Blutiger Streit unter Teenagern - «Sie stachen ihm mit dem Messer in den Rücken»
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Blutiger Streit unter Teenagern«Sie stachen ihm mit dem Messer in den Rücken»

Bei einem Streit unter Teenagern in Wädenswil ist der 16-jährige A. schwer verletzt worden. Laut Zeugen soll es um Zigaretten gegangen sein.

von
Monira Djurdjevic
Salvatore Iuliano
Thomas Mathis
Video: Salvatore Iuliano

Darum gehts

  • Bei einer Auseinandersetzung zwischen Teenagern in Wädenswil sind vier Personen verletzt worden.

  • Eines der Opfer ist der 16-jährige A. aus Wädenswil. Er wurde im Spital operiert.

  • Die Polizei hat vier Beteiligte festgenommen.

Von einer grossen Blutlache an der Oberdorfstrasse in Wädenswil ZH berichtete ein News-Scout am Dienstagabend. «Ein Jugendlicher hat viel Blut verloren und wurde ins Spital gebracht», sagt er. Beim Opfer handelt es sich um den 16-jährigen A.* aus Wädenswil. Seine Mutter ist schockiert: «Sie stachen ihm mit dem Messer in den Rücken», sagt sie. Er musste im Spital operiert werden. Es gehe ihm den Umständen entsprechend.

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A. wurde bei der Auseinandersetzung mit einem Messer schwer verletzt.

A. wurde bei der Auseinandersetzung mit einem Messer schwer verletzt.

20min/News-Scout
Vier verletzte Personen wurden mit Rettungswagen ins Spital gebracht.

Vier verletzte Personen wurden mit Rettungswagen ins Spital gebracht.

20min/News-Scout
Die Polizei hat vier Beteiligte festgenommen.

Die Polizei hat vier Beteiligte festgenommen.

20min/News-Scout

Laut zwei jungen Männern hatte der Streit auf einem Basketballplatz begonnen. «Angeblich stritten sie sich wegen Zigaretten. Danach liefen ein paar aus der einen Gruppe weg und die anderen ihnen hinterher», sagt einer der beiden Zeugen. Bei der Migros sei der Streit schliesslich eskaliert. Die Mutter von A. ist dagegen überzeugt, dass der Angriff geplant und vorbereitet war. «Es ist eine Katastrophe», sagt sie. Ihr Sohn und seine Kollegen seien abgepasst worden. Sie hofft, dass die mutmasslichen Täter dafür hart bestraft werden. A. sei ein lieber und ruhiger Junge: «Er macht keine Probleme und ist immer anständig.»

«Das ist beängstigend»

Anwohnende der Oberdorfstrasse berichten, dass es immer wieder zu Streitereien unter Teenagern komme. «Sie treffen sich vor den Läden und werden von den Geschäftsführern oft weggeschickt», sagt etwa eine Anwohnerin. Es sei beängstigend, dass es nun so eskaliert sei. Ein anderer Anwohner sagt, dass die Polizei regelmässig im Quartier sei. Vor dem Schulgebäude, wo A. zur Schule geht, steht am Mittwoch die Polizei. Laut dem Umfeld von A. sollen die mutmasslichen Täter hier zur Schule gehen.

Zwischen zwei Gruppierungen von Teenagern war es kurz vor 19 Uhr zu einer Auseinandersetzung gekommen, teilt die Kantonspolizei Zürich mit. Beteiligt waren Teenager im Alter zwischen 15 und 18 Jahren aus der Schweiz, Afghanistan und Deutschland. Alle wohnen im Bezirk Horgen.

Jugendarbeit reagiert

Vier Beteiligte sind leicht bis schwer verletzt worden. Nach der medizinischen Erstversorgung wurden sie mit einem Rettungswagen in mehrere Spitäler gebracht. Vier beteiligte Personen wurden festgenommen. Sie werden der Jugendanwaltschaft zugeführt. Warum es zur blutigen Auseinandersetzung gekommen ist, ist laut Mitteilung noch unklar.

Laut der Jugendarbeit Wädenswil sei kein Problem mit den Jugendlichen bekannt. Nach dem Vorfall vom Dienstagabend wolle man aber nun, in Zusammenarbeit mit der Stadt- und Kantonspolizei, mehr Präsenz zeigen und so weiteren Vorfällen vorbeugen.

*Name der Redaktion bekannt

Rat für Opfer

In Notsituationen sollte unbedingt die Polizei gerufen werden, heisst es bei der Opferberatung Zürich. Die Polizei sei dazu da, die betroffenen Personen in der akuten Situation zu schützen. «Wenn auch medizinische Hilfe nötig ist, hat die natürlich Priorität.» Nach der konkreten Gewalterfahrung sei den Betroffenen dringend anzuraten, Hilfe anzunehmen und sich an eine Opferberatungsstelle zu wenden. «Die Fachpersonen dort können Gewaltopfer dabei unterstützen, ihre Situation zu analysieren und gemeinsam den individuell besten Weg für sie zu finden, um damit umzugehen.»

Die Opferberatung Zürich bietet per anonymer Chat-Beratung ganz unkompliziert Unterstützung an. Von Montag bis Freitag zwischen 12 und 18 Uhr kann man mit ausgebildeten Fachleuten chatten. Zum Chat.

Bist du oder ist jemand, den du kennst, von sexualisierter, häuslicher, psychischer oder anderer Gewalt betroffen?

Hier findest du Hilfe:

Polizei nach Kanton

Beratungsstellen der Opferhilfe Schweiz

Opferberatung Zürich, Online-Chat (Montag bis Freitag, 12–18 Uhr)

Online- und Einzelchatberatung für Frauen, Männer, Jugendliche und Kinder

Lilli.ch, Onlineberatung für Jugendliche

Frauenhäuser in der Schweiz und Liechtenstein

Zwüschehalt, Schutzhäuser für Männer

LGBT+ Helpline, Tel. 0800 133 133

Dargebotene Hand, Sorgen-Hotline, Tel. 143

Pro Juventute, Beratung für Kinder und Jugendliche, Tel. 147

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