Kleiderdiebe in Obfelden ZH: «Sie klauen Unterhosen aus der Waschküche»
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Kleiderdiebe in Obfelden ZH«Sie klauen Unterhosen aus der Waschküche»

Einer Leserin werden immer wieder teure Markenkleider aus ihrer Waschküche gestohlen. Sie ist enttäuscht, dass die Polizei keine Hausdurchsuchungen durchführt.

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som/mon
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Eine Leserin berichtet, dass Diebe ihr sogar Unterwäsche aus der Waschküche gestohlen hätten.

Eine Leserin berichtet, dass Diebe ihr sogar Unterwäsche aus der Waschküche gestohlen hätten.

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Auch teure Markenkleider kamen weg.

Auch teure Markenkleider kamen weg.

Keystone/Gaetan Bally/Archiv
Lange war sich die Frau nicht sicher, wer dafür verantwortlich sein könnte. Bis die Schwester ihres Freundes zwei Nachbarsmädchen beim Klauen erwischte.

Lange war sich die Frau nicht sicher, wer dafür verantwortlich sein könnte. Bis die Schwester ihres Freundes zwei Nachbarsmädchen beim Klauen erwischte.

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Ein Wohnblock in Obfelden ZH: Seit Monaten verschwindet dort aus der Waschküche Kleidung einer Leserin und ihres Freundes. Vor allem teure Markenkleider nehmen die Diebe mit. «Sie klauen auch Unterwäsche, das ist doch eklig», sagt sie. Lange war sich die Frau nicht sicher, wer dafür verantwortlich sein könnte. Bis die Schwester ihres Freundes zwei Nachbarsmädchen beim Stehlen erwischte.

Als die Leserin die Eltern der 14- und 16-jährigen Mädchen darauf ansprach, sollen die nur gelacht haben: «Sie grinsten frech und meinten, dass sie unsere Kleider nicht hätten.» Sie habe die Polizei kontaktiert, doch diese habe sie zu wenig unterstützt: «Sie haben mir gesagt, dass sie nicht in jeder Wohnung eine Razzia machen können.» Die Leserin ist verzweifelt: «Ich weiss nicht, was ich machen soll. So etwas ist doch unterstes Niveau.»

«Man fühlt sich zurecht verletzt»

Verständnis für die Leserin hat Walter Angst, Sprecher des Zürcher Mieterverbandes: «Wäsche ist etwas sehr Persönliches, und wenn diese geklaut wird, fühlt man sich zu Recht verletzt.» Insgesamt gebe es in Schweizer Waschküchen erstaunlich wenig Diebstähle, doch es komme vor: «Manchmal stecken da auch noch andere Konflikte zwischen Hausbewohnern dahinter.»

Deshalb rät er, das Gespräch im Haus aufzunehmen. In schweren Fällen könne man auch die Polizei beiziehen, sagt Angst: «Weil der Schaden klein und die Aufklärungsmöglichkeiten beschränkt sind, sind solche Aufgebote bei der Polizei zwar nicht beliebt.» Sie müsse aber den Sachverhalt aufnehmen und eine Strafanzeige entgegennehmen. «Den Schaden kann man dann bei der Hausratsversicherung anmelden.» Dass die Polizei keine Wohnungen durchsuchen kann, versteht er: «Meistens ist das nichts verhältnismässig.»

Polizei rät, Anzeige einzureichen

Auch Michael Walker, Sprecher der Stadtpolizei Zürich, bestätigt, dass die rechtlichen Voraussetzungen für eine Hausdurchsuchung bei einem Wäscheklau in den seltensten Fällen erfüllt sind. Trotzdem rät er, eine Anzeige wegen Diebstahls einzureichen. «Nur so können Ermittlungen eingeleitet werden.»

Pro Monat gehen bei der Stadtpolizei vereinzelte Anzeigen zu Diebstählen in Waschküchen ein, wie Walker sagt. Wie viele es genau sind, lässt sich aber nicht beziffern: «Es ist keine Statistik vorhanden.» Kein Thema sind Diebstähle aus Waschküchen hingegen bei der Kantonspolizei, wie es auf Anfrage heisst: «Uns ist nichts Derartiges bekannt.»

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