Aktualisiert 11.12.2019 12:01

Brand von Solothurn

«Sie sagt oft, sie wäre lieber tot»

Beim tragischen Brand in Solothurn verloren sieben Menschen ihr Leben. Nun redet die Mutter der mutmasslichen Brandverursacherin.

von
km

Vier Erwachsene, zwei Kinder im Schulalter und ein Kleinkind verloren beim verheerenden Brand vom 26. November 2018 in Solothurn ihr Leben. Eine damals 26-jährige Bewohnerin des Mehrfamilienhauses soll das Feuer ausgelöst haben. Der Brand sorgte für eine tödliche Rauchentwicklung im ganzen Haus.

Nun hat sich die 64-jährige Mutter der Brandverursacherin gemeldet und beteuert gegenüber der Zeitung «Blick», dass es ihrer Tochter «unendlich leid» tue. Auch ein Jahr nach dem tragischen Brand spüre die Familie die Folgen noch: «Es geht mir nicht gut», sagt die Mutter, «Ich wäre froh, wenn endlich alles geklärt wäre.»

«Sie braucht jetzt noch professionelle Hilfe»

An jenem 26. November vor einem Jahr soll die junge Frau im Bett Schlaftabletten genommen und eine Zigarette geraucht haben. «Ob sie Alkohol getrunken hat, weiss ich nicht», sagt die Mutter. Es sei schon bekannt gewesen, dass die Tochter Probleme mit Alkohol hätte und Unterstützung bräuchte. Nach dem Brand wurde die Frau, die früher als Mann lebte, in eine geschlossene Anstalt eingewiesen. «Sie war nur noch am Weinen», so die 64-Jährige. Ihre Tochter sei schon immer psychisch instabil gewesen: «Sie braucht jetzt professionelle Hilfe.»

«Jenny sagt oft, sie wäre lieber tot»

Die Frau hat die Kinder, die beim Feuer ums Leben kamen, gekannt: «Sie leidet, und das sieht niemand», sagt die Mutter. «Sie sagt oft, sie wäre lieber tot.» An der grossen Trauerfeier für die Verstorbenen konnten weder Mutter noch Tochter teilnehmen. «Wir hätten Polizeischutz gebraucht.» Trotzdem betont sie, dass ihr die Familien der Verstorbenen unglaublich leidtun würden. «Es ist für beide Seiten nicht einfach. Aber leider. Man kann es nicht ändern.»

Noch immer unklar ist, wann der Fall vor Gericht verhandelt wird.

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Bei einem Brand in Solothurn starben am Montag, 26. November, sechs Menschen. Abdul Karem (21), der Bewohner eines Nachbarhauses, rettete in dieser Nacht ein Baby.

Bei einem Brand in Solothurn starben am Montag, 26. November, sechs Menschen. Abdul Karem (21), der Bewohner eines Nachbarhauses, rettete in dieser Nacht ein Baby.

Noah Zygmont/20M
Eine Nachbarin klingelte um 2 Uhr morgens bei ihm. Er sah, wie eine Frau im brennenden Haus ein Kind heraushielt. «Ich ging sofort nach draussen und schaffte es knapp, das Baby aufzufangen», sagt er.

Eine Nachbarin klingelte um 2 Uhr morgens bei ihm. Er sah, wie eine Frau im brennenden Haus ein Kind heraushielt. «Ich ging sofort nach draussen und schaffte es knapp, das Baby aufzufangen», sagt er.

Kantonspolizei Solothurn
Unter den Todesopfern sind auch Kinder.

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Kantonspolizei Solothurn
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