienstag in Lausanne (200 m/19,63) dermassen überlegen, dass er jeweils nicht voll durchziehen musste. In der belgischen Hauptstadt wird er sich das wohl nicht mehr leisten können, will er seine Saison nicht mit der zweiten Niederlage beenden - in Stockholm unterlag er Powell um eine Hundertstelsekunde. Insbesondere sein Landsmann dürfte ihn erneut fordern, denn in Lausanne erzielte dieser mit 9,72 die zweitbeste je gelaufene Zeit über 100 m. Bolt zeigte sich ob dieses Resultates nicht erstaunt: Er werde nun mehr Druck haben. Das Wichtigste sei für ihn aber, die Saison ohne Verletzung zu beenden, erklärte der 22-jährige Superstar.

Powell freut sich sehr auf das heutige Rennen. Gegenüber Lausanne sieht er trotz der herausragenden Zeit noch einiges an Verbesserungspotenzial. Er versuche, eine gute Show abzuliefern, sagte der WM-Dritte, der in Brüssel nach vier Starts noch ungeschlagen ist und das Meeting deshalb als sein liebstes bezeichnete. Angesichts der Affiche wäre ein Weltrekord über 100 m die logische Konsequenz, allerdings ist die Wetterprognose - Temperaturen zwischen 11 und 18 Grad - alles andere als ideal. Während Bolt es überhaupt nicht mag, wenn es kalt ist, gab sich Powell diesbezüglich locker.

Weniger um die Ehre als ums Geld geht es für die Hochspringerin Blanka Vlasic und die 800-m-Läuferin Pamela Jelimo; beide können sich mit dem sechsten Erfolg am sechsten Golden-League-Meeting der Saison je 500 000 Dollar vom Jackpot sichern. Vlasic ist in Zürich zum Siegen zurückgekehrt, nachdem sie ausgerechnet in Peking trotz guten 2,05 die erste Niederlage nach 34 Triumphen in Serie (gegen Tia Hellebaut/Be) erlitten hatte. Dieser Rückschlag tat ihrem Selbstvertrauen jedoch keinen Abbruch. Sie springe in erster Linie gegen sich selber, so die Kroatin. Gar niemanden braucht derzeit Jelimo zu fürchten. Die 18-jährige Kenianerin läuft momentan nur gegen die Zeit; in Zürich näherte sie sich mit 1:54,01 bis auf 73 Hundertstel dem 25 Jahre alten Weltrekord der Tschechin Jarmila Kratochvilova und rückte in der Weltbestenliste auf Rang 3 vor.

(si)

Deine Meinung