«Offenkundige Misshandlung»: Sicherheitskräfte in Myanmar schlagen und verhaften polnischen Journalisten
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«Offenkundige Misshandlung»Sicherheitskräfte in Myanmar schlagen und verhaften polnischen Journalisten

Robert Bociaga, der für die Deutsche Presse-Agentur arbeitet, ist in Myanmar festgenommen worden. Die Sicherheitskräfte sollen den Journalisten auch verletzt haben. Sein Gesundheitszustand ist unklar.

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Sicherheitskräfte haben den polnischen Journalisten Robert Bociaga (Bild) in Myanmar verhaftet. Laut seinem Arbeitgeber Deutsche Presse-Agentur (DAP) wurde er geschlagen und verletzt.

Sicherheitskräfte haben den polnischen Journalisten Robert Bociaga (Bild) in Myanmar verhaftet. Laut seinem Arbeitgeber Deutsche Presse-Agentur (DAP) wurde er geschlagen und verletzt.

DPA/Screenshot von Facebook
Bilder von Facebook zeigen, wie Sicherheitskräfte Robert Bociaga umzingeln und festnehmen.

Bilder von Facebook zeigen, wie Sicherheitskräfte Robert Bociaga umzingeln und festnehmen.

DPA/Screenshot von Facebook

Darum gehts

  • Soldaten haben in Myanmar den Journalisten Robert Bociaga von der Deutschen Presse-Agentur verhaftet.

  • Laut DPA haben ihn Uniformierte umzingelt und verletzt.

  • Das polnische Aussenministerium bestätigte den Vorfall.

Sicherheitskräfte haben in Myanmar einen polnischen Journalisten festgenommen, der für die Deutsche Presse-Agentur (DPA) tätig ist. Robert Bociaga sei am Donnerstag in Taunggyi, der Hauptstadt des Shan-Staats, von Soldaten inhaftiert worden, berichteten das Portal Myanmar Mix, das Nachrichtenunternehmen Khit Thit Media und zahlreiche Nutzer in sozialen Netzwerken.

Der 30-Jährige soll geschlagen und verletzt worden sein, so ein Reporter von Khit Thit Media auf Facebook. Auf Fotos war zu sehen, wie Uniformierte Bociaga umzingelten. Er habe schützend die Hände über sich gehalten. Die Deutsche Presse-Agentur hat derzeit keinen Kontakt zu Bociaga.

DPA fordert sofortige Freilassung

«Die Festnahme und offenkundige Misshandlung von Robert Bociaga haben uns tief bestürzt. Wir sind in grosser Sorge um unseren Kollegen», sagte DPA-Chefredaktor Sven Gösmann. Die Deutsche Presse-Agentur verurteile das Vorgehen und fordere die Verantwortlichen auf, den Journalisten umgehend freizulassen. «Das ist ein unerträglicher, nicht hinnehmbarer Angriff auf die Freiheit der Berichterstattung – und selbst in dieser brutalen Form leider kein Einzelfall», sagte Gösmann.

Das polnische Aussenministerium, das polnische Konsul in Thailand und der deutsche Konsul in Myanmar bestätigten die Festnahme eines polnischen Journalisten, schreibt die Zeitung «Gazeta Wyborcza». Es würden alle Anstrengungen unternommen, um Kontakt zu dem Inhaftierten aufzunehmen, um ihm zu helfen und Informationen über seinen Gesundheitszustand und seine rechtliche Situation zu erhalten.

Militär entzieht Medien die Lizenz

Im früheren Birma gehen Sicherheitskräfte seit dem Putsch von Anfang Februar mit zunehmender Härte nicht nur gegen Demonstranten, sondern auch gegen Journalisten vor. Viele örtliche Journalisten nahmen sie bereits fest. Die Militärführung habe zudem vor wenigen Tagen mehreren wichtigen Medienunternehmen die Lizenz entzogen.

Ausländer galten in Myanmar bislang als relativ sicher. Seit dem Umsturz war im Februar ein japanischer Journalist festgenommen worden, der aber nach kurzer Zeit wieder auf freien Fuss kam.

(DPA/mur)

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