Krokodil-Angriff in Mexiko - «Sie fragten, ob es sicher sei dort zu schwimmen, und der Guide sagte Ja»
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Krokodil-Angriff in Mexiko«Sie fragten, ob es sicher sei dort zu schwimmen, und der Guide sagte Ja»

Bei einem Ausflug in Mexiko wurde eine Britin von einem Krokodil angegriffen und schwer verletzt. Nun stellt sich heraus, dass die Gruppe mit einem nicht zertifizierten Tourguide unterwegs war und die Gegend als Brutstätte für Krokodile gilt.

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Die Zwillingsschwestern Georgia und Melissa Laurie sind in Mexiko von einem Krokodil angegriffen worden. 

Die Zwillingsschwestern Georgia und Melissa Laurie sind in Mexiko von einem Krokodil angegriffen worden.

Facebook/melissa.laurie.37
Melissa Laurie (28) liegt in einem Spital von Puerto Escondido in Mexiko.

Melissa Laurie (28) liegt in einem Spital von Puerto Escondido in Mexiko.

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Beim Nachtschwimmen wurde Melissa von einem Krokodil attackiert. Ihre Schwester entdeckte sie Minuten später im Wasser treibend mit dem Gesicht nach unten.

Beim Nachtschwimmen wurde Melissa von einem Krokodil attackiert. Ihre Schwester entdeckte sie Minuten später im Wasser treibend mit dem Gesicht nach unten.

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Darum gehts

  • Zwei Britinnen (28) wurden beim Nachtschwimmen in Puerto Escondido, Mexiko, von einem Krokodil attackiert.

  • Die eine Frau ist dabei fast ertrunken. Ihre Schwester konnte sie retten.

  • Beide Zwillingsschwestern erlitten schwere Bissverletzungen.

  • Sie hatten einem nicht zertifizierten Reiseleiter vertraut.

Die Zwillingsschwestern Georgia und Melissa Laurie aus Grossbritannien waren in Puerto Escondido, Mexiko, in den Ferien, als sie von einem Krokodil angegriffen wurden. Die 28-jährige Melissa Laurie erlitt schwere Verletzungen und wäre fast ertrunken. Georgia konnte ihre Schwester aus den Klauen des Krokodils befreien und erlitt selbst schwere Bissverletzungen.

Die beiden wollten zur Manialtepec Lagune, um das Meeresleuchten durch Biolumineszenz zu begutachten, was bei Touristinnen und Touristen sehr beliebt sein soll.

In einem Interview mit der «Daily Mail» hat sich Georgia zum Vorfall geäussert. Ihrer Schwester gehe es nun besser, sie könne aber noch nicht sprechen und nicht selbständig atmen. «Sie hat mich erkannt und freute sich, mich zu sehen», so Georgia.

Ihre Eltern, Sue und Sean aus der englischen Stadt Berkshire, waren schockiert, als ihre Tochter sie anrief: «Um vier Uhr morgens rief sie uns an und erzählte vom Krokodil-Angriff.» Tochter Melissa habe schwere Verletzungen, aber nicht nur ihr Magen und Beine haben Bisswunden, besonders ihre Lunge ist beeinträchtigt. «Sie wäre fast ertrunken.»

Tourguide sagte, es habe keine Krokodile

Die Frauen waren mit einem Tourguide zur Lagune gegangen, der ihnen versichert haben soll, dass es dort keine Krokodile gebe. Beim Tourguide soll es sich um einen Türken namens Richie handeln, der lange in Deutschland gelebt haben soll. In der Gruppe waren 23 Touristinnen und Touristen, die um die 90 Pfund für die Tour zahlten. Der Vater von Melissa und Georgia sagte aber, niemand habe seine Töchter informiert. «Sie fragten extra nach, ob es sicher sei dort zu schwimmen, und der Guide sagte Ja.»

Die Eltern der Zwillingsschwestern stören sich vor allem, dass der Tourguide nicht offiziell zertifiziert war. Darüber informierte sie das Spital, der Mann sei bereits mehrmals gemeldet worden.

Eine Brutstätte für Krokodile

Anscheinend ist das Schwimmen in der Lagune sicher, im Fluss aber nicht – die Stelle an der sie der Tourguide brachte. «Das ist kein Gebiet für Touristinnen und Touristen, das ist eine Brutstätte für Krokodile», sagt Guillermo Silva, Sicherheitsbeauftragter, der den Vorfall untersucht.

Tourguide Gerardo Escamilla Perez war gerade dabei, einer anderen Gruppe die Lagune zu zeigen, als sie den Schrei einer Frau hörte: «Wir hörten Gebrüll und Geschrei.» Er paddelte dann zu den Zwillingen und sah Melissa mit Blut überströmt. 25 Minuten brauchten sie, um zum Ausgangspunkt des Ausflugs – einem Restaurant – zu gelangen, wo eine Ambulanz auf sie wartete.

Krokodil-Angriffe keine Seltenheit

Krokodil-Angriffe in dieser Gegend seien keine Ausnahmen, so gab es zwischen 2004 und 2016 24 Attacken, darunter fünf tödliche. Laut Experten hat die Anzahl Krokodile in der Gegend zugenommen, was verschiedene Gründe hat. Einerseits die Pandemie: Da in der Natur weniger Menschen unterwegs waren, trauten sich die Krokodile aus ihren gewohnten Lebensräumen und haben es sich auch an Sandstränden Mexikos bequem gemacht. Zudem kommt der Immobilien-Boom in Mexiko, wo Hotelanlagen in Naturgebiete gebaut werden.

Im September 2020 wurde ein Tourist an einem Hotelstrand in Puerto Vallarta von einem Krokodil am Bein gebissen. Im Oktober 2020 war in der Nähe von Puerto Escondido ein 60 Kilogramm schweres Krokodil gefangen worden, nachdem es Tiere auf Bauernhöfen angriff.

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