Bar-Brand auf Mallorca: «Sie sind unschuldig» – Eltern kämpfen gegen U-Haft für Deutsche auf Mallorca
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Bar-Brand auf Mallorca«Sie sind unschuldig» – Eltern kämpfen gegen U-Haft für Deutsche auf Mallorca

Nachdem sie für den Brand einer Bar verantwortlich gewesen sein sollen und auch noch flüchten wollten, sitzen die Mitglieder eines Kegelvereins aus Nordrhein-Westfalen in Untersuchungshaft. Ihre Eltern behaupten nun, alles sei ganz anders abgelaufen.

von
Patrick McEvily
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Nahe des berühmten Ballermanns auf Mallorca kam es am letzten Freitag zu einem Grossbrand.

Nahe des berühmten Ballermanns auf Mallorca kam es am letzten Freitag zu einem Grossbrand.

REUTERS
Die Bar Why Not Mallorca im Zentrum von Arenal brannte dabei fast komplett aus.

Die Bar Why Not Mallorca im Zentrum von Arenal brannte dabei fast komplett aus.

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Die spanische Polizei verhaftete daraufhin 13 deutsche Touristen. Sie sollen von ihrem nahegelegen Hotelbalkon Zigarettenstummel auf das Strohdach der Bar geworfen und damit den Brand verursacht haben. (Symbolbild)

Die spanische Polizei verhaftete daraufhin 13 deutsche Touristen. Sie sollen von ihrem nahegelegen Hotelbalkon Zigarettenstummel auf das Strohdach der Bar geworfen und damit den Brand verursacht haben. (Symbolbild)

imago images/Lagencia

Darum gehts

Vergangenen Freitagnachmittag brannte unweit des berühmten Ballermanns auf Mallorca eine Bar lichterloh. Gemäss den spanischen Behörden hatte das «Why Not Mallorca» Feuer gefangen, nachdem eine Gruppe deutscher Touristen vom Balkon ihres nahegelegenen Hotelzimmers Zigarettenstummel hinuntergeworfen und damit unter anderem das Strohvordach der Bar getroffen hatten.  Seither befinden sich 13 Mitglieder eines Kegelvereins aus Münster in U-Haft. Ihnen droht eine harte Strafe. Die Eltern einiger der Beschuldigten haben nun mit der «Bild»-Zeitung gesprochen – und behaupten, ihre Söhne seien unschuldig.

Eltern prangern schlimme Haftbedingungen an

Beim Vorfall vergangene Woche zogen sich zwei Personen Verletzungen zu, der Schaden an der Bar beläuft sich gemäss der «Bild» auf 150’000 Euro. Nachdem die Männer den Brand erblickten, versuchten sie gemäss Polizeiangaben zunächst noch zu fliehen, wurden allerdings in der Hotellobby im Zentrum von Arenal festgenommen und in Untersuchungshaft gesetzt. Dort herrschen gemäss zweier Väter von Beschuldigten schlimme Zustände. So seien die Männer in engen Platzverhältnissen eingepfercht und dürften nur einmal am Tag telefonieren. Die Ungewissheit darüber, wie lange sie in der Haftanstalt bleiben müssen, würde an ihrer Psyche nagen, erklärt einer der Väter tränenüberströmt. «Auf unabsehbare Zeit eingesperrt in einem spanischen Knast, das halten die nicht aus.»

Die beiden Männer sind deshalb auf die Balearen-Insel gereist, wo sie sich für ihre Söhne und die anderen Inhaftierten einsetzen wollen. Zusammen mit einem mit dem Dossier beauftragten Anwalt zweifeln sie die offizielle Behörden-Darstellung des Vorfalls an und erklären: «Unsere Jungs sind unschuldig.»

Untersuchungshaft könnte bis zu einem Jahr dauern

Gegenüber der «Mallorca Zeitung» erklärt der Jurist, die Männer hätten sich zum Zeitpunkt des Brandes bereit gemacht, um in die nahegelegene und bekannte Grossdisco Bierkönig weiterzuziehen. Einige seien bereits fertig gewesen und hätten auf ihre Freunde gewartet. Es könne darum gar nicht sein, dass alle 13 Männer zum selben Zeitpunkt auf dem Balkon waren. Zudem sei die Distanz von diesem zur Bar – gemäss dem Verteidiger 15 bis 18 Meter – viel zu weit, um mit Zigarettenstummeln das Bar-Dach treffen zu können. Gegenüber der «Bild-Zeitung» erklärt die Verteidigerseite auch, sie hätte Whatsapp-Nachrichten und Fotos vorliegen, die belegen würden, dass der Abend anders abgelaufen sei, als von den spanischen Justizbehörden präsentiert. 

Die Männer des Kegelvereins hatten bei der Einvernahme durch die Polizei nach ihrer Verhaftung kollektiv ihre Aussage verweigert. Seither sitzen sie in Untersuchungshaft in Palma de Mallorca. Grosse Chancen auf eine baldige Freilassung dürften sie nicht haben. Wie ein Justizsprecher gegenüber der «Bild» erklärte, könnten die Untersuchungen zum Fall bis zu einem Jahr in Anspruch nehmen. In der Zwischenzeit hätten sich zudem  weitere Zeugen gemeldet, die den Vorfall beobachtet hatten, schreibt die Zeitung weiter. 

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