Trotz Riesenaufwand: Sicherheit in Monaco minim
Aktualisiert

Trotz RiesenaufwandSicherheit in Monaco minim

Um das Fürstentum Monte Carlo für die schnellste Stadtrundfahrt der Welt vorzubereiten, sind Hunderte von Leuten und tonnenweise Material nötig. Trotzdem genügt die Sicherheit nicht mal den geringsten Anforderungen.

von
Peter Haab
Monaco

Monte Carlo ist eine höllische Piste: Nirgends sind die Zuschauer so nah an der Strecke. Nirgends fahren die Formel-1-Piloten so dicht an Restaurants, am Hafenbecken und an Hotels vorbei. Die enge Rechtskurve «Rascasse», direkt am Hafen gelegen, ist jener Streckenteil, auf dem die Piloten in der Bremszone die Gästen des gleichnamigen Restaurants beobachten können, wie sie am weiss gedeckten Tisch ihre Meeresfrüchte und den Champagner geniessen. Was so exotisch klingt, hat auch seine Nachteile. Denn der Sicherheitsstandard des Stadtkurses an der Côte d'Azur genügt nach modernen Massstäben nicht mal den geringsten Anforderungen. Um auf dem winkligen Strassenkurs dennoch ein Minimum an Sicherheit zu gewährleisten, scheuen die GP-Organisatoren in Monaco weder Aufwand noch Kosten.

Sechs Wochen fürs Aufstellen

Sechs Wochen vor dem Grand Prix beginnen spezialisierte Baufirmen mit dem Aufstellen der Tribünen und der Montage der Leitplanken. Auf dem 3,3 Kilometer langen Stadtkurs werden extra für den GP nicht weniger als 33 Kilometer Leitplanken (zum Teil drei- und vierfach übereinander) verbaut. 20'000 Quadratmeter Absperrzäune verhindern, dass sich ein Unberechtigter auf die Rennpiste verirrt. 5000 Altreifen sorgen dafür, dass an besonders heiklen Stellen wie der Casino-Passage (Tempo 230 km/h) ein möglicher Abflug in die Leitplanken zumindest etwas gedämpft wird.

Grossaufgebot von Helfern

Auch der Aufwand an Personal ist bemerkenswert. Am Renntag tun nicht weniger als 650 Streckenposten Dienst. Mit 39 Überwachungskameras wird jeder Winkel der Strecke abgedeckt. 120 Feuerwehrleute sind für besondere Aufgaben abgestellt. Falls es irgendwo brennt, stehen auf die ganze Strecke verteilt 500 Feuerlöscher bereit. Für die medizinische Versorgung von Fahrern und Zuschauern stehen 40 Ärzte, 50 Krankenschwestern, 40 Ambulanz-Fahrzeuge sowie zwei Rettungsboote und zwei Helikopter zu Verfügung.

Alles Material wird verstaut

Ende Juni sind sämtliche Tribünen und Leitplanken wieder weg. Das Material wird bis nächstes Jahr in riesigen Lagerhäusern auf französischem Boden verstaut. Spätestens wenn die Sommerferien beginnen, deutet in Monaco nichts mehr auf das wichtigste Formel-1-Rennen des Jahres hin.

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