Liza Andrea Kuster: Sie hat einen fiesen Stalker
Aktualisiert

Liza Andrea KusterSie hat einen fiesen Stalker

Liza Andrea Kuster erlebt Psychoterror der speziellen Art: Ein Unbekannter stalkt sie im Internet.

von
Lorena Sauter

Auf Facebook kommentiert er ihre Bilder und schreibt ihr sogar ausgiebige Nachrichten. Seit letztem Sommer wird Liza Andrea Kuster im Internet von einem Unbekannten verfolgt. Unter einem Pseudonym – nennen wir ihn Ueli F. – lässt er seinen Gedanken freien Lauf. «Am Anfang schrieb er mir täglich. Teilweise sogar mehrmals am Tag. Unterdessen meldet er sich im Zweitages-Rhythmus», erzählt die 26-Jährige gegenüber 20 Minuten. Meist berichte Ueli F. aus seinem Leben. Oft aber mache er ihr Avancen, so Kuster, bitte um persönliche Treffen oder hinterlasse obszöne Kommentare. «Ich lese seine Worte schon gar nicht mehr», sagt sie.

Marco Cortesi, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, rät Stalking-Opfern zu einer klaren Ansage: «Sie sollen anständig, bestimmt und distanziert den Kontaktabbruch fordern», erklärt Cortesi 20 Minuten. Bei Kuster halfs nicht. Der Stalker macht weiter. «Nützt diese einmalige Kontaktaufnahme nichts, sollten Betroffene eine Art Tagebuch in chronologischer Reihenfolge der Zudringlichkeiten führen», so Cortesi. Würden Belästigungen wie Auflauern, Telefonterror, Drohungen oder Tätlichkeiten erfolgen, sollte sofort Anzeige bei der Polizei erstattet werden, sagt der Experte. Jeder Fall sei als Einzelfall zu klären. Allgemeinlösungen gebe es nicht.

Doch Kuster lässt sich nicht einschüchtern: «Ich habe keine Angst vor ihm.» Im Gegenteil: «Ich habe ein wenig Mitleid mit ihm.» Doch bei allem Verständnis: «Meine soziale Ader ist beträchtlich, aber dies erreicht meine Toleranzgrenze.»

Hier finden Betroffene professionelle Hilfe.

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