Altstätten SG: «Sie roch ganz komisch nach einer fremden Wohnung»
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Altstätten SG«Sie roch ganz komisch nach einer fremden Wohnung»

Eine der Katzen von Jennifer Rosenberger verschwindet jeweils tagelang und kehrt wohlgefüttert und nach einer fremden Wohnung riechend zurück. Sie ärgert sich, dass fremde Personen ihre Katze unerlaubt «retten» wollen.

von
Leo Butie
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Namida, die Katze von Jennifer Rosenberger aus Altstätten SG, verschwindet jeweils für einige Tage spurlos.

Namida, die Katze von Jennifer Rosenberger aus Altstätten SG, verschwindet jeweils für einige Tage spurlos.

20min-Community
Wenn sie zurück kehre, rieche sie nach einer anderen Wohnung. 

Wenn sie zurück kehre, rieche sie nach einer anderen Wohnung.

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Beim ersten Mal, als es passierte, machte sich die Besitzerin (27) grosse Sorgen. 

Beim ersten Mal, als es passierte, machte sich die Besitzerin (27) grosse Sorgen.

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Darum gehts

  • Die Katze von Jennifer Rosenberger verschwand mehrere Male über längere Zeit spurlos.

  • Kam sie zurück, habe sie nach einer fremden Wohnung gerochen.

  • Die Besitzerin ist verärgert, dass fremde Personen ihre Katze unerlaubt retten möchten.

  • Zugelaufene Tiere muss man in der Schweiz melden.

Jennifer Rosenberger aus Altstätten SG hat eine innige Beziehung zu ihren Haustieren. Deshalb machte sie sich grosse Sorgen, als eine ihrer beiden Katzen, Katzendame Namida, einfach nicht mehr nach Hause kam. «Sie haben einen festen Rhythmus und wissen, wann ich ungefähr nach Hause komme», sagt die 27-Jährige. In der Vergangenheit sei ihr bereits eine Katze gestohlen worden, weshalb Sie sich noch mehr Sorgen machte. «Meine Tiere sind wie meine Kinder, deshalb konnte ich auch nicht mehr schlafen.»

Umso grösser sei die Erleichterung gewesen, als Namida wohlgefüttert nach fünf Tagen wieder aufkreuzte. «Sie roch ganz komisch nach einer fremden Wohnung. Ich nahm also an, dass sie jemand zu sich hereinliess», erzählt Rosenberger. Kurz darauf verschwand ihre Katze wieder, und wieder machte sich die Besitzerin grosse Sorgen. «Es hätte ja auch sein können, dass sie verletzt oder von einem Auto totgefahren wurde», meint die Altstätterin.

Zugelaufene Katzen muss man melden

Im November letzten Jahres wurde der Fall einer Katze in Uttwil TG bekannt, die nach drei Jahren wieder mit der Besitzerin zusammengeführt werden konnte. Es wäre bereits früher möglich gewesen, doch das Tier wurde im 12 Kilometer entfernten Schönenberg an der Thur TG von einem Ehepaar gefüttert. Das Paar habe das Tier gefüttert, weil es glaubte, es habe kein Zuhause.

Dabei besteht laut Beatrice Baumann, Präsidentin Tierhilfe Schweiz, eine Meldepflicht. «Man sollte ein zugelaufenes Tier melden, nach einem Chip untersuchen lassen und bei der Schweizerischen Tiermeldezentrale STMZ eintragen», so Baumann. Diese Mühe würden sich viele aber nicht machen. Die Polizei, Gemeindearbeiter sowie Tierschutzorganisationen verfügen über solche Chip-Lesegeräte.

Aktuell befinden sich über 4000 Meldungen mit vermissten Katzen in der STMZ-Datenbank.

Im Schweizerischen Zivilgesetzbuch heisst es bei Art. 720a: Wer ein verlorenes Tier findet, hat unter Vorbehalt von Artikel 720 Absatz 3 den Eigentümer davon zu benachrichtigen und, wenn er ihn nicht kennt, den Fund anzuzeigen. Wer das nicht tut, macht sich strafbar und muss mit einer Busse rechnen. Ab dem Zeitpunkt der Meldung beginnt eine zweimonatige Frist. Findet sich der Besitzer in dieser Zeit nicht, geht das Tier als Eigentum auf den Finder über. Heisst, er darf sie behalten.

Nach Aufruf im Internet ist Ruhe eingekehrt

Doch auch dieses Mal kehrte das Tier nach einigen Tagen zurück. Dieses Spiel habe sich einige Male wiederholt: «Nach dem fünften Mal habe ich mir weniger Sorgen gemacht. Aber es hat mich sehr genervt, dass ein Möchtegern-Tierretter immer wieder meine Katze bei sich aufnimmt.» So entschloss sie sich dazu, sich in einer lokalen Gruppe auf Facebook darüber zu beschweren. Es gebe keinen Grund, ihre Katze zu füttern oder reinzulassen, sie sehe nämlich auch nicht unterernährt aus. Mehrere User auf Facebook berichten von ähnlichen Vorfällen. «Unsere Katze ist auch tagelang nicht mehr nach Hause gekommen», schreibt beispielsweise eine Userin. «Man sollte Katzen einfach in Ruhe lassen, die meisten haben ja ein Zuhause.»

Ihr Post hat offenbar Wirkung gezeigt, denn seither ist Namida jeden Abend wieder aufgetaucht. Zusätzlich hat sich Rosenberger einen GPS-Tracker angeschafft, um herauszufinden, wo sich die Katze aufhält, falls sie nochmals verschwindet. «Ich hoffe, dass es sich damit erledigt hat», meint Rosenberger.

Du weisst von einem Tier in Not?

Hier findest du Hilfe:

Feuerwehr, Tel. 118 (Tierrettung)

Polizei, Tel. 117 (bei Wildtieren)

Tierrettungsdienst, Tel. 044 211 22 22

Schweizerische Tiermeldezentrale, wenn ein Tier entlaufen/zugelaufen ist

Stiftung für das Tier im Recht, für rechtliche Fragen

GTRD, Grosstier-Rettungsdienst, Tel. 079 700 70 70 (Notruf)

Schweizerische Vogelwarte Sempach, für Fragen zu Wildvögeln, Tel. 041 462 97 00

Tierquälerei:

Meldung beim kantonalen Veterinäramt oder beim Tierschutz Schweiz (anonym möglich)

Deine Meinung

170 Kommentare
Kommentarfunktion geschlossen

Sugo71

23.02.2021, 05:52

Mann kann von Glück reden das es Tier liebe Menschen gibt ist ja kein Problem wenn Mann Katzen füttert heißer noch gar nichts

Marcus McCarran

22.02.2021, 08:54

Katzen haben keine Besitzer. Sie haben Personal. Dieses wird nach Belieben gewechselt.

Klugscheisser20

22.02.2021, 08:54

Wenn ich hier jeweils die Kommentare lese, frage ich mich immer woher der typische 20min.-Leser seine (Aus-) Einbildung hernimmt. Hauptsache immer ein unqualifizierter Kommentar loslassen auch wenn man von der Materie die gerade kommentiert nicht die geringste Ahnung hat.