Vergewaltigung in Basel – «Sie flehte ihn an, damit aufzuhören»
Aktualisiert

Vergewaltigung in Basel«Sie flehte ihn an, damit aufzuhören»

Ein 20-Jähriger wird beschuldigt, in der Nacht auf den 29. Oktober 2021 eine junge Frau in Basel vergewaltigt zu haben. Anfang Mai muss er sich vor dem Strafgericht verantworten. Dem Afghanen droht neben einer Freiheitsstrafe ein Landesverweis.

von
Steve Last
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Ein 20-jähriger afghanischer Staatsangehöriger wird beschuldigt, Ende Oktober 2021 eine junge Frau vergewaltigt zu haben. Ihm droht der Landesverweis.

Ein 20-jähriger afghanischer Staatsangehöriger wird beschuldigt, Ende Oktober 2021 eine junge Frau vergewaltigt zu haben. Ihm droht der Landesverweis.

Privat
Die Tat soll sich am Lohweg in Basel ereignet haben. Der damals 19-Jährige wurde wenige Tage darauf als Tatverdächtiger festgenommen und sitzt seit dem 5. November in Untersuchungshaft.

Die Tat soll sich am Lohweg in Basel ereignet haben. Der damals 19-Jährige wurde wenige Tage darauf als Tatverdächtiger festgenommen und sitzt seit dem 5. November in Untersuchungshaft.

Privat
In dieser Unterführung in der Basler Innenstadt soll es gegen vier Uhr morgens zur Tat gekommen sein.

In dieser Unterführung in der Basler Innenstadt soll es gegen vier Uhr morgens zur Tat gekommen sein.

20min/Lukas Hausendorf

Darum gehts

  • Ein 20-Jähriger wird beschuldigt, Ende Oktober 2021 eine junge Frau in Basel vergewaltigt zu haben.

  • Die beiden sollen im Club bereits sexuelle Kontakte gehabt haben, auf dem Heimweg kam es aber zum Verbrechen, so die Staatsanwaltschaft.

  • Dem afghanischen Staatsangehörigen droht neben einer mehrjährigen Freiheitsstrafe auch der Landesverweis.

In der Nacht auf den 29. Oktober 2021 soll eine junge Frau in Basel vergewaltigt worden sein. Gemäss Informationen der Staatsanwaltschaft wurde vier Tage später ein Tatverdächtiger verhaftet. Am 3. Mai muss sich der heute 20-Jährige wegen mehrerer Sexualdelikte vor dem Strafgericht Basel-Stadt verantworten – die Anklageschrift liegt vor. Beim Beschuldigten handelt es sich um einen afghanischen Staatsangehörigen, der im Jahr 2017 mit seiner Mutter und seinen Geschwistern aus seiner Heimat floh und auf Umwegen in die Schweiz kam.

In der Tatnacht soll er im Balz-Club gefeiert haben, wo zu der Zeit eine Halloween-Party stattfand. Laut Anklage belästigte er bereits am Eingang Frauen, indem er an ihren Haaren roch oder ihnen über den Rücken streichelte. Zwei Frauen entkamen ihm, eine erstattete Anzeige. «Er war in dieser Nacht ganz offensichtlich auf der Suche nach körperlichen Kontakten zu Frauen», schliesst die Staatsanwaltschaft daraus.

Mehrere Frauen angegangen

Dem Beschuldigten wird in der Anklage vorgeworfen, während seines vierstündigen Aufenthaltes im Club «sehr offensiv» mehrere Frauen angesprochen, betatscht und begrapscht zu haben. Belegen sollen dies Videoaufnahmen aus dem Club, die die Staatsanwaltschaft ausgewertet hat. Eine stark alkoholisierte Frau soll er im Hinterzimmer umarmt und in die Luft gehoben haben. Die Staatsanwaltschaft zeichnet ein Bild seines Motivs, kann mangels Anzeigen diese Fälle nicht weiter verfolgen. Es bleibt unklar, ob diese Handlungen gegen ihren Willen ausgeübt wurden.

Zum ersten Kontakt zwischen dem Beschuldigten und dem Vergewaltigungsopfer soll es gegen zwei Uhr auf der Tanzfläche gekommen sein. In der Anklage werden erste oberflächliche sexuelle Handlungen zwischen den beiden geschildert, zunächst im Club und dann draussen. Auch hier kann die Staatsanwaltschaft nicht sagen, ob sie einvernehmlich erfolgten.

Die Vergewaltigung am Lohweg

Gegen vier Uhr hätten die beiden zusammen den Club verlassen und sich in Richtung der Unterführung des Lohwegs begeben. Ab hier werden die Vorwürfe konkreter. Der Beschuldigte soll die junge Frau «sehr aufdringlich und aggressiv» geküsst haben, obwohl sie das nicht gewollt habe. Der körperlich überlegene Mann soll das stark alkoholisierte Opfer unvermittelt mit dem Gesicht gegen die Wand gedrückt und vergewaltigt haben. 

Laut Anklage habe das Opfer dem Täter mehrfach gesagt, dass sie das nicht wolle und in angefleht, damit aufzuhören. Das Opfer suchte nach der Tat ihre Kollegin im Club auf und ging mit ihr zur Clarawache, wo sie Anzeige erstattete.

Für die Vergewaltigung drohen dem Beschuldigten eine Freiheitsstrafe von bis zu zehn Jahren und ein Landesverweis. Wegen weiterer Delikte könnte das Strafmass verschärft werden, sollte er für schuldig befunden werden. 

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Alter ohne Gewalt, Tel. 0848 00 13 13

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

Beratungsstellen für gewaltausübende Personen

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