Protest gegen Diego Maradona: Sie nennt Maradona Vergewaltiger und erhält dafür Morddrohungen
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Protest gegen Diego MaradonaSie nennt Maradona Vergewaltiger und erhält dafür Morddrohungen

Beim Gedenken an Diego Maradona protestiert Paula Dapena. Für die 24-jährige Fussballerin ist Maradona alles andere als ein Held.

von
Nils Hänggi
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Paula Dapena wollte sich nicht an der Gedenkminute beteiligen. Für die junge Fussballerin war Diego Maradona nicht nur ein guter Mensch. 

Paula Dapena wollte sich nicht an der Gedenkminute beteiligen. Für die junge Fussballerin war Diego Maradona nicht nur ein guter Mensch.

Foto: Twitter
Auf der ganzen Welt, in vielen Stadien trauerte man. Zig Fussballer dachten vor den Spielen an die argentinische Fussballlegende. 

Auf der ganzen Welt, in vielen Stadien trauerte man. Zig Fussballer dachten vor den Spielen an die argentinische Fussballlegende.

Foto: Imago
Diego Maradona hatte mehrere Kinder, unter anderem Dalma Nerea und Giannina Dinorah.

Diego Maradona hatte mehrere Kinder, unter anderem Dalma Nerea und Giannina Dinorah.

Foto: Imago

Darum gehts

  • Diego Maradona starb Ende November.

  • Während die Fussballwelt trauert, protestiert eine junge Fussballerin.

  • Sie sagt, dass Maradona ein Vergewaltiger und Pädophiler sei.

  • Nun erhält sie Morddrohungen.

Für viele Argentinier ist Diego Maradona ein Held. Und nicht nur für sie, nein. Für Fussballfans auf der ganzen Welt ist Mardona ein Idol, eine Legende. Als der Ex-Fussballer Ende November starb, brach für viele die Welt zusammen. Die Fussballwelt trauerte, die Menschen weinten. Vor den Partien gab es meist Schweigeminuten, um die argentinische Legende zu ehren. So auch bei der Partie Viajes Interrias FF gegen Deportivo Abanca in der dritten spanischen Liga.

Obwohl – etwas war da anders: Paula Dapena verweigerte sich dem Gedenken an einen der besten Fussballer aller Zeiten. Während alle Beteiligten auf und neben dem Feld still dastanden, wandte die 24-jährige Fussballerin dem Geschehen den Rücken zu, setzte sich demonstrativ auf den Boden.

Maradona ein Vergewaltiger und Pädophiler?

Weshalb sie das tat, erklärte sie nach der Partie dem Onlineportal «Pontevedra Viva»: «Ich weigere mich, eine Schweigeminute für einen Vergewaltiger, Pädophilen und Täter abzuhalten. Ihm können nicht alle Gräueltaten vergeben werden, die er begangen hat.» Und: «Maradona war ein Spieler mit grossen Fähigkeiten. Aber man muss zuerst als Person Werte verkörpern, die grösser und jenseits von solchen Fähigkeiten sind.»

Die Reaktionen auf ihren Protest fielen unterschiedlich aus. Manche waren harmlos. So erkundigte sich der Trainer der Gäste in der Halbzeit bei Dapena nach dem Grund für ihre Aktion, auch ihre Mitspielerinnen reagierten gelassen. «Sie sahen mich an und lachten, weil sie wussten, dass ich nicht wollte», sagte Dapena.

Andere Reaktionen fielen alles andere als harmlos aus. Die 24-Jährige bekam auch Morddrohungen, weswegen sie ihre Social-Media-Kanäle auf privat umstellen musste. Bei ihrer Meinung bleibt sie dennoch, ist weiterhin überzeugt davon.

1999 stand Maradona vor Gericht

Gegenüber der Onlinezeitung «El Diario» legte Dapena noch einmal nach: «Vor einigen Tagen war der internationale Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Und es wurde eine Schweigeminute für einen Mann, der Missbrauch begangen hat, und nicht für die Opfer abgehalten. Meine feministischen Ideale erlaubten es nicht, Maradona zu huldigen. Für mich war Maradona ein spektakulärer Spieler, aber als Person liess er viel zu wünschen übrig.»

Ihre Vorwürfe belegt die Fussballerin nicht. Anzunehmen ist, dass sie auf einen Prozess aus dem Jahr 1999 anspielt. Damals musste Maradona, der mehrere Kinder hatte, wegen eines Vaterschaftsprozesses vor Gericht und wurde verurteilt. Er soll damals eine Affäre mit einer Minderjährigen gehabt und sie geschwängert haben.

Bist du oder jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Onlineberatung für Frauen (BIF)

Onlineberatung für Männer

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Tel. 147

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