Aktualisiert 25.08.2011 12:12

Unruhen in SyrienSicherheitskräfte verprügeln Karikaturist

Sicherheitskräfte haben offenbar einen bekannten syrischen Karikaturisten aus seinem Auto gedrängt und ihn anschliessend geschlagen. Passanten haben den Kritiker der Regierung ins Spital gebracht.

Syrische Bewaffnete haben am Donnerstag nach Angaben von Aktivisten einen regimekritischen Karikaturisten verprügelt. Ali Fersat sei nach dem Angriff in Damaskus blutend am Strassenrand liegen gelassen worden, hiess es. Der bekannte Karikaturist sei in ein Krankenhaus gebracht worden, nachdem ihn Passanten «schwer verprügelt und körperlich misshandelt» vorgefunden hätten, sagte Sprecher Omar Idilbi von den örtlichen Koordinationskomitees, die die Proteste gegen den syrischen Präsidenten Baschar Assad mitorganisieren.

Idilbi sagte, Sicherheitskräfte des syrischen Regimes hätten Fersat angegriffen. Ein anderer Aktivist, Rami Abdul Rahman von dem in London ansässigen Syrischen Observatorium für Menschenrechte erklärte hingegen, die Identität der Angreifer sei nicht bestätigt.

Da Syrien ausländischen Journalisten die Einreise in das Land verweigert hat und die Berichterstattung vor Ort beschränkt ist, können dortige Ereignisse nur schwer bestätigt werden.

Fersat ist ein scharfer Kritiker der Regierung von Assad, vor allem mit Blick auf das Vorgehen der Regierung gegen die Protestbewegung in dem Land. Nach Angaben von Menschenrechtsgruppen haben Truppen Assads seit Beginn des Aufstands im März mehr als 2.000 Menschen getötet. Am Mittwoch kamen Aktivisten zufolge mindestens elf Menschen ums Leben. Die meisten Opfer gab es demnach in der zentralen Stadt Homs.

Sarkozy schliesst militärische Intervention ohne Resolution aus

Das Vorgehen der Regierung ist international scharf kritisiert worden. Zudem wurden Rücktrittsforderungen gegen Assad laut, der bewaffnete Gruppen für die Gewalt in seinem Land verantwortlich macht.

Der französische Präsident Nicolas Sarkozy schloss am Mittwoch ein militärisches Eingreifen in Syrien ohne internationalen Rückhalt aus. Die «Bedingungen für eine militärische Intervention sind nicht vorhanden», sagte er auf einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem libyschen Rebellenführer Mahmud Dschibril in Paris. Frankreich werde nicht «ohne eine internationale Resolution» intervenieren. Das bedeute aber nicht, dass man es erlauben dürfe, dass das syrische Volk «von einem Regime massakriert» werde, «das sich von einem Tag auf den anderen disqualifiziert», betonte Sarkozy.

Die Europäische Union verhängte am Mittwoch Sanktionen gegen eine Eliteeinheit der iranischen Revolutionsgarde und weitete damit den internationalen Druck auf das Assad-Regime aus. Der Iran ist ein enger Verbündeter Syriens. Die USA und andere Staaten werfen dem Iran vor, der syrischen Regierung bei der Niederschlagung der Proteste geholfen zu haben. Nach Angaben der EU stellte die mit Sanktionen belegte Einheit Ausrüstung zur Verfügung, um die syrischen Proteste zu unterdrücken. (dapd)

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