Eva Green: "Sie sagten mir, ich sei fett"
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Eva Green"Sie sagten mir, ich sei fett"

Die Schauspielerin Eva Green ist das neue Gesicht der Kosmetikmarke L'Oréal Professionnel. Beim Interview in Paris verriet uns die französische Schauspielerin, was sie von Schönheitswahn und Social Media hält.

Geheimnisvoll: Schauspielerin Eva Green.

Geheimnisvoll: Schauspielerin Eva Green.

Wir treffen Eva Green in einer Hotelsuite in Paris, wo sie als neue Botschafterin der Haarpflegemarke L'Oréal Professionnel vorgestellt wird. Die umwerfend schöne Schauspielerin trägt eine bodenlange, schwarze Gothic-Robe und wuchtige Silberringe an den Fingern, die wie eine Mischung aus Hell's-Angels-Schmuck und Harald Glööcklers Klunkern aussehen.

Mit diesem Styling wirkt Eva Green, 34, weniger wie die Femme Fatale, die sie so oft spielt, sondern eher wie eine verletzliche junge Frau. Ist das Absicht? Wohl kaum. Die französische Schauspielerin gilt als sehr schüchtern und gestikuliert beim Sprechen oft mit den Händen. Dabei klappern ihre Ringe stetig aneinander.

Eva, du gehörst zu Hollywoods Mega-Brünetten. Was sind deine Haarpflege-Geheimnisse?

Jede Rolle bringt einen neuen Hairstyle mit sich. Das kann die Kopfhaut angreifen oder die Haare stumpf werden lassen. Ich pflege meine Haare deshalb jedes Wochenende mit speziellen Masken und Kopfhaut-Treatments.

Andere Beauty-Tricks?

Meine Mutter hat mir schon früh beigebracht, nasse Haare nie trockenzurubeln. Das gibt Spliss. Maman ist mit Haaren einfach großartig, sie hätte bestimmt als Friseurin Karriere machen können.

Deine Mutter, Marlène Jobert, ist auch Schauspielerin. Wie hat sie auf deine Berufswahl reagiert?

Sie wusste es am Anfang nicht. Maman wollte eigentlich nicht, dass ich Schauspielerin werde.

Warum?

Weil sie weiß, wie hart das Filmbusiness manchmal sein kann. Sie hatte recht. Kurz nach meinem ersten Film "The Dreamers" haben mir Studiobosse und Agenten gesagt, ich sei fett. Und mir geraten abzunehmen, da ich sonst keine weiteren Rollen mehr bekommen würde.

Das ist heftig. Wie bist du mit dieser Kritik umgegangen?

Ich bin sofort zu meiner Mutter gefahren und habe mich von ihr trösten lassen. Das ist auch heute noch so. Sie ist meine Zuflucht und baut mich auf, wenn ich an mir selbst zweifle. Wenn ich so richtig am Boden bin, gibt es nichts Schöneres, als zu ihr nach Hause zu fahren, wo sie für mich kocht und mich aufpäppelt. Ich bin halt ein richtiger Stubenhocker.

Findet sie es jetzt aber okay, dass du Schauspielerin bist?

Ja, Maman hat sich mittlerweile damit abgefunden und unterstützt mich, wo sie nur kann. Sie reist viel mit mir herum, kommt oft zu mir ans Filmset und begleitet mich zu Premieren.

Wie gehst du unterdessen mit dem Schönheits - und Fitnesswahn in Hollywood um?

Es ist nicht leicht und kann Angst machen. Trotzdem muss ich als Schauspielerin in Form bleiben - mein Körper ist mein Ausdrucksmittel. Ich arbeite darum mit einem Personal Trainer zusammen, der mich zu Push-ups & Co. zwingt und versuche mich gesund zu ernähren. Ich bin aber Französin. Rotwein und Käse müssen einfach sein.

Viele Stars zelebrieren ihr Essen auf Instagram ...

Von Social Media wird mir schlecht. Diese Selbstdarstellung finde ich einfach zum Kotzen. Es ist doch viel schöner, geheimnisvoll zu bleiben. Die Welt da draußen muss nicht alles über mich wissen. Oder was ist spannend daran, wie ich beim Beine rasieren oder auf dem WC aussehe?

Du zeigst dich aber gerne auf dem roten Teppich. Smokey-Eyes sind dort dein Markenzeichen. Wie schminkst du dich privat? Ehrlich? Daran habe ich mich zuerst gewöhnen müssen, zelebriere jetzt aber jeden Red-Carpet-Auftritt wie eine Filmrolle. Privat schminke ich mich dagegen so gut wie nie. Was vielleicht damit zu tun hat, dass ich absolut kein Talent dafür habe. Wenn ich aber mal zum Essen abgemacht habe, schwöre ich auf roten Lippenstift.

20 Minuten Friday

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