Schweizer Firmen: Sie sind ein gefundenes Fressen für die Chinesen
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Schweizer FirmenSie sind ein gefundenes Fressen für die Chinesen

Vier Schweizer Firmen sind laut einer Studie «potenzielle Ziele» für chinesische Investoren. Ein Experte erklärt, warum sie ins Beuteschema der Chinesen passen.

von
V. Blank
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Gemäss einer CS-Studie gibt es vier Schweizer Firmen, die mögliche Übernahmeziele für chinesische Investoren sund. Kandidat 1: Das Transportunternehmen Panalpina. Im Bild: Der Hauptsitz in Basel.

Gemäss einer CS-Studie gibt es vier Schweizer Firmen, die mögliche Übernahmeziele für chinesische Investoren sund. Kandidat 1: Das Transportunternehmen Panalpina. Im Bild: Der Hauptsitz in Basel.

Keystone/Christian Beutler
Das Unternehmen selbst sieht sich nicht als Übernahmekandidat.

Das Unternehmen selbst sieht sich nicht als Übernahmekandidat.

Panalpina
Kandidat 2: Straumann. Im Bild: Der Hauptsitz in Basel.

Kandidat 2: Straumann. Im Bild: Der Hauptsitz in Basel.

Keystone/Georgios Kefalas

Chinesische Investoren haben Appetit auf die Schweiz – und kaufen munter hiesige Unternehmen. In den vergangenen Monaten und Jahren landeten immer mehr Firmen in chinesischer Hand, etwa der Saatgutherstellers Syngenta, die Airline-Catering-Spezialistin Gategroup oder der Trinkflaschenhersteller Sigg.

Offenbar stehen noch viele weitere Schweizer Firmen auf dem Wunschzettel der Chinesen. Wie der «Tages-Anzeiger» unter Berufung auf eine Studie der Grossbank Credit Suisse (CS) berichtet, sind Panalpina, Straumann, AMS sowie Tecan mögliche Übernahmekandidaten. Die CS spricht in der Studie von «potenziellen Zielen».

«Alle vier passen grundsätzlich in das chinesische Beuteschema», sagt Stephan Oehen, Strategieberater und China-Experte, «denn chinesische Investoren suchen in erster Linie Technologieführer oder Marktführer in Nischen.» Der Experte hat für 20 Minuten analysiert, was die Schweizer Unternehmen für Investoren aus Fernost konkret zum möglichen Kaufobjekt macht:

• Panalpina

Was machen die eigentlich? Panalpina ist ein Transportunternehmen und bietet Logistiklösungen an.

Warum sind die Chinesen interessiert? «Das Unternehmen steht unter starkem internationalen Marktdruck und bietet sich darum für eine Übernahme an», sagt Oehen.

Das entgegnet die Firma: «Wir sind klar keine Übernahmekandidatin – im Gegenteil, wir tätigen selber Akquisitionen», sagt Sprecher Sandro Hofer. Die Ernst Göhner Stiftung, die 46 Prozent am Unternehmen hält, verfolge eine «langfristige Anlagestrategie».

• Straumann

Was machen die eigentlich? Straumann stellt Zahnimplantate her.

Warum sind die Chinesen interessiert? «Straumann wird mit seiner weltweit starken Position bei den Zahnimplantaten nicht das erste Mal im China-Umfeld genannt», so Oehen.

Das entgegnet die Firma: «Kein Kommentar.»

• AMS

Was machen die eigentlich? AMS fertigt Sensoren und Chips.

Warum sind die Chinesen interessiert? China-Experte Oehen: «Das Unternehmen gilt als Nischenplayer mit viel Potenzial im Hightech-Bereich.»

Das entgegnet die Firma: «Wir halten Kaufbestrebungen in unserem Tätigkeitsbereich für eher unwahrscheinlich», sagt Sprecher Marco Tiefenbacher. In jedem Fall sei man zuerst «dem besten Interesse der Aktionäre» verpflichtet.

• Tecan

Was machen die eigentlich? Tecan ist ein Labortechnik-Hersteller und bietet Automatisierungslösungen für Laboratorien.

Warum sind die Chinesen interessiert? «Tecan dürfte langfristig zu klein sein, um sich im internationalen Diagnostik- und Labormarkt ohne Partner zu behaupten», sagt Oehen.

Das entgegnet die Firma: «Generell hat eine Gesellschaft die Verpflichtung, ein Kaufangebot immer im Interesse der Aktionäre zu prüfen», sagt Sprecher Martin Brändle. Dies wäre im Falle von Tecan nicht anders.

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