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Sicherheitschef abgesetzt - FCZ-Fans jubeln

Der Sicherheitschef des FC Zürich, gleichzeitig Geschäftsführer der Delta-Security, ist vom FCZ abgesetzt worden. Gegen mehrere seiner Leute laufen Strafverfahren wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung.

Christian Schöttli war seit 2003 als Sicherheitsbeauftragter des FCZ für Ruhe und Ordnung an den Heimspielen des Zürcher Stadtclubs verantwortlich. Erreicht haben seine Mannen der Delta-Security in mehreren Fällen das Gegenteil. Sie sollen Fans geschlagen, widerrechtlich Personalien kontrolliert und Verhaftungen vorgenommen haben.

Doppelmandat lange kritisiert

Nun ist Sicherheitsexperte Schöttli, Geschäftsführer der Delta-Security, Sicherheitsverantwortlicher des FCZ und Mitglied der Sicherheitsdelegiertenkommission des SFV in Personalunion, seinen Job beim FCZ los. Laut dem «Tages-Anzeiger» ist Schöttli nicht über sein zweifelhaftes Doppelmandat beim FCZ gestolpert. Dieses bestand schon lange und wurde aus dem Fanblock ebenso lange kritisiert.

Schöttli ist für den FCZ nicht mehr tragbar, weil die Zürcher Staatsanwaltschaft gegen mehrere Delta-Angestellte eine Untersuchung eingeleitet hat. Die Sicherheitsleute sollen im April nach einem Heimspiel einen Fan misshandelt und verletzt haben. FCZ-Sprecher Alexander Kuszka wollte die Absetzung Schöttlis gegenüber 20minuten.ch nicht kommentieren.

«Wohl beste News seit langem»

Die FCZ-Fans, denen Vorgehen und Chef der Delta-Security schon lange ein Dorn im Auge waren, hatten im FCZ-Forum bereits nach dem Vorfall im April die Absetzung Schöttlis verlangt. Nun sind sie zufrieden. «Na endlich, die wohl besten News seit langem», schreibt «globestern» im Forum. Ein anderer wird noch deutlicher: «Auf jeden Fall durchatmen, dass Schöttli raus ist.» Und: «Unglaublich, dass er überhaupt so lange im Amt blieb.»

Auch Marcel Hofstetter, Präsident des Fanclub Letzi, zeigt sich gegenüber 20minuten.ch erleichtert über den unfreiwilligen Abgang von Schöttli: «Die Deltas sind oft unverhältnissmässig eingeschritten, haben ohne ersichtlichen Grund Leute aus der Masse gepickt und kontrolliert. Ich gehe davon aus, dass nun im Verhältnis zwischen Südkurven-Fans und Clubführung eine Besserung eintreten kann.»

Schöttlis Nachfolger Martin Guglielmetti ist bereits mit den FCZ-Fans auf Tuchfühlung gegangen und zeigte sich gegenüber dem «Tages-Anzeiger» zuversichtlich, dass die Absetzung Schöttlis den Club und seine Fans wieder näher zusammenbringt.

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Maurice Thiriet

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