Lötscher-Drama: «Sie fuhr wie eine Verrückte, viel zu schnell»
Aktualisiert

Lötscher-Drama«Sie fuhr wie eine Verrückte, viel zu schnell»

Was passierte in der Nacht, als Hockeystar Kevin Lötscher fast zu Tode kam? Einer, der dabei war, packt aus – und beschuldigt die Unfallverursacherin massiv.

von
heg
Kevin Lötscher im WM-Spiel gegen Norwegen. (Bild: Keystone/AP)

Kevin Lötscher im WM-Spiel gegen Norwegen. (Bild: Keystone/AP)

«Kevin, drei Kumpels und ich waren zusammen mit Cloé in einer Weinstube in Salgesch. Ich kenne Kevin von früher und wir beschlossen, einen draufzumachen. Auch Kevin und Cloé kannten sich bereits. Danach feierten wir in der Mellow Bar weiter. Es war freuchtfröhlich und wir hatten Spass», sagt der 21-Jährige F. M. im «Blick».

Die Partybrüder hatten aber noch nicht genug. «Als die Bar schloss, machten wir uns auf den Weg zu Cloé nach Hause. Wir waren betrunken und die Stimmung ausgelassen. Wenige hundert Meter vor dem Haus hielt sie an, um uns die Hausregeln zu erklären. Wir sollten leise sein.» Offenbar grölten die jungen Walliser schon auf der Strasse herum, was der einzigen Frau in der Runde nicht passte. «Sie holte den BMW X6 ihres Vaters, um uns damit zu sich zu fahren.»

«Sie fuhr viel zu schnell»

Die 19-Jährige liess ihren Worten gemäss F. M. Taten folgen. «Wir stiegen in den Wagen. Ein Kumpel setzte sich auf den Beifahrersitz. Kevin, ich und die zwei anderen auf die Rückbank.» Dass eine Person zu viel im Auto sass, war den jungen Leuten offenbar egal. «Als Cloé losfuhr, geriet ich in Panik. Sie fuhr wie eine Verrückte, viel zu schnell. Ich wusste, das kann nicht gutgehen. Ich schrie, sie solle sofort anhalten, meine Jacke sei in der Tür eingeklemmt.»

Der Trick mit der Jacke funktionierte. Die junge Walliserin, die 1,56 Promille im Blut hatte, hielt an. «Als Cloé stoppte, stiess ich die Tür auf und wollte meine Kumpels aus dem Wagen ziehen. Nur der Beifahrer schaffte es nicht rechtzeitig aus dem Auto. Cloé wurde stinksauer und brauste mit hohem Tempo einmal um den Kreisel.»

F. M. leistete erste Hilfe

Nach diesem Disput kam es zum fatalen Unfall, wie F. M. im «Blick» weiter erzählt. «Der Wagen kam dann auf mich zu und streifte mich. Ich fiel auf den Rücken, kam aber zum Glück mit Prellungen davon», so Lötschers Kumpel. «Kevin traf es wirklich schlimm. Mit voller Wucht knallte das Auto in ihn hinein. Er wurde extrem weit weggeschleudert. Ich rannte zu ihm hin. Der Anblick war grauenvoll. Ich merkte sofort, dass Kevin in Lebensgefahr war. Er blutete am ganzen Kopf und regte sich nicht mehr.»

Geistesgegenwärtig versetzte der Kollege den aufstrebenden Hockeyspieler in die Seitenlage. Ein anderer Kumpel alarmierte die Ambulanz. «Die Sanitäter versuchten mir am Telefon zu erklären, was ich zu tun hätte. Ich musste seinen Mund öffnen und die Zunge herausziehen, damit Kevin nicht an seinem Blut erstickt.»

Weiterhin nur spärliche Informationen

Über den Gesundheitszustand von Kevin Lötscher gibt es keine neue Angaben. Die Ärzte halten ihn nach wie vor im künstlichen Koma. Der 23-Jährige wurde am Montag vom Spital in Siders ins Berner Inselspital überführt.

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