Ohne Account: Sie könnten auf Tinder sein, ohne es zu wissen
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Ohne AccountSie könnten auf Tinder sein, ohne es zu wissen

Die Flirt-App Tinder zeigt Nutzern auch gemeinsame Facebook-Freunde an, mit Name und Foto. Selbst wenn diese gar keinen Tinder-Account haben.

von
J. Panknin
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Als sogenannte Eisbrecher zeigt die Dating-App Tinder den Flirtpartnern gemeinsame Facebook-Freunde an - und sogar Freunde zweiten Grades, also Freunde von Freunden.

Als sogenannte Eisbrecher zeigt die Dating-App Tinder den Flirtpartnern gemeinsame Facebook-Freunde an - und sogar Freunde zweiten Grades, also Freunde von Freunden.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Facebook-Freunde überhaupt ein eigenes Tinder-Konto haben. Und sie können nur wenig dagegen tun: Denn wer sich einen Facebook-Account zulegt, willigt automatisch in die AGB ein und gibt dem Netzwerk die uneingeschränkte Nutzungserlaubnis für alle geposteten Inhalte. Dies beinhaltet auch das Profilfoto und den vollen Namen.

Dabei spielt es keine Rolle, ob die Facebook-Freunde überhaupt ein eigenes Tinder-Konto haben. Und sie können nur wenig dagegen tun: Denn wer sich einen Facebook-Account zulegt, willigt automatisch in die AGB ein und gibt dem Netzwerk die uneingeschränkte Nutzungserlaubnis für alle geposteten Inhalte. Dies beinhaltet auch das Profilfoto und den vollen Namen.

Facebook
Aufgrund der AGB darf Facebook zudem Daten an Dritte weitergeben - wozu auch Apps wie Tinder gehören. Wer das nicht will, sollte die eigene Freundesliste auf dem Facebook-Account für alle verbergen. Auf diese Weise dürfte die Dating-App zumindest in der Theorie nicht auf die Informationen zugreifen.

Aufgrund der AGB darf Facebook zudem Daten an Dritte weitergeben - wozu auch Apps wie Tinder gehören. Wer das nicht will, sollte die eigene Freundesliste auf dem Facebook-Account für alle verbergen. Auf diese Weise dürfte die Dating-App zumindest in der Theorie nicht auf die Informationen zugreifen.

Tinder

«Woher kennst Du denn Reto Meyer?» So oder so ähnlich dürften schon einige Chats auf Tinder begonnen haben. Denn die Dating-App zeigt den Flirtwilligen als sogenannte Eisbrecher gemeinsame Facebook-Freunde an – und sogar Freunde zweiten Grades, also Freunde von Freunden. Diese werden mit vollem Namen und Facebook-Profilfoto angezeigt – dafür müssen sie nicht einmal selber bei Tinder angemeldet sein.

Entweder erfahren die Dargestellten nie oder erst durch Freunde, die auf der Dating-App aktiv sind, davon. So ging es auch einem 20-Minuten-Leser: «Wieso erscheine ich auf einer App, die ich nicht mal runtergeladen habe? Ist das rechtens?», schreibt er. «Leider ja», sagt Social-Media-Experte David Schäfer (siehe Box).

Facebook beliefert Tinder mit Fotos

Aufgrund der AGB dürfe Facebook Daten an Dritte weitergeben – wozu auch Apps wie Tinder gehörten. Wer das nicht wolle, müsse dies mit den entsprechenden Einstellungen auf Facebook unterbinden, erklärt Schäfer. «Das Einzige, was man machen kann, ist seine Profilinformationen für die Öffentlichkeit so gut wie möglich zu verschliessen. Auch wenn das nicht immer nützt», sagt Schäfer.

Wer sich einen Facebook-Account zulege, willige automatisch in die AGB ein und gebe dem Netzwerk damit die uneingeschränkte Nutzungserlaubnis für alle geposteten Inhalte. «Wenn die Facebook-Macher wollten, könnten sie irgendein Bild eines Nutzers nehmen und als Werbung auf eine riesige Leinwand auf den Times Square projizieren», so Schäfer.

Tinder hüllt sich in Schweigen

In Bezug auf den ungewollten Tinder-Auftritt rät der Experte, die eigene Freundesliste auf dem Facebook-Account für alle zu verbergen. Auf diese Weise dürfte die Dating-App zumindest in der Theorie nicht auf die Informationen zugreifen.

Allerdings hat sich Facebook auch hier ein Hintertürchen offen gelassen, das Tinder in die Hände spielt: Wer die Privatsphäre in den Einstellungen der Freundesliste auf «Nur ich» stellt, verhindert laut Erklärungstext des Netzwerks lediglich, dass alle Nutzer auf die ganze Liste zugreifen können. Haben die eigenen Facebook-Kontakte ihre Listen nicht entsprechend geschützt, wird man dort aber weiterhin als Verbindung angezeigt – und kann so auch auf der Dating-App landen.

Tinder selbst hüllt sich zum Thema in Schweigen und wollte auch nach mehrmaligen Nachhaken von 20 Minuten keine Stellung nehmen.

David Schäfer ist Jurist und Kommunikationsberater. Ausserdem ist er Geschäftsführer von Somexcloud, einer Beratungsagentur für Social-Media-Angelegenheiten sowie Schule für praxisnahe Social-Media-Ausbildungen.

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