Matiss B. (18) verprügelt: «Sie schlugen mir mit der Faust ins Gesicht»
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Matiss B. (18) verprügelt«Sie schlugen mir mit der Faust ins Gesicht»

Der 18-jährige Matiss B. aus Zürich wurde am Ostermontag angegriffen. Seine Mutter ist fassungslos, die Polizei ermittelt.

von
Monira Djurdjevic
20min/Monira Djurdjevic

Darum gehts

  • Ein 18-Jähriger wurde am Ostermontag bei einer Tramhaltestelle in Zürich-Altstetten angegriffen.

  • Er erlitt ein geschwollenes Gesicht, mehrere Zähne sind wackelig.

  • Nun will er aus Angst das Haus nicht mehr alleine verlassen.

Ein geschwollenes Gesicht und mehrere wacklige Zähne – am Ostermontag wurde der 18-jährige Matiss B.* in Zürich-Altstetten Opfer einer brutalen Attacke. «Seit dem Vorfall traut sich mein Sohn nicht mehr richtig aus dem Haus», sagt seine Mutter Sigita B.* (40) am Mittwoch. Zum Streit kam es laut ihr aus nichtigem Grund: «Mehrere Teenager sprachen ihn an und wollten seine Cola-Flasche. Weil er sich weigerte, ihnen die Flasche zu geben, liefen sechs Jugendliche ihm nach.»

Bei der Tramhaltestelle Lindenplatz kam es dann zum Angriff, wie Matiss im Video erzählt. Die Gruppe hätte ihn umzingelt. «Einer sagte, ich soll ihm sofort meine Airpods geben. Aus Angst habe ich es gemacht.» Die Situation eskalierte dennoch. «Drei aus der Gruppe gingen auf mich los und schlugen mir jeweils mit der Faust ins Gesicht. Danach liefen sie weg.»

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Der Vorfall geschah am Ostermontag an der Tramhaltestelle Lindenplatz in Zürich.

Der Vorfall geschah am Ostermontag an der Tramhaltestelle Lindenplatz in Zürich.

20min/Monira Djurdjevic
Matiss B. (18) traut sich nach dem Angriff kaum mehr aus dem Haus.

Matiss B. (18) traut sich nach dem Angriff kaum mehr aus dem Haus.

20min/Monira Djurdjevic
Laut Matiss wurde er von sechs Jugendlichen umzingelt, drei gingen auf ihn los und schlugen ihn.

Laut Matiss wurde er von sechs Jugendlichen umzingelt, drei gingen auf ihn los und schlugen ihn.

20min/Monira Djurdjevic

«Ich muss ihn jetzt überall hin begleiten»

Der psychische Schaden sei schlimm, sagt seine Mutter. «Er leidet unter Panikattacken und will nichts mehr alleine machen. Ich muss ihn jetzt überall hin begleiten.» Die Gewaltbereitschaft der Jugendlichen macht die 40-Jährige fassungslos. «Es ist beängstigend und schockierend. Mein Sohn ist Autist und ist absolut nicht in der Lage, sich gegen solche Angriffe zu wehren.»

Am Donnerstag will B. zusammen mit ihrem Sohn Anzeige bei der Polizei erstatten. «Mein Sohn und ich hoffen, dass die Täter bald gefasst werden und sich bei ihm entschuldigen. Das würde ihm helfen, das Ganze besser zu verarbeiten.» Bei der Stadtpolizei Zürich bestätigt man den Einsatz auf Anfrage, die Ermittlungen laufen. «Die polizeilichen Befragungen müssen noch durchgeführt werden», sagt Medienchefin Judith Hödl.

*Name der Redaktion bekannt

Jugendkriminalität im Kanton Zürich

Die Jugendkriminalität ist im Kanton Zürich erneut gestiegen – um zehn Prozent. Besonders hoch ist die Zunahme bei den Raubstraftaten, die um 74 Prozent zugenommen haben. Sicherheitsdirektor Mario Fehr führt das vor allem auf die eingeschränkten Möglichkeiten für Jugendliche durch die Corona-Massnahmen zurück. Bei der Veröffentlichung der Kriminalitätsstatistik 2020 im März sagte er vor den Medien: «Der Anstieg bei der Jugendkriminalität hat klar mit der Corona-Pandemie zu tun.» Die Jugendlichen hätten keine sinnvolle Freizeitbeschäftigung mehr. Oft seien diese Delikte gegen andere Jugendliche gerichtet. «Es ist deshalb sehr wichtig, dass es trotz Massnahmen vernünftige Freizeitangebote für Jugendliche gibt», so Fehr. Christiane Lentjes Meili, Chefin der Kriminalpolizei der Kapo, ergänzte: «Die Jugendlichen würden in Gruppen agieren, die bewaffnete Tatausführung habe zugenommen.» Ebenfalls festgestellt wurde eine Zunahme der jungen Intensivtäter. Die Kantonspolizei hat für das laufende Jahr deshalb das Schwerpunktziel, die Jugendkriminalität zu bekämpfen.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Fachstelle Frauenberatung

Online- und Einzelchatberatung für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder

Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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