Gewalttätige Security: «Sie misshandelten mich mit Fäusten und Tritten»
Aktualisiert

Gewalttätige Security«Sie misshandelten mich mit Fäusten und Tritten»

Im Berner Karma-Club wurde ein Gast von mehreren Security-Mitarbeitern verprügelt. Anschliessend wurde der blutende Partygast auf die Strasse gestellt.

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Simon R.* wurde in der Nacht auf Sonntag von mehreren Security-Mitarbeitern zusammengeschlagen.

Simon R.* wurde in der Nacht auf Sonntag von mehreren Security-Mitarbeitern zusammengeschlagen.

zvg
«Sie misshandelten mich mit Fäusten und Tritten», erinnert sich Simon.

«Sie misshandelten mich mit Fäusten und Tritten», erinnert sich Simon.

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Nach dem Vorfall hätten die Security-Mitarbeiter den blutenden Mann über einen Hinterausgang auf die Strasse geworfen.

Nach dem Vorfall hätten die Security-Mitarbeiter den blutenden Mann über einen Hinterausgang auf die Strasse geworfen.

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Am vergangenen Samstagabend wurde in der Aarbergergasse in Bern ausgelassen gefeiert: Auch Simon R.* war an jenem Abend mit einem Freund in der Stadt unterwegs. Sie verbrachten die Nacht im Karma-Club. «Alles war super, wir tanzten und genehmigten uns hie und da einen Drink», erinnert sich der 26-Jährige.

Gegen 4 Uhr morgens wollten die Freunde den Club verlassen. «Ich ging zur Garderobe, um unsere Jacken abzuholen und stellte mich in die Warteschlange», erzählt der Partygast. Als er an der Reihe war, fanden die Mitarbeiter der Garderobe die Jacke seines Freundes nicht mehr. «Ich nervte mich und wollte meinen Freund holen, da ich nicht wusste, wie seine Jacke aussieht.»

Plötzlich habe er von hinten eine Hand an der Schulter gespürt. Dann sei alles sehr schnell gegangen. «Ich wurde aus dem Nichts mit Faustschlägen traktiert», sagt R.

Blutenden Partygast auf die Strasse gestellt

Mehrere Unbeteiligte versuchten die Situation zu beruhigen. Plötzlich hätten ihn Security-Leute gepackt und in einen separaten Raum mitgenommen, erzählt der Berner. Dort sei ihm erneut Gewalt angetan worden: «Sie misshandelten mich mit Fäusten und Tritten.» Er sei am Boden gelegen und habe nur noch seinen Kopf geschützt, da mehrere Personen ununterbrochen auf ihn eingeprügelt hätten. Die Akteure hätten sich gegenseitig angestachelt: «Sie riefen immer wieder: ‹Schlag ihn, schlag ihn›.» Auch Schlagstöcke sollen im Spiel gewesen sein.

Blutend hätten ihn die Sicherheitsleute via Hinterausgang auf die Strasse gestellt, sagt R. Er habe nach dem Vorfall die Polizei gerufen und im Spital untersucht werden müssen. «Ich bin am ganzen Körper mit Prellungen und Schürfungen versehen.» Er will nun rechtliche Schritte gegen die Mitarbeiter der Security-Firma ergreifen und bittet Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben, sich bei der Polizei zu melden. «Ich werde mit einem Anwalt besprechen, wie man gegen diese Leute vorgehen kann.»

Verantwortliche halten sich bedeckt

Der Karma-Club wollte auf Anfrage keine Stellung nehmen und wies darauf hin, dass der Fall von der Polizei untersucht wird. Die zuständige Sicherheitsfirma meldete sich mit der selben Antwort: «Wir machen Sie darauf aufmerksam, dass der Fall von der Polizei geklärt wird und daher keine Aussagen gemacht werden dürfen.»

Es ist nicht der erste Vorfall, bei der ein Gast im Karma-Club durch Security-Mitarbeiter spitalreif geschlagen wurde. Erst letzten Oktober stand die Security-Firma des Clubs in der Kritik: Einem Gast wurde die Nase gebrochen, weil er mit einem Freund herumalberte. Damals wurde der Security-Mitarbeiter der Sicherheitsfirma entlassen.

* Name der Redaktion bekannt

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