Vorsätze der Schweizer: Sich weniger ärgern – und die Umwelt retten
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Vorsätze der SchweizerSich weniger ärgern – und die Umwelt retten

Umwelt und Ernährung stehen bei den Schweizern in Sachen gute Vorsätze an der Spitze – gefolgt von klassischen Vorsätzen wie Nikotin- und Alkohol-Abstinenz.

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cls
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Mehr «Ommm!»
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Sich weniger ärgern: Das ist ein klassischer Vorsatz für 2015. Gemäss einer Umfrage von Leger Schweiz AG wollen 40 Prozent von 1005 befragten Schweizerinnen und Schweizern sich im kommenden Jahr in mehr Gelassenheit üben. Frauen ärgern sich übrigens öfter als Männer.

Keystone/AP/Rick Rycroft
Abnehmen
Abnehmen

Rank und schlank wie die Models auf dem Laufsteg von Victoria's Secret - dieser Wunsch steht wohl hinter dem Vorsatz für 2015, den 43 Prozent angaben: abnehmen. Dem Klischee entsprechend war eine Diät für Frauen ein grösseres Thema (48,1 Prozent Frauen gegenüber 37,9 Prozent der Männer).

Keystone/Facundo Arrizabalaga
Nicht mehr trinken
Nicht mehr trinken

Ein Viertel gab an, sich 2015 bezüglich Alkoholkonsum einschränken zu wollen. Das gilt übrigens für beide Geschlechter, vermehrt aber für die, die es sich leisten können: die Einkommensklasse ab 12'000 Franken pro Monat.

Keystone/AP/Israel Leal

Mehr auf die Umwelt achten, sich gesünder ernähren, abnehmen oder nicht mehr rauchen: Das sind die Klassiker, wenn es um Vorsätze für das neue Jahr geht. Dass sie mehr sind als ein blosses Lippenbekenntnis, zeigt eine Umfrage unter 1005 Schweizern zwischen 15 und 74 Jahren, die von der Leger Schweiz AG für die Zeitschrift «Reader's Digest» durchgeführt wurde. Sie besagt, dass 93 Prozent der Befragten schon einmal einen oder mehrere Vorsätze in die Tat umgesetzt haben. Dabei sind allerdings die Romands erfolgreicher als die Deutschschweizer.

An erster Stelle der guten Absichten kommt für alle Umfrageteilnehmer die Rücksicht auf die Umwelt (58 Prozent). In der Romandie nehmen sich dies mittlerweile fast vier von fünf Befragten (78 Prozent) vor, während sich in der Deutschschweiz nur gut jeder Zweite (51 Prozent) dazu durchringen will, beispielsweise den Abfall zu trennen.

Der Klassiker: Abnehmen!

Ein ähnliches Bild zeigt sich, wenn es darum geht, abzunehmen oder mehr Gesundes auf den Menüplan zu setzen. Sich gesünder zu ernähren belegt in der Hitliste Platz zwei. In der Romandie verfolgen dieses Ziel bereits 60,7 Prozent, in der Deutschschweiz sind es weit weniger, nämlich 48,4 Prozent.

Besonders engagiert sind dabei die Frauen. Von den weiblichen Befragten wollen 55,5 Prozent einen gesünderen Lifestyle pflegen (gegenüber 47,5 Prozent bei den Männern). Frauen ist auch der Vorsatz Nummer drei – das Abnehmen – wichtiger als Männern (48,1 Prozent gegenüber 37,9 Prozent).

Vorsatz Nummer vier heisst: sich weniger ärgern. Das wollen vor allem die Deutschschweizer: 42 Prozent wünschen sich das, gegenüber 34 Prozent der Romands.

Deutlich sind die Unterschiede auch beim Trinken und Rauchen. In der Westschweiz haben für 2015 knapp 38 Prozent der Befragten beschlossen, darauf zu verzichten, fast doppelt so viele wie in den deutschsprachigen Regionen (21,8 Prozent).

Das Hirn überlisten

Vorsätze fassen ist das eine, sich daran zu halten das andere. In einer deutschen DAK-Umfrage gab rund ein Drittel an, die Vorhaben lediglich Vorhaben sein zu lassen; zu gross ist die Macht der Gewohnheit. Wer sie in die Tat umsetzen will, muss sein Hirn überlisten, besagt die Psychologie.

Andere Fachleute raten zu Veränderung in kleinen Schritten, im «Tages-Anzeiger» etwa die Psychologin Alexandra Freund. Vage und abstrakte Ziele seien «so gut wie nicht erreichbar, weil man nicht weiss, wann man eigentlich am Ziel angekommen ist». Man solle deshalb Unterziele formulieren, die man in absehbarer Zeit erreichen kann. «Will man beispielsweise mehr Sport treiben, sollte man sich für eine Sportart entscheiden und am besten auch gleich einen Plan machen, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit man welchen Sport für wie lang machen möchte.»

Es lebe die Prokrastination

Anderen wiederum bleibt das Aufschieben der Veränderung in kleinen Schritten, auch bekannt als Prokrastination (von lat. cras = morgen). Laut den bis heute publizierten wissenschaftlichen Veröffentlichungen zum Thema zählt immerhin knapp ein Viertel der Bevölkerung zu den harten Aufschiebern – und zwar unabhängig von Alter, Geschlecht, Bildung und Nationalität. Wohl nicht zuletzt für diese Zielgruppe hat die Zürcher Agentur Feinheit einen Vorsatzgenerator kreiert mit Vorschlägen, die leicht einzuhalten sind. Er hilft übrigens auch all jenen aus der Patsche, die kurz vor Silvester noch immer keinen Vorsatz gefunden haben.

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