Aktualisiert 26.07.2016 20:37

Schwadernau BE«Sie sagte mir, sie sei vergewaltigt worden»

Bei einer Veranstaltung im Berner Seeland wurde eine junge Frau laut Polizei sexuell belästigt. Sie selbst sprach jedoch von einer Vergewaltigung.

von
kaf
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Beim Bach auf dem Festgelände des Tractor-Pullings in Schwadernau BE wurde eine Frau sexuell belästigt.

Beim Bach auf dem Festgelände des Tractor-Pullings in Schwadernau BE wurde eine Frau sexuell belästigt.

«Das Mädchen kam zu mir und sagte, sie wurde vergewaltigt», sagt der OK-Präsident während den Abbauarbeiten gegenüber 20 Minuten.

«Das Mädchen kam zu mir und sagte, sie wurde vergewaltigt», sagt der OK-Präsident während den Abbauarbeiten gegenüber 20 Minuten.

Die Frau sass bei einem Traktor, als sie gegen 23 Uhr von einem Unbekannten angegangen wurde.

Die Frau sass bei einem Traktor, als sie gegen 23 Uhr von einem Unbekannten angegangen wurde.

20 Minuten/kaf

Das Tractor Pulling in Schwadernau hätte ein unbeschwertes Fest werden sollen, doch nun überschattet ein Drama den Anlass vom vergangenen Samstagabend: Eine junge Frau wurde von einem Unbekannten in sexueller Absicht angegangen. Das Opfer konnte «teilweise unbekleidet» flüchten und blieb physisch unverletzt, wie die Staatsanwaltschaft Berner Jura-Seeland mitteilt. In ihrer Mitteilung ist von «sexueller Belästigung» die Rede.

«Das Mädchen kam zu mir und sagte, es sei vergewaltigt worden», sagt der OK-Präsident, der anonym bleiben will, zu 20 Minuten. Die junge Frau soll rund 20 Jahre alt sein. Er habe umgehend die Polizei verständigt, die sich um die Frau gekümmert und Spuren gesichert habe. Warum jetzt aber «nur» wegen sexueller Belästigung ermittelt wird, erstaunt den Veranstalter. Polizeisprecher Nicolas Kessler sagt dazu: «Wir kommunizieren gesicherte Informationen. Was genau passiert ist, wird derzeit untersucht.»

Keiner hörte Hilferufe

Fakt ist: Das Opfer hatte den Abend vor der Tat mit Freunden auf dem Festgelände im Campingbereich am Enselweg verbracht. Die Frau sass bei einem Traktor, als sie laut Kapo gegen 23 Uhr von einem Unbekannten angegangen wurde. Am bewaldeten Ufer eines Baches habe sie schliesslich vor ihrem Angreifer flüchten können. «Rund 40 Meter nebenan stand das Sicherheitspersonal beim Festeingang», so der OK-Präsident. Hilferufe der Frau habe die Security aber keine gehört.

Erst Mord im Nachbardorf, nun sexueller Übergriff

Was genau zwischen der ersten Begegnung beim Traktor und der Flucht geschehen ist, weiss die Polizei noch nicht: «Wir hoffen auf Augenzeugenberichte», sagt Sprecher Nicolas Kessler auf Anfrage. Laut den Veranstaltern hatten rund 3000 Leute das Fest besucht, die Besucher seien teilweise aus der ganzen Schweiz und gar dem Ausland gekommen. «Das Ganze ist furchtbar. Wir hatten in den letzten 18 Jahren nie Probleme – und jetzt so etwas», so der OK-Sprecher.

Auch im Dorf ist der Schock gross: «Zuerst der Mord in Orpund und jetzt das. Ich wage mich mit meinem Hund nicht mehr in den Wald», sagt eine Anwohnerin.

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