Sri Lanka: Sich ergeben oder sich umbringen?
Aktualisiert

Sri LankaSich ergeben oder sich umbringen?

Die sri-lankische Regierung erwägt eine Begnadigung von Rebellen der Befreiungstiger von Tamil Eelam (LTTE), die sich in der Endphase des seit 25 Jahren andauernden Bürgerkriegs ergeben. Die Begnadigung würde aber nicht für alle gelten.

Der Minister für Menschenrechte, Mahinda Samarasinghe, sagte am Sonntag, das Justizministerium prüfe die rechtlichen Grundlagen einer solchen Begnadigung, die aber nicht die LTTE-Führung mit einschliessen werde. «Die Führung (der LTTE) wird entsprechend der Gesetze dieses Landes behandelt», betonte er.

Auch eine Auslieferung von LTTE-Führer Velupillai Prabhakaran an Indien komme nicht in Frage, das die LTTE für das Attentat auf den früheren Ministerpräsidenten Rajiv Gandhi 1991 verantwortlich macht. Gandhi wurde von einer Bombe getötet, die mutmasslich eine LTTE-Kämpferin zündete.

Die LTTE-Führung hat eine Kapitulation ausgeschlossen. Jeder Kämpfer solle eine Giftkapsel bei sich tragen und schwören, sich mit deren Einnahme das Leben zu nehmen, um einer Gefangennahme zu entgehen.

Die tamilischen Rebellen baten am Wochenende Frankreich und Grossbritannien, sich weiter für einen Waffenstillstand einzusetzen. Die LTTE seien bereit, «Verhandlungen über eine dauerhafte Lösung des Konflikts» aufzunehmen, schrieb der politische Führer der LTTE, Balasingham Nadesan, am Wochenende in einem Brief an den britischen und den französischen Aussenminister. Die Regierung lehnt einen Waffenstillstand bislang ab. Die Regierungstruppen haben die Rebellen auf einen rund fünf Kilometer langen Streifen an der Nordostküste der Insel zurückgedrängt. (dapd)

Deine Meinung