Schlägerei vor Olma – «Sie gingen zu sechst auf mich los – und niemand half mir»
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Schlägerei vor Olma «Sie gingen zu sechst auf mich los – und niemand half mir»

Am Freitagabend wollte sich J.N.* (26) eigentlich nur ein Schnitzelbrot holen, dann wurde er von sechs Personen auf dem grossen Parkplatz vor der Olma angegriffen und verletzt.

von
Shila Ochsner
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Nebst dem blauen Auge hatte J.N.* Kopf- und Rippenschmerzen. Zum Arzt wollte er jedoch nicht. 

Nebst dem blauen Auge hatte J.N.* Kopf- und Rippenschmerzen. Zum Arzt wollte er jedoch nicht.

20Min/News-Scout
Die Stadtpolizei St. Gallen zeigte während der Olma-Zeit verschärft Präsenz. 

Die Stadtpolizei St. Gallen zeigte während der Olma-Zeit verschärft Präsenz.

Stadtpolizei St. Gallen
Eine Gruppe von sechs Personen ist am Freitagabend auf  J.N.* losgegangen. 

Eine Gruppe von sechs Personen ist am Freitagabend auf J.N.* losgegangen.

20Min/Shila Ochsner

Darum gehts:

  • Am Freitagabend wurde J.N.* in St. Gallen von einer Gruppe Gleichaltriger angesprochen und angegriffen.

  • Er fing sich dabei ein blaues Auge ein.

  • Zur Hilfe sei ihm, obwohl viele Leute vor Ort waren, niemand gekommen.

J.N.* (26) war am Freitagabend alleine unterwegs und wollte nur um die Ecke ein Schnitzelbrot holen. Dabei sei er noch kurz an der Olma vorbeigelaufen, um zu sehen, was da noch läuft, denn er wohne gleich in der Nähe, wie er zu 20 Minuten sagte. Als er um 23.15 Uhr über den grossen Parkplatz vor der Olma spazierte, wurde er von einer Gruppe von sechs etwa Gleichaltrigen angesprochen, worauf die Situation schnell eskalierte.

«Schau auf den Boden», habe einer aus der Gruppe zu ihm gesagt. «Sei ruhig», entgegnete N. darauf. Es kam zu einem Wortgefecht, «Komm, einer gegen einer», habe N. noch gesagt, doch das wurde ihm zum Verhängnis. «Alle kamen auf mich los, ich hatte nur noch Turnschuhe im Gesicht. Einer gegen sechs ist auch nicht fair», so der 26-Jährige. Die Gruppe sei betrunken gewesen und habe sich dann zu Fuss in Richtung Autobahneinfahrt verzogen. Es ist ihm noch nie passiert, dass eine so grosse Gruppe sich gegen ihn stellte. «Gewalt ist die Waffe der Schwachen», sagt der St. Galler dazu.

Mit blauem Auge davongekommen

J.N. kannte seine Angreifer nicht, aber er schätzt sie auf 25 bis 26 Jahre. «Mir ist nur der Züridialekt aufgefallen», sagt er. Obwohl der Platz voller Leute war, sei ihm niemand zu Hilfe gekommen. «Die beiden Securitas meinten nur, ich solle mich beruhigen, dabei war ich das Opfer», fügt er hinzu. Er hatte nach dem Streit Kopfschmerzen und seine Rippen täten ihm ein wenig weh. Das blaue Auge, das er davon getragen hat, überschminkte er für seine Arbeit. Eine Anzeige will er keine machen.

Die Stadtpolizei hat keine Meldung zu diesem Vorfall erhalten. Doch zeigten sie, nach den Gewaltdelikten in St. Gallen und vor allem während der Olma-Zeit, verschärft Präsenz. «Wir können natürlich nicht überall gleichzeitig sein, aber wenn wir einen Hinweis erhalten, gehen wir natürlich sofort vor Ort», sagt Dionys Widmer, Mediensprecher der Stadtpolizei St. Gallen. Ansonsten zieht die Stadtpolizei eine positive Bilanz der Olma, es habe keine grösseren Zwischenfälle oder schweren Verletzungen gegeben.

*Name der Redaktion bekannt.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

Agredis, Gewaltberatung von Mann zu Mann, Tel. 078 744 88 88

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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