Aktualisiert 28.06.2011 15:12

Lady-Di-Jubiläum

Sie bleibt die Königin der Herzen

Ausgerechnet am 1. Juli, wenn in Monaco Hochzeit gefeiert wird, wäre Lady Diana 50 Jahre alt geworden. Zu Lebzeiten musste die Britin viele Schicksalsschläge verkraften.

von
Jennifer Fraczek, AP

Fast 14 Jahre ist es her, dass Diana Spencer ums Leben kam und noch immer ranken sich um ihren Tod zahlreiche Verschwörungstheorien. Erst jüngst sorgte ein Dokumentarfilm des Briten Keith Allen bei den Filmfestspielen in Cannes für Wirbel. «Unlawful Killing» greift erneut Spekulationen um den tödlichen Unfall Dianas und ihres damaligen Geliebten Dodi Al Fayed auf. Doch auch sonst ist Diana präsent: So steckte ihr Verlobungsring am Finger von Kate Middleton, bis diese Dianas Sohn William heiratete. Am 1. Juli wäre Diana, die als 20-Jährige den britischen Thronfolger Charles heiratete, 50 Jahre alt geworden.

Nach ihrer Heirat mit dem fast 13 Jahre älteren Charles am 29. Juli 1981 wurde «Lady Di» schnell von der schüchternen Kindergärtnerin zur glamourösen Repräsentantin des Königsreichs und später - nach der Trennung von Charles - zu einer «Königin der Herzen». Das wollte sie zumindest sein, wie sie selbst einmal in einem Interview 1995 sagte. In diesem Interview, das drei Jahre nach der Trennung von Charles und ein Jahr nach dem Bekanntwerden seiner Affäre mit Camilla Parker-Bowles geführt wurde, beschrieb Diana auch, wie zerrüttet ihre Ehe mit Charles tatsächlich war. Über seine Affäre mit Camilla habe sie von Anfang an, seit 1986, Bescheid gewusst. Sie bekannte sich zu Selbstmordversuchen und Bulimie ebenso wie zu ihrer Affäre mit dem Rittmeister James Hewitt.

Verschwörungstheorien haben sich nicht bestätigt

Im August 1996 wurden Charles und Diana offiziell geschieden. Das grosse öffentliche Interesse an ihrer Person liess aber auch danach nicht nach. Im Sommer 1997 gingen Bilder um die Welt, die die Princess of Wales - diesen Titel durfte sie auch nach der Scheidung behalten - zusammen mit Dodi Al Fayed, dem Sohn des ägyptischen Multimillionärs Mohammed Al Fayed, zeigten. Eine Provokation für das britische Establishment, mit dem sich Dodis Vater überworfen hatte.

Diese Beziehung und Dianas kritische, öffentliche Äusserungen über die Konservativen in Grossbritannien und das Land insgesamt, befeuern die Gerüchte, wie es am 31. August 1997 zu dem tödlichen Unfall gekommen sein könnte. Der abschliessende Untersuchungsbericht der Londoner Polizei, der im Dezember 2006 vorgelegt wurde, kam zu dem Schluss, dass überhöhte Geschwindigkeit und die Trunkenheit des Chauffeurs für den Unfall verantwortlich waren. Mord- und Verschwörungstheorien wurden nicht bestätigt.

Als Harry und William die Mutter verloren

Der Tag der Trauerfeier für Diana war wohl einer der schwierigsten für die Königsfamilie. Ein Tag tiefster Trauer für ihre beiden Söhne William und Harry, die damals 15 und 12 Jahre alt waren - und ein Tag schwieriger Entscheidungen für die Queen. Einige davon, wie jene, den Sarg der einstigen Schwiegertochter in der Königlichen Kapelle des St. James' Palace aufzubahren, die sonst nur der engsten Verwandtschaft der Königsfamilie vorbehalten war, müssen ihr sehr schwergefallen sein. Als der Trauerzug am Tag der Trauerfeier an ihr vorüberzog, verneigte sich die Queen respektvoll vor dem Sarg. Die Trauerfeier fand am 6. September 1997 in Westminster Abbey statt - an dem Ort, an dem ihr Sohn, Prinz William, und Kate Middleton am 29. April 2011 den Bund fürs Leben schlossen.

Gerade an diesem Tag sei offenbar geworden, welche Popularität Diana bei vielen Briten nach wie vor geniesse, sagt der Adelsexperte Rolf Seelmann-Eggebert. Auch die britische Monarchie habe sie «in gewisser Weise verändert». Nicht nur das Staatsbegräbnis für jemanden, der eigentlich nicht mehr Mitglied der Familie war, sei ungewöhnlich gewesen. Die Queen habe auch die Nähe gepriesen, die Diana zu Menschen, insbesondere Kranken, habe herstellen können. Dies sei sonst so im englischen Königshaus eigentlich nicht üblich gewesen.

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