Analyse: Sie können den ganz grossen Coup landen
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AnalyseSie können den ganz grossen Coup landen

Das Spiel gegen Serbien hat gezeigt: Diese Nati hat, was es braucht, um den ganz grossen Coup zu landen.

von
Florian Raz
Kaliningrad
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Die Schweizer Nati dreht die Partie gegen Serbien und ist auf bestem Weg für eine Achtelfinal-Qualifikation.

Die Schweizer Nati dreht die Partie gegen Serbien und ist auf bestem Weg für eine Achtelfinal-Qualifikation.

Keystone/Laurent Gillieron
Erlösung in der 90. Minute: Xherdan Shaqiri trifft zum Sieg.

Erlösung in der 90. Minute: Xherdan Shaqiri trifft zum Sieg.

Getty Images/Clive Rose
Kann es nicht lassen: Auch Shaqiri zeigt nach seinem Tor den Adler.

Kann es nicht lassen: Auch Shaqiri zeigt nach seinem Tor den Adler.

FreshFocus/Toto Marti/blick

Vor einem Spiel läuft in der Schweizer Garderobe jeweils «Bella Ciao», ein Partisanenlied aus dem Zweiten Weltkrieg. Es handelt von einem, der trotz der drohenden Gefahren hinauszieht in die Berge. Weil er einfach nicht anders kann.

Und genauso sieht sich ja diese Nati: Als eine Gemeinschaft, die nicht deswegen öffentlich zu ihren grossen Zielen steht, weil das gut klingt. Sondern, weil sie wirklich daran glaubt, dass sie zu etwas Grossem fähig ist.

«Wir sind nicht mit dem Achtelfinal zufrieden.» So hat das Vladimir Petkovic vor dem WM-Start gesagt. Welch ein forscher Auftrag an seine Spieler! Aber der Sieg gegen Serbien zeigt: Diese Nati hat, was es braucht. Und dazu gehört wohl auch dieses mutige Verkünden grosser Ziele.

«Ein guter Vibe»

Ja, die Schweizer mögen nicht die talentiertesten Offensivkräfte aller WM-Teams zu haben. Aber sie stellen eine Mannschaft, die sich als Einheit versteht und auch so auftritt. Darum sind sie dem Achtelfinal viel näher als der ehemalige WM-Mitfavorit Argentinien, der bislang aussieht wie eine orientierungslose Ansammlung von Einzelmasken.

Es herrsche «ein guter Vibe» in dieser Mannschaft, hat Goalie Yann Sommer zu Beginn des Turniers gesagt. Es gab schon einmal zwei Schweizer Mannschaften, die sich von so einem guten Gemeinschaftsgefühl ganz weit haben tragen lassen: Die U-17, die 2009 Weltmeister geworden ist. Und die U-21, die 2011 im Final der Europameisterschaft stand.

Die Nati scheint bereit

Granit Xhaka, Ricardo Rodriguez, Xherdan Shaqiri und Haris Seferovic sind alle 26 oder werden es in diesem Jahr. Yann Sommer ist 29, Mario Gavranovic 28. Alle waren sie bei diesen Exploits dabei. Alle befinden sich heute auf dem Zenit ihrer Leistungsfähigkeit.

Kommt dazu, dass diese Mannschaft seit vier Jahren fast unverändert zusammenspielt. Diese WM dürfte die Chance sein, in dieser Zusammensetzung den ganz grossen Coup zu landen. Es scheint, als sei die Schweizer Nati bereit dazu. Nur darf sie sich nicht zu sehr von den Diskussionen rund um den Adler-Jubel von Xhaka und Shaqiri von ihrem eigentlichen Ziel ablenken lassen.

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