21.02.2019 04:48

9 Einbrüche in 6 Tagen

«Sie stahlen sogar die Kinder-Kässeli»

In Rüti bei Büren wurde innert weniger Tage gleich neunmal eingebrochen. Bei den Opfern ist der emotionale Schaden grösser als der finanzielle.

von
S. Ulrich

Ein Bewohner erklärt, ob er sich nach der Einbruchsserie im Dorf noch sicher fühlt.

In Rüti bei Büren BE herrscht am Mittwochnachmittag stahlblauer Himmel, auf den Feldern grasen Kühe, Vögel zwitschern. Die ländliche Idylle wurde aber in jüngster Vergangenheit arg gestört: In nur sechs Tagen wurde in der 800-Seelen-Gemeinde gleich neunmal eingebrochen.

So etwa im Bereich Sandgasse bei einer Anwohnerin, die nicht namentlich genannt werden will. Sie sei mit ihrer Familie auf dem Rückweg aus den Ferien gewesen, als ein Polizist sie telefonisch darüber informiert habe, dass eingebrochen worden sei. «Das war ein Riesenschock», sagt die Frau mittleren Alters. Die Täter verschafften sich durch das Kellerfenster Zugang zum Haus und erbeuteten Bargeld und Schmuck im Wert von circa 5000 Franken. Bei Letzterem handle es sich um Erbstücke. «Der emotionale Verlust ist grösser als der finanzielle», erklärt die Bewohnerin.

Angst bei Einbruchsopfern

Einige Meter weiter unten wohnt ein weiteres Einbruchsopfer. Auch diese Frau, die namentlich nicht genannt werden will, war abwesend, als die Täter letzte Woche abends in ihr Haus eindrangen. «Ich will einfach nur mit der Sache abschliessen», sagt sie. Sie habe das Erlebte noch nicht verarbeitet, gesteht sie: «Wenn ich ein lautes Geräusch höre, zucke ich zusammen.»

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In Rüti bei Büren BE haben Einbrecher zugeschlagen, unter anderem im Bereich Sandgasse.

In Rüti bei Büren BE haben Einbrecher zugeschlagen, unter anderem im Bereich Sandgasse.

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Im Dorf werden noch diese Woche Flugblätter mit Präventionstipps verteilt, wie der Gemeindepräsident sagt.

Im Dorf werden noch diese Woche Flugblätter mit Präventionstipps verteilt, wie der Gemeindepräsident sagt.

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Eine Betroffene fühlt sich trotz Einbruch weiterhin sicher. «Wenn wir nicht gerade in den Ferien sind, bewacht unser Hund das Haus. Mit ihm fühlen wir uns sicher», sagt sie.

Eine Betroffene fühlt sich trotz Einbruch weiterhin sicher. «Wenn wir nicht gerade in den Ferien sind, bewacht unser Hund das Haus. Mit ihm fühlen wir uns sicher», sagt sie.

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Vor allem Bargeld sei gestohlen worden. «Unter anderem haben sie die Kinder-Kässeli gestohlen», sagt die Frau. Was sie verwundert habe: Die Einbrecher hätten zwar sämtliche Zimmer durchsucht, jedoch kein Chaos hinterlassen. Zum Teil seien die Sachen sogar sorgfältig aufgetürmt gewesen. «Offenbar haben sie doch noch einen kleinen Rest an Achtung bewahrt.»

Polizeipräsenz im Dorf wurde erhöht

Nicht nur im Wohnbereich, sondern auch in der Gemeindeverwaltung wurde eingebrochen. Zur Schadenssumme und zum Diebesgut will Gemeindepräsident Theodor Bösiger keine Angaben machen. Unter den Dorfbewohnern ist von rund 10'000 Franken die Rede. Wie Bösiger ankündigt, werden noch in dieser Woche Flugblätter mit Präventionstipps verteilt. «Zudem wurde die Polizeipräsenz erhöht.»

Punkto Prävention geht der Gemeindepräsident mit gutem Beispiel voran. Eine Alarmanlage habe er seit längerem zu Hause installiert. «Zusätzlich haben wir nun wieder einen Hund auf unserem Hof», sagt Bösiger. Die Türen des Hauses verschliesse er seit der Einbruchsserie wieder konsequenter.

Die Kantonspolizei Bern bestätigt, dass zwischen dem 9. und 14. Februar neun Einbruchsmeldungen aus Rüti bei Büren eingegangen sind. «In einer kleinen Gemeinde wie Rüti kann diese Zahl als hoch empfunden werden», sagt Sprecherin Letizia Paladino. Eventuell habe es noch mehr Fälle gegeben. «Einbruchdiebstähle werden meist nachträglich gemeldet, etwa nachdem die Bewohner von der Arbeit, aus den Ferien oder von einem Wochenendausflug zurückgekehrt sind», erklärt die Mediensprecherin. Die polizeilichen Ermittlungen seien im Gang. «Unter anderem wird untersucht, ob zwischen den einzelnen Einbrüchen ein Zusammenhang besteht», sagt Paladino. Bisher sei die Täterschaft unbekannt.

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