Aktualisiert 08.12.2008 15:44

Simbabwe«Sie haben Ihr Volk lange genug als Geisel genommen»

Nach EU-Chefdiplomat Javier Solana hat auch Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy seinen simbabwischen Amtskollegen Robert Mugabe direkt zum Rücktritt aufgefordert. «Mugabe muss gehen, Simbabwe hat genug gelitten», sagte Sarkozy.

«Sie haben Ihr Volk lange genug als Geisel genommen», sagte Sarkozy an die Adresse Mugabes. Die Menschen in Simbabwe hätten ein «Recht auf Freiheit, Sicherheit und Respekt», ergänzte der derzeitige EU-Ratsvorsitzende anlässlich der Feiern zum 60. Jahrestag der Erklärung der Menschenrechte am Montag in Paris

Bei Mugabe habe alles gute Zureden nicht geholfen, sagte Sarkozy. «Es gibt Momente, in denen ein Diktator nicht zuhören, nicht verstehen will.» Dann sei auch die Zeit für Gespräche vorbei. «Er muss abtreten.»

In der vorigen Woche hatten auch US-Aussenministerin Condoleezza Rice und der südafrikanische Bischof Desmond Tutu den Rücktritt des 84-Jährigen verlangt. Friedensnobelpreisträger Tutu erklärte, notfalls müsse Mugabe mit Gewalt aus dem Amt gedrängt werden.

Mugabe wird für den Niedergang des einst relativ wohlhabenden Landes verantwortlich gemacht. Simbabwe war nach den umstrittenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen Ende März in Chaos und Gewalt versunken.

Auf internationalen Druck hatte Mugabe Mitte September zugestimmt, die Macht mit Oppositionsführer Morgan Tsvangirai zu teilen. Seitdem streiten beide Seiten über die Verteilung der Ministerposten.

Zur Regierungskrise kommt inzwischen auch eine schwere Cholera- Epidemie. Seit August starben nach UNO-Angaben mindestens 575 Menschen, mehr als 12 700 erkrankten.

(sda)

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