Aktualisiert 11.12.2019 16:14

Atlantic Challenge

Sie rudert ganz allein über den Atlantik

Gabi Schenkel startet morgen zur Atlantic Challenge. Die Zürcherin weiss, wie es ist, an ihre Grenzen zu gehen.

von
Marcel Rohner
1 / 5
Das Ufer wird Gabi Schenkel für eine Weile nicht mehr sehen: Die Schweizerin hat sich nämlich vorgenommen, über den Atlantik zu rudern. Ganz allein.

Das Ufer wird Gabi Schenkel für eine Weile nicht mehr sehen: Die Schweizerin hat sich nämlich vorgenommen, über den Atlantik zu rudern. Ganz allein.

DUTCH OCEAN EXPEDITIONS
Die 42-Jährige nimmt an der Atlantic Challenge teil. Zu der Regatta starten am Donnerstag, 12. Dezember, 35 Teams, einige zu zweit andere zu dritt oder zu viert. Und da ist eben Schenkel, die einzige Solistin.

Die 42-Jährige nimmt an der Atlantic Challenge teil. Zu der Regatta starten am Donnerstag, 12. Dezember, 35 Teams, einige zu zweit andere zu dritt oder zu viert. Und da ist eben Schenkel, die einzige Solistin.

DUTCH OCEAN EXPEDITIONS
Fast 5000 Kilometer will Schenkel hinter sich bringen. Dass sie beissen kann, weiss sie: Sie ist Ultramarathonläuferin, absolviert also Läufe mit bis zu 180 Kilometern Distanz.

Fast 5000 Kilometer will Schenkel hinter sich bringen. Dass sie beissen kann, weiss sie: Sie ist Ultramarathonläuferin, absolviert also Läufe mit bis zu 180 Kilometern Distanz.

zvg

Fast 5000 Kilometer will Gabi Schenkel hinter sich bringen. In einem Ruderboot. Ganz allein. Die Zürcherin nimmt an der Talisker Whisky Atlantic Challenge teil, als erste und einzige Schweizerin in der Kategorie Solo. Ihren Konkurrenten – Baumstämmen von Männern – ist sie körperlich unterlegen. Aber: «Ich kann beissen», sagt sie. Denn Schenkel weiss, wie es ist, an ihre Grenzen zu gehen. Die 42-Jährige ist Ultramarathonläuferin, absolviert regelmässig Rennen über 180 km.

Doch gerudert hat sie vor 2018 nie. Dann trainierte sie auf dem Ergometer, sie fand es öde und nahm einen Anfängerkurs. Seither hat sie auf dem Zürichsee 800 Kilometer absolviert und in den Niederlanden dreieinhalb Wochen auf ihrem Boot, das mit zwei Kojen ausgestattet ist, gelebt. Sie testete ihre Entsalzungsanlage, das Werfen des Treibankers bei Tag und Nacht, die Mahlzeiten, das Schlafen, das ganze Programm. Und als sie in einen Sturm kam und die Besatzung eines vorbeifahrenden Bootes fragte, ob man sie abschleppen müsse, rief sie zurück: «Nein, nein, ich muss das lernen!»

Morgen legt Schenkel auf der Kanareninsel La Gomera ab, sie wird ein bis zwei Monate unterwegs sein. Ihr Boot ist eines von 35, es gibt neben den Solisten auch Teams von bis zu fünf Personen. Schenkels erstes Ziel: ankommen. Das zweite: Spass haben. Und das dritte: so schnell wie möglich in Antigua sein.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.