Bethlehem BE: «Sie saufen, kiffen und hinterlassen ein Chaos»
Aktualisiert

Bethlehem BE«Sie saufen, kiffen und hinterlassen ein Chaos»

Das Ladenzentrum Gäbelbach steht seit einiger Zeit leer. Die Ladengasse wird von Jugendlichen als Freizeitort benutzt – Anwohner nerven sich über Dreck und Lärm.

von
Noemie La Bella

Eine der betroffenen Anwohnerinnen, die sich über das verdreckte Ladenzentrum nervt, schildert die Situation.

Die Anwohner des Quartiers Gäbelbach stossen bei den derzeitigen Zuständen in ihrer Wohnumgebung an ihre Grenzen.

Das leerstehende Ladenzentrum Gäbelbach dient als Durchgang zu den Wohnblöcken und wird von Jugendlichen aus dem Raum Bethlehem regelmässig als Aufenthaltsort genutzt. Das hat Folgen.

«Es halten sich hier regelmässig Jugendliche auf, die kiffen, saufen, dealen und randalieren und dann einen riesigen Saustall hinterlassen», sagt Mieterin Mariella Ruberto (31) gegenüber 20 Minuten. Sie habe bereits etliche Male die Polizei kontaktieren müssen oder sich an die Verwaltung gewandt. Bis jetzt habe sich allerdings nichts getan. «Wir sind den Gestank, den Abfall und die lauten Jugendlichen leid, unsere Verwaltung muss endlich handeln», so die gelernte Detailhandelsfachfrau.

Regelmässige Betreuung durch Pinto

Auch bei Prävention, Intervention, Toleranz der Stadt Bern (Pinto) hat man Kenntnis von der Situation im Gäbelbach-Zentrum. Gemäss Leiter Silvio Flückiger war die mobile Interventionsgruppe bis letzten November regelmässig vor Ort. «Wir konnten vor allem einen erhöhten Lärmpegel und Littering feststellen», sagt er. Draussen sei hin und wieder Marihuana geraucht worden. «Harte Drogen wurden aber keine konsumiert», sagt Flückiger.

Da sich die Zustände im Ladenzentrum zum Jahresende verbessert hätten, habe Pinto seine Präsenz heruntergefahren. Flückiger: «Nach den neusten Beschwerden werden wir nächste Woche aber sicher wieder vor Ort gehen.»

Auf Anfrage von 20 Minuten bestätigt auch die Kapo Bern vereinzelte Einsätze vor Ort.

Verwaltung verspricht baldige Besserung

20 Minuten konfrontierte die Verwaltung der Liegenschaft mit den Vorwürfen. «Wir sind uns bewusst, dass die Situation für die Anwohner momentan ungemütlich ist», sagt Geschäftsführer Peter Schmid von der Dr. Meyer Immobilien AG. Er stellt jedoch eine baldige Entschärfung der Situation in Aussicht: Mit einem Grossmieter sei für die gesamte leerstehende Fläche ein Mietvertrag mit langer Laufzeit unterzeichnet worden. Schmid: «Diese erfreuliche Entwicklung wird die örtliche Situation definitiv wesentlich verbessern.»

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