Gas-Pipeline: Showdown um Nord Stream 2 – zweites Verlegeschiff in Ostsee geschickt
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Gas-PipelineShowdown um Nord Stream 2 – zweites Verlegeschiff in Ostsee geschickt

Die Gas-Pipeline soll Gas aus Russland nach Europa transportieren, doch die USA sind dagegen. Nun hat Russland Verstärkung geschickt.

von
Patrick McEvily
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Nach Fertigstellung soll Nord Stream 2 dereinst jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa befördern.

Nach Fertigstellung soll Nord Stream 2 dereinst jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa befördern.

Jens Büttner/dpa-Zentralbild/dp
Das Schiff «Solitaire» des Schweizer Unternehmens Allsea war bis Ende 2019 am Bau der Gaspipeline beteiligt.

Das Schiff «Solitaire» des Schweizer Unternehmens Allsea war bis Ende 2019 am Bau der Gaspipeline beteiligt.

REUTERS
Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im freiburgischen Chatel-Saint-Denis.

Das Unternehmen hat seinen Hauptsitz im freiburgischen Chatel-Saint-Denis.

Homempage Allseas AG

Darum gehts

  • Nord Stream 2 soll über 1200 Kilometer durch die Ostsee russisches Erdgas nach Europa bringen.

  • Über das Projekt schwellt ein Streit zwischen den USA und der EU.

  • Nachdem eine Schweizer Unternehmen abgesprungen ist, schickt Russland nun Verstärkung.

Die Gas Pipeline Nord Stream 2 steckt im Schlussspurt: Es bleiben nur noch rund 110 Kilometer Rohre in dänischen und deutschen Gewässern zu verlegen. Um diese möglichst schnell fertigzustellen, hat die russische Regierung ein zweites Verlegeschiff in die Ostsee geschickt.

Neben der «Fortuna», die schon seit einigen Monaten vor Ort sei, ist laut Angaben des deutschen Nachrichtenmagazins «Focus» nun auch die Akademik Tscherski aus dem deutschen Hafen Wismar ausgelaufen.

Die Nord Stream Pipeline soll dereinst jährlich 55 Milliarden Kubikmeter Gas nach Europa befördern. Betrieben wird sie von einem deutsch-russischen Konsortium, an dem auch der Grosskonzern Gazprom beteiligt ist.

US-Druck trifft auch Schweizer Firmen

Verschiedene US-Regierungen haben sich in Europa über das Projekt beschwert und Sanktionen gegen beteiligte Unternehmen verhängt. Aus Sicht von Washington würden sich die Europäer mit der Pipeline zu stark von Russland abhängig machen.

Von den Sanktionen sind auch Schweizer Unternehmen betroffen. Die Allseas AG mit Sitz im Kanton Freiburg war bis Ende 2019 am Projekt beteiligt. Eines ihrer Schiffe, die «Solitaire», konnte bis zu zehn Kilometer Rohre pro Tag verlegen. Die beiden russischen Schiffe schaffen nur die Hälfte. Ebenfalls aus dem Projekt zurückgezogen hatte sich bereits die Zurich Insurance Group. In beiden Fällen dürften die amerikanischen Sanktionsdrohungen ausschlaggebend gewesen sein.

Europa und USA im Clinch

Nord Stream 2

Über 1'200 Kilometer quer durch die Ostsee: So soll Europa künftig wertvolles Erdgas aus Russland erhalten. Der Rohstoff erzeugt bei der Verbrennung weniger Kohlendioxid als Erdöl und kann in grossen Mengen gelagert werden. Er wird hauptsächlich für die Wärmerzeugung genutzt. Die Nordstream AG, die den Bau der Pipeline seit 2011 vorantreibt, hat mit dem ehemaligen deutschen Bundeskanzler früh einen gewichtigen Unterstützer gefunden. In Deutschland findet das Projekt weiterhin Unterstützung: auch durch Angela Merkel. Die osteuropäischen Staaten beäugen die russische Pipeline hingegen kritisch.

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