Bülach: «Sie hat Paolo immer beschützt und geliebt»
Aktualisiert

Bülach«Sie hat Paolo immer beschützt und geliebt»

Eine 30-Jährige wird verdächtigt, ihren 4-jährigen Sohn am Sonntag getötet zu haben. Ihre Schwester sagt, die Frau wäre nie in der Lage, ihrem Sohn etwas anzutun.

von
J. Käser
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In Bülach kam es am Sonntagabend zu einem medizinischen Notfall eines Kleinkindes. Der 4-jährige Knabe verstarb trotz sofort eingeleiteter Rettungsmassnahmen.

In Bülach kam es am Sonntagabend zu einem medizinischen Notfall eines Kleinkindes. Der 4-jährige Knabe verstarb trotz sofort eingeleiteter Rettungsmassnahmen.

20 Minuten
Die Polizei verhaftete die 30-jährige Mutter des Kindes. Laut ersten Abklärungen könne ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden.

Die Polizei verhaftete die 30-jährige Mutter des Kindes. Laut ersten Abklärungen könne ein Tötungsdelikt nicht ausgeschlossen werden.

«Die Frau sass ganz ruhig am Brunnen und hielt das Kind in den Armen. Neben ihr stand ein junger Mann. Sie versuchte es mit einer Decke zuzudecken: Es wirkte, als ob sie einen Schock hatte», beschreibt eine Anwohnerin die Szenerie am Sonntagabend gegenüber 20 Minuten.

«Die Frau sass ganz ruhig am Brunnen und hielt das Kind in den Armen. Neben ihr stand ein junger Mann. Sie versuchte es mit einer Decke zuzudecken: Es wirkte, als ob sie einen Schock hatte», beschreibt eine Anwohnerin die Szenerie am Sonntagabend gegenüber 20 Minuten.

20 Minuten

Die 30-jährige S. L.* wird verdächtigt, am Sonntagabend in Bülach ihren vierjährigen Sohn Paolo getötet zu haben. Das teilte die Kantonspolizei Zürich mit. Ihre ältere Schwester widerspricht: «Niemals im Leben hat sie ihrem Sohn etwas angetan», sagt sie zu 20 Minuten. «Das hätte sie nie tun können. Die beiden hatten ein ganz normales Mutter-Sohn-Verhältnis. Sie hat den kleinen Paolo immer beschützt und geliebt», sagt die Frau, die in Kamerun lebt.

Noch am Samstagabend habe sie mit L. per Whatsapp Kontakt gehabt: «Sie hat ganz normal gewirkt und nichts von irgendwelchen Schwierigkeiten erwähnt.» Als die Schwester am Montag durch Verwandte von der Tat gehört habe, habe sie sofort versucht, ihre kleine Schwester zu erreichen. «Aber es gibt keine Möglichkeit für uns, mit ihr zu sprechen. Wir stehen alle unter Schock», sagt sie.

«Sie war allgemein eine ruhige Person»

Ihre jüngere Schwester habe in der Schweiz nicht viele Bekannte, vom Vater des Kleinen lebe sie getrennt: «Sie hat niemanden und ist in dieser Sache nun ganz allein. Wir sind ganz sicher, dass sie ihrem aufgeweckten und lebhaften Sohn nichts angetan hat», sagt die Schwester. Viel eher müsse es sich um einen tragischen Unfall handeln. Dass ihre Schwester Paolo im Arm gehalten habe und ganz ruhig gewesen sei, als sie aufgefunden worden sei, passe zu ihrer Schwester: «Sie ist allgemein eine sehr ruhige Person, die selten weint und eigentlich nie schreit.» Dass sie unter Schock deshalb ruhig und wie benommen reagiert habe, hält die grosse Schwester für möglich.

«Meine Schwester hat ihren kleinen Paolo ganz sicher nicht vernachlässigt, sie hat uns regelmässig Bilder von ihm zukommen lassen. Er war ein lustiges Kind», sagt die grosse Schwester. Die Beziehung der beiden sei eng gewesen, da Paolo allein bei seiner Mutter gewohnt habe. Zum Vater hat er regelmässig Kontakt gehabt, wie die Schwester weiss. «Im Gegensatz zu uns konnte er mit der Polizei reden. Seit Montag haben wir aber auch von ihm nichts mehr gehört und sind vollkommen ratlos.»

*Name der Redaktion bekannt

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