Aktualisiert 11.06.2020 11:41

Automatisiertes Fahren

Sicherheit geht vor!

Moderne Autos fahren immer selbstständiger – das kann die Sicherheit erhöhen, birgt jedoch auch Gefahren.

von
lab
Übernimmt das Auto die Kontrolle, wird der Mensch von der Fahraufgabe entbunden, obwohl er verpflichtet ist, Auto und Umfeld zu überwachen.

Übernimmt das Auto die Kontrolle, wird der Mensch von der Fahraufgabe entbunden, obwohl er verpflichtet ist, Auto und Umfeld zu überwachen.

Bosch

Bis die ersten selbstfahrenden Autos auf den Markt kommen, wird es noch dauern. Wir befinden uns in einer Übergangsphase, in der das zunehmend automatisierte Fahren neue Herausforderungen für die Verkehrssicherheit bringt. Daher braucht es nicht nur die technische Entwicklung, es braucht auch die Forschung. Die Beratungsstelle für Unfallverhütung BfU hat als Grundlage dafür einen Bericht zum automatisierten Fahren herausgegeben. Für die BfU ist klar: «Die Sicherheit darf bei aller Begeisterung über die Einführung von automatisierten Fahrzeugen nicht aus den Augen verloren werden». Denn: Jede Automatisierungsstufe bringe neue Probleme.

Automatisierte Fahrzeuge wecken grosse Hoffnungen für die Verkehrssicherheit, weil heute ein Grossteil der Unfälle auf menschliche Fehler zurückzuführen ist. Bis sich aber ein möglicher Sicherheitseffekt zeigt und bis im täglichen Verkehr viele selbstfahrende Autos zuverlässig unterwegs sind, ist noch mit einer langen Übergangsphase zu rechnen, in der es sogar zu mehr Unfällen kommen könnte. Das schreibt die BFU in ihrem neuen Bericht zum automatisierten Fahren.

Beim sogenannten teilautomatisierten Fahren, das bereits in vielen neuen Autos möglich ist, wird der Mensch weitestgehend von der Fahraufgabe entbunden, obwohl er verpflichtet ist, Auto und Umfeld zu überwachen, um notfalls eingreifen zu können. «Eine zuverlässige Datenüberwachung gelingt aber höchstens 20 Minuten lang», warnt Markus Deublein, Experte für automatisiertes Fahren bei der BFU. Bei der nächsthöheren Automatisierungsstufe, dem bedingt automatisierten Fahren, entfällt die Dauerüberwachung. Der Fahrer darf während der Fahrt ein Buch lesen, das Fahren übernimmt das Auto. Der Mensch muss jedoch, wenn das Fahrzeug nicht mehr weiterweiss, spontan wieder übernehmen können. Dann würde aber die Zeit fehlen, um sich ein Bild von der Situation zu machen – Fehlhandlungen sind vorprogrammiert.

Derzeit ist nur teilautomatisiertes Fahren erlaubt. Doch die Industrie arbeitet mit Hochdruck daran, dem Auto immer mehr Verantwortung zu übergeben.

Derzeit ist nur teilautomatisiertes Fahren erlaubt. Doch die Industrie arbeitet mit Hochdruck daran, dem Auto immer mehr Verantwortung zu übergeben.

Fraunhofer Institut

Beim hochautomatisierten Fahren verkehrt ein Auto innerhalb eines zugelassenen Bereichs völlig selbstständig. Der Mensch muss nicht mehr übernehmen, wenn das System an seine Grenzen stösst. «Ein zentrales Problem hierbei liegt darin, dass automatisierte Fahrzeuge und andere Verkehrsteilnehmende unterschiedliche Sprachen sprechen und einander zunächst nicht verstehen», erklärt Markus Deublein. Es brauche schlüssige Kommunikationskonzepte und einheitliche technische Lösungen für die Zukunft, etwa global und intuitiv verständliche Signale des Fahrzeugs. Das Auto muss aber auch Körpersignale und andere nonverbale Hinweise zuverlässig erkennen und richtig interpretieren können.

Die BfU will in den kommenden Jahren verschiedene Untersuchungen initiieren und sich an Forschungskonsortien beteiligen, die sich den Herausforderungen im Zusammenhang mit dem automatisierten Fahren widmen. In einem ersten Schritt startet ein Projekt zum Testen von automatisierten Notbremsassistenten, dies zusammen mit dem österreichischen Kuratorium für Verkehrssicherheit KFV und der Technischen Hochschule Ingolstadt (D). Weiter eruiert die BFU, wie sich die Fahrausbildung und die Verkehrsinfrastruktur weiterentwickeln müssen, um mit der fahrzeugtechnischen Entwicklung Schritt zu halten. Denn genauso gross wie die Erwartungen an den möglichen Sicherheitsgewinn durch automatisierte Fahrzeuge sind auch die Herausforderungen. Die Sicherheit muss bei aller Begeisterung über die Einführung von automatisierten Fahrzeugen oberstes Gebot bleiben.

Ein zentrales Problem: Automatisierte Fahrzeuge und andere Verkehrsteilnehmer sprechen unterschiedliche Sprachen und verstehen einander nicht.

Ein zentrales Problem: Automatisierte Fahrzeuge und andere Verkehrsteilnehmer sprechen unterschiedliche Sprachen und verstehen einander nicht.

Daimler

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.
643 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

info

12.06.2020, 23:57

Was soll ich jetzt kaufen, einen Tesla oder einen Rollator? Bin noch nicht ganz schlüssig. Beim Rollator müsste ich mich wenigstens nicht über die stets leeren Batterien ärgern, ich nehme den, da habe ich viel mehr davon 🤣 !

info

12.06.2020, 23:55

info 13.06.2020, 01:49 Auch im Mai gingen die Neuzulassungen bei den stinkenden, umweltschädlichen SUV stark zurück. Immerhin wurde der Rückgang im Vergleich zum desaströsen April aber leicht gebremst.

info

12.06.2020, 23:53

Was soll ich jetzt kaufen, einen Tesla oder einen Rollator? Bin noch nicht ganz schlüssig. Beim Rollator müsste ich mich wenigstens nicht über die stets leeren Batterien ärgern, ich nehme den, da habe ich viel mehr davon 🤣 !