Fehler behoben: Sicherheitslücke bei der Lernplattform der Armee entdeckt
Aktualisiert

Fehler behobenSicherheitslücke bei der Lernplattform der Armee entdeckt

Im Learning Management System (LMS) der Schweizer Armee ist eine Sicherheitslücke gemeldet und mit Unterstützung der Herstellerfirma sofort geschlossen worden.

von
Konstantin Furrer

Darum gehts

  • Aufgrund der Corona-Pandemie durfte ein Teil der Rekruten die ersten RS-Wochen zu Hause bestreiten.

  • Das System war am Anfang überlastet, dann fielen beim Eintrittstest 30 Prozent der Prüflinge durch.

  • Nun hat die Armee eine Sicherheitslücke in der Lernplattform entdeckt.

Ein registrierter Nutzer der Plattform hat der Datenschutzstelle des Bundes Ende Februar gemeldet, dass er im LMS VBS eine Möglichkeit gefunden hatte, Daten wie beispielsweise Mailadressen oder Personalnummern von im LMS registrierten Benutzerinnen und Benutzern einzusehen, schreibt die Armee in einer Medienmitteilung.

Wie die Armee weiter schreibt, wurden umgehende Massnahmen zur Behebung der Schwachstelle getroffen. Die Lücke, welche durch den Nutzer nur aufgrund seiner funktionsbedingt vorhandenen internen Kenntnisse auszumachen war, wurde im Bereich einer Schnittstelle zwischen einer alten, noch aktiven Version der Lernplattform und der aktuellen Benutzeroberfläche lokalisiert. Inzwischen konnte die Sicherheitslücke behoben werden.

Eine Auswertung der Zugriffe auf das System durch die Herstellerfirma habe ergeben, dass keine unberechtigten Nutzer Einsicht auf Daten anderer Benutzerinnen und Benutzern der Lernplattform hatten, schreibt die Armee.

30 Prozent der Prüflinge fielen beim Eintrittstest durch

Die Armee hatte aufgrund der Corona-Pandemie im Januar die E-Learning-Plattform für einen Teil der Rekruten die ersten RS-Wochen lanciert. Rund 5000 Rekruten hatten den Auftrag erhalten, «selbstständig zu Hause ein vorgegebenes Lernprogramm durchzuarbeiten». Sie sollten damit Grundkenntnisse des Militärs und des militärischen Alltags lernen.

Das Projekt startete am 18. Januar jedoch etwas holprig, wie 20 Minuten damals berichtete. Denn zahlreiche Rekruten konnten sich zunächst im E-Learning-Tool gar nicht erst einloggen: «Seit zwei Stunden versuche ich verzweifelt, mich online im sogenannten ‹LMS Lernsystem› anzumelden. Jedoch ist dieses total überlastet», erzählte Rekrut Pascal*. «Die RS hat für die Rekruten im Homeoffice nicht so begonnen, wie wir uns das vorgestellt hatten», gab Armeesprecher Stefan Hofer zu.

Nach drei Wochen im Homeoffice rückten schliesslich am 8. Februar die rund 5000 Rekruten in die Kasernen ein. Dabei fiel jeder Dritte beim Eintrittstest durch. «Von den Rekruten, welche die ersten drei RS-Wochen im Distance Learning zuhause waren, haben 70% den LMS-Test bestanden», teilt die Armee auf Anfrage mit. «Die restlichen 30% müssen etwas nacharbeiten, damit in wenigen Tagen alle Rekruten auf dem gleichen Wissensstand sind.»

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