Viola Rossi von «Mass-Voll» – Sie schrie Polizisten an – jetzt tritt sie in der «Arena» auf
Aktualisiert

Viola Rossi von «Mass-Voll»Sie schrie Polizisten an – jetzt tritt sie in der «Arena» auf

Am Freitag wird «Mass-Voll»-Co-Präsidentin Viola Rossi wohl in der SRF-«Arena» auftreten. Das sorgt bereits im Vorfeld der Sendung für Zoff.

von
Joel Probst
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Co-Präsidentin Viola Rossi wird laut ihrer Gruppierung «Mass-Voll» am Freitag in der SRF-«Arena» auftreten.

Co-Präsidentin Viola Rossi wird laut ihrer Gruppierung «Mass-Voll» am Freitag in der SRF-«Arena» auftreten.

20min/Simon Glauser
Thema der Sendung ist das zweite Referendum gegen das Covid-Gesetz.

Thema der Sendung ist das zweite Referendum gegen das Covid-Gesetz.

SRF/Oscar Alessio
Auf Social Media sorgt die Teilnahme von Rossi in der «Arena» für grossen Unmut.

Auf Social Media sorgt die Teilnahme von Rossi in der «Arena» für grossen Unmut.

20min/Marco Zangger

Darum gehts

  • Für die Massnahmen-Gegner und -Gegnerinnen wird voraussichtlich «Mass-Voll»-Co-Präsidentin Viola Rossi am Freitag in der SRF-«Arena» auftreten.

  • Videos zeigen, wie sie Polizisten und Polizistinnen anschreit und ihnen Standpauken hält.

  • Ihre geplante Teilnahme in der Diskussionsrunde sorgt deshalb für Kritik.

Bislang waren die Diskussionen von Viola Rossi eher einseitig: In mehreren Videos ist dokumentiert, wie die «Mass-Voll»-Co-Präsidentin am Rande von Demonstrationen mit Polizeibeamten und -beamtinnen auf Tuchfühlung geht und diese anschreit. Die Videos ihrer Standpauken teilt sie anschliessend gerne im Telegram-Chat der massnahmenkritischen Gruppierung und bezichtigt die Polizisten und Polizistinnen dort auch mal der «Polizeigewalt».

Am Freitag soll Rossi nun in der SRF-«Arena» zur Abstimmung über das Covid-Gesetz mitdiskutieren, wie «Mass-Voll» auf Twitter ankündigt. Sie werde dort die «Bürgerrechtsbewegung» vertreten und für ein Nein votieren. Das sorgt auf Social Media für Unmut: «Unerträglich. Diese Frau hat nichts, aber auch gar nichts zum konstruktiven Dialog beizutragen. @SandroBrotz befeuert weiterhin die Extremisten», schreibt ein Twitter-User.

Andere pflichten ihm bei und sprechen von «False Balance»: «Ich verstehe nicht, wieso @SRF solchen Leuten eine Plattform bietet.» Ein weiterer Twitterer reagiert mit einer gehörigen Prise Sarkasmus: «Schlage vor, @SandroBrotz lädt zur nächsten #srfArena noch einen Polizisten als Statisten ein, den Viola Rossi dann 5/4 Stunden ununterbrochen anbrüllen kann.»

«Es drohen wüste Szenen»

Auch Marko Kovic fände eine Teilnahme von Rossi «bedenklich»: «Sie ist Vertreterin des extremistischen Teils der Massnahmen-Kritiker», sagt der Sozialwissenschaftler und Experte für Verschwörungstheorien. «Die Arena sollte nicht ausgerechnet den radikalsten Exponenten hinter dem Referendum gegen das Covid-Gesetz eine so grosse Plattform geben.»

Kovic bezweifelt, dass mit Rossi in der «Arena» ein sachlicher Dialog möglich sein wird: «Es drohen wüste Szenen, wenn man bedenkt, wie Viola Rossi in der Vergangenheit aufgetreten ist.» Wichtig ist für den Sozialwissenschaftler, dass Moderator Sandro Brotz bei einem Auftritt von Rossi wenn nötig eingreift: «Falschaussagen müssen im Keim erstickt und sofort korrigiert werden.»

«Ich habe die Polizisten nicht angebrüllt»

Viola Rossi selbst wehrt sich gegen die Anschuldigungen: «Der Vorwurf, dass mit mir kein sachlicher Dialog möglich sein soll, ist unwahr.» Extreme und radikale Ansichten würden weder von ihr, noch von allen anderen «Mass-voll»-Mitgliederinnen und Mitgliedern geteilt, sagt Rossi. Aufgrund eines oder zwei Videos auf ihre Persönlichkeit zu schliessen, sei «frech und ungerecht». So habe sie etwa am Montag am Hauptbahnhof Zürich keinesfalls die Polizisten angebrüllt: «Die Videos zeigen, wie ich mich in einer rund zweiminütigen Rede an die Polizisten richte, mit erhobener Stimme – damit man mich hört.»

Sie betont: «Wir sind eine gewaltfreie Bewegung, die einen sachlichen Diskurs führt und fördert und die Stimme der Jugend in die Sphären der politischen Entscheidungsgewalt trägt.» Auf SRF-Arena freue sie sich sehr, sagt Rossi: «Es ist mir eine Ehre, dass ich teilnehmen darf.» Vor allem sei es eine gute Gelegenheit, Bundesrat Alain Berset mit Fragen der Gruppe zu konfrontieren: «Bis jetzt hat er uns gekonnt ignoriert. In der Arena wird er uns endlich Red und Antwort stehen müssen.»

SRF will Teilnahme noch nicht bestätigen

Die «Arena»-Redaktion um Moderator Sandro Brotz verzichtet auf Anfrage zwar darauf, die Teilnahme von Viola Rossi offiziell zu bestätigen, dementiert diese allerdings auch nicht: «Die Zusammensetzung der gesamten Runde werden wir nächste Woche kommunizieren», lässt das Team via SRF-Medienstelle ausrichten. Das Vorgehen bei Abstimmungssendungen sei immer das gleiche: «Die Komitees beider Seiten können der Redaktion Vorschläge unterbreiten, wer sie im Studio vertreten soll. Sofern keine inhaltlichen journalistischen Einwände bestehen, gibt die Redaktion diesen Vorschlägen statt.»

Vom Vorwurf der False Balance will die «Arena»-Redaktion nichts wissen: «Bei einer Abstimmung gibt es immer ein Ja- und ein Nein-Lager. Diese Lager 50:50 mit gleichen Redezeit-Anteilen beider Seiten zu besetzen, entspricht dem demokratischen Grundverständnis der Redaktion und von SRF sowie dem Auftrag von Radio und Fernsehen, der in der Bundesverfassung formuliert ist.» Gleichzeitig betont das «Arena»-Team aber: «Gerade bei dieser Abstimmungs-Vorlage ist es auch wichtig, allfällige Falschaussagen nicht unwidersprochen im Raum stehen zu lassen.»

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