25.07.2020 17:52

Best Of

Sie könnte eine nächste Billie Eilish werden

Die 14-jährige Patricia Lalor veröffentlicht ihre zweite EP «Do It Again» – und weitere Highlights der aktuellen Musikwoche.

von
Melanie Biedermann
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Die 14-jährige Irin Patricia Lalor produziert ihre Musik längst im Alleingang. Auf Spotify erreicht sie damit bereits Hunderttausende Fans.

Die 14-jährige Irin Patricia Lalor produziert ihre Musik längst im Alleingang. Auf Spotify erreicht sie damit bereits Hunderttausende Fans.

Instagram patricialalor_
Die neue EP «Do It Again» ist unter der Obhut des Major Labels Warner Music erschienen.

Die neue EP «Do It Again» ist unter der Obhut des Major Labels Warner Music erschienen.

Auch auf Youtube hat Lalore bereits 142’000 Abonnenten. Cover-Songs halfen dem frühen Erfolg.

Auch auf Youtube hat Lalore bereits 142’000 Abonnenten. Cover-Songs halfen dem frühen Erfolg.

Facebook Patricia Lalor sings

Im «Best Of» stellt dir 20 Minuten Radio die Highlights der aktuellen Musikwoche vor.

«Brand New», das Battle der neuesten Tracks, gibts normalerweise von Montag bis Freitag jeweils zwischen 15 und 19 Uhr in der «Supreme Show», live auf unserem Sender. Bis 2. August setzen wir aus. Danach ist unser Moderatoren-Team aus den verdienten Sommerferien zurück.

Release der Woche: Taylor Swift, «Folklore»

«Ich schrieb und nahm diese Musik in Isolation auf», erklärt Taylor Swift im offiziellen Statement. Vor diesem Jahr hätte sie wahrscheinlich überlegt, diese Musik zur «perfekten» Zeit zu veröffentlichen, aber heute sei nun mal nichts garantiert.

Doch dem Zufall überliess die 30-Jährige ihr Album keineswegs: The Nationals’ Aaron Dessner hat 11 der 16 Songs mitgeschrieben oder produziert, Bon Iver ist ebenfalls als Songwriter gelistet und übernimmt auf dem Song «Exile» gar einen Gastpart. Hitproduzent Jack Antonoff, der bereits bei «1989» und «Reputation» die Finger im Spiel hatte, war ebenfalls mit im Boot.

Die Produktion der Indie-Koryphäen hört man «Folklore» deutlich an. Swift klingt weniger auf Hit getrimmt, stellenweise sogar experimentell. Sie selber tut, was sie am besten kann: ihren Herzschmerz niederschreiben und besingen. Diesmal allerdings wieder näher an der Country-Variante, mit der sie in ihrer Heimat zum Star wurde.

«Ich habe all meine Launen, Träume, Ängste und Gedanken einfliessen lassen.» Swift kündigte ihr achtes Studioalbum nur Stunden vor dem tatsächlichen Release und für einmal ohne grosses Tamtam an. Das hätte nicht in die Zeit gepasst. Taylor Swift weiss ganz genau, was sie tut.

Video der Woche: Alanis Morrisette, «Reasons I Drink»

Gründe, warum ich trinke. Es ist ein catchy Titel. Alanis Morissette war nie eine, die um den heissen Brei herumredet. In den 90ern machte sie sich einen Namen als hässige weisse Frau in der Musikszene – als «Angry White Female», wie der «Rolling Stone» damals titelte. Ein Ritterschlag, wäre dem nicht der Unterton der Hysterie-Anklage vorausgeeilt.

Radio-DJs hätten sie nicht selten angesehen, als würde sie ihnen den Kopf abbeissen wollen, erinnert sich Morissette im Interview mit dem «Guardian». Manager hätten Lohnforderungen mit den Worten kommentiert: «So eine bist du also.»

Der Kampf hinterliess Spuren. Ihre schwerwiegendsten Süchte seien «Arbeit, Liebe und Essen». Das klingt nicht nach den klassischen Abgründen eines Rockstars, deswegen sind sie nicht minder schwerwiegend. Morissette spricht auch offen über ihre postnatale Depression, die sie nach den jeweiligen Geburten ihrer drei Kinder nur mit Medikamenten in den Griff bekommen hatte. Eine Zeile in «Reasons I Drink» bezieht sich direkt darauf.

Es ist schön, zu sehen, dass die Kanadierin auch nach 25 Jahren im Popgeschäft nie müde wird, aufzuklären. Das Risiko bleibt dasselbe, Morissette kennt es gut. Den Umgang damit hat sie gelernt. Am 31. Juli erscheint mit «Such Pretty Forks on the Road» ihr erstes Album seit acht Jahren.

Catch der Woche: Patricia Lalor, «Do It Again»

Die Geschichte ist bekannt: Ein junges Mädchen, kaum der Kindheit entsprungen, singt leidenschaftlich gern Lieder. Erst die ihrer Idole, bald jene, die sie vom Schlafzimmer aus selber produziert. Das Mädchen schreibt Songtexte so scharfsinnig, als hätte sie ihre Jugend längst verlebt. So begannen viele Popstar-Karrieren. Zuletzt gelang so ein Coup Billie Eilish.

Jetzt gibt eine junge Stimme aus Irland Hoffnung auf ein nächstes Popwunder. Patricia Lalor komponiert Folk-Pop, der trotz viel Melancholie den Optimismus nicht verliert. Auf Spotify hören bereits 110’000 monatliche Hörer zu. Frühe Songs wie «Sleep Talk» oder «Regret» stehen derzeit bei 370’000 und 250’000 Streams. Die vier neuen Songs, die Lalor am Freitag mit ihrer zweiten EP «Do It Again» veröffentlichte, dürften bald anknüpfen.

Schon jetzt klingt die 14-Jährige reifer; profilierter und vielschichtiger. In «Do It Again» verwebt sie ihren zarten Folk zum elektronischem Schichtwerk. Die EP ist bei East West Records erschienen, einem Tochterlabel des Majors Warner Music. 14 Jahre alt war auch Billie Eilish, als sie ihren ersten Major-Label-Vertrag unterzeichnete.

Live-Tipp der Woche: Musiksalztage

Weil die Winterthurer Musikfestwochen 2020 ins Wasser fallen, lancierte das Salzhaus zwei kleine feine Musikabende. Am 6. August spielen Crimer und Ikan Hyu, am 7. August stehen Black Sea Dahu und Femi Luna auf der Bühne.

Um den Event mit genug Luft und Raum für Fans zu managen, sind Tickets streng limitiert und ab Freitag, 24. Juli, im Vorverkauf verfügbar. Go!

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10 Kommentare
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szenekenner

26.07.2020, 13:18

Sehr sehr viele “könnten die nöchste billie eilish werden” Und doch wird es keine

jane

26.07.2020, 05:27

Crimer finde ich besser...eine zweite Eilish braucht keiner

Tinu

26.07.2020, 03:23

Nein. Sie wird nicht zu Billie Eilish. Sie wird sich selber bleiben, versprochen. Niemand wir plötzlich zu einem Menschen den es ja schon gibt. Das gäbe ja ein furchtbares Chaos!