Neue Bundespräsidentin: Sie hatte den Abschied schon vorbereitet
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Neue BundespräsidentinSie hatte den Abschied schon vorbereitet

Die Schweiz hat erneut eine Frau an der Spitze des Bundesrats. Dabei hatte die neue Bundespräsidentin Eveline Widmer-Schlumpf schon ihre Abschiedsrede im Sack, als sie am Morgen das Bundeshaus betrat.

Die wiedergewählte BDP-Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf amtet im kommenden Jahr als Bundespräsidentin. Die Vereinigte Bundesversammlung hat die 55-jährige Bündnerin am Mittwoch mit einem erstaunlich guten Resultat gewählt. Bei 211 eingegangenen Wahlzetteln erhielt sie 174 Stimmen.

Ihre Wiederwahl feierte Eveline Widmer-Schlumpf am Nachmittag mit Parteifreunden von der BDP. Die rund 100 Anwesenden feierten sie mit einer zwei Minuten langen Standing Ovation – die neue Bundespräsidentin bedankte sich dafür, indem sie eine Runde zahlte.

«Gekommen, um zu bleiben»

In einer kurzen Ansprache gab die 55-Jährige zu, dass sie mit allem gerechnet habe. «Ich bin am Morgen mit einer vorbereiteten Abschiedsrede ins Parlament gekommen», sagte sie. Natürlich sei sie nun froh, dass es anders herausgekommen sei.

«Wir sind gekommen, um zu bleiben», erinnerte Widmer-Schlumpf ans Parteimotto. Nun wolle die Partei weiterhin die Zusammenarbeit mit allen konstruktiven Kräften suchen, um die Zukunft «unserer Kinder und Enkelkinder» zu gestalten.

Wie der Vater, so die Tochter

Als Bundespräsidentin leitet Widmer-Schlumpf ab Anfang Januar während eines Jahres die wöchentlichen Sitzungen der Regierung und übernimmt ausserdem Repräsentationspflichten. Nach Calmy-Rey und Doris Leuthard ist sie die dritte Frau in Folge, die das Amt inne hat.

Widmer-Schlumpf ist zudem die erste Vertreterin der erst dreijährigen Partei BDP im Bundespräsidium. Bereits ihr Vater Leon Schlumpf war einst Bundespräsident (1984). Die Bündnerin wurde 2007 anstelle von Christoph Blocher in den Bundesrat gewählt. Nachdem sie zunächst drei Jahre lang Justizministerin war, wechselte sie im Herbst 2010 ins Finanzministerium.

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