29.06.2016 05:48

BörsenflauteSie verlieren durch Brexit Milliarden

Sie gehören zu den Reichsten der Welt und sie wurden durch den Brexit-Schock an den Börsen kalt erwischt. Getroffen hat es vor allem die Besitzer von Luxusgüter-Konzernen.

von
Isabel Strassheim
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Verlor Milliarden beim Brexit-Kurssturz: Bernard Arnault (Zweiter von rechts) zusammen mit seiner Frau, der Pianistin Helene Arnault,  bei der Einweihung der Louis-Vuitton-Stiftung in Paris.

Verlor Milliarden beim Brexit-Kurssturz: Bernard Arnault (Zweiter von rechts) zusammen mit seiner Frau, der Pianistin Helene Arnault, bei der Einweihung der Louis-Vuitton-Stiftung in Paris.

epa/Alain Jocard / Pool
Der französische Unternehmer und Milliardär gehört laut Forbes Magazine zu den 20 reichsten Menschen der Welt. Sein Vermögen wird auf ca. 37,1 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Der französische Unternehmer und Milliardär gehört laut Forbes Magazine zu den 20 reichsten Menschen der Welt. Sein Vermögen wird auf ca. 37,1 Milliarden US-Dollar geschätzt.

Bertrand Rindoff Petroff
Auch die inzwischen 93-jährige L'Oreal-Besitzern Liliane Bettencourt bekam den Brexit zu spüren.

Auch die inzwischen 93-jährige L'Oreal-Besitzern Liliane Bettencourt bekam den Brexit zu spüren.

AP/Thibault Camus

Bernard Arnault besitzt nicht nur die die Mehrheit am Luxuskonzern Christian Dior mit seinen Mode- und Parfum-Sparten. Zu der Dior-Holding gehört ebenfalls Louis Vuitton Moet Hennesy (LVMH), der Konzern mit den edlen Taschen, dem Champagner und Cognac. Die schillernden Aktien-Namen und damit auch das Vermögen des 67-jährigen Arnault haben bei dem Börsencrash nach dem Brexit massiv gelitten.

Rund zwei Milliarden Dollar Vermögen hat Arnault in den letzten Tagen eingebüsst. Auf der Forbes-Liste der reichsten Menschen der Welt macht sein Vermögen noch 32,2 Milliarden Dollar aus, womit er auf Rang 14 platziert ist.

Aktien der Kosmetik-Königin auf Talfahrt

Auch die Grande Dame von L'Oreal, Liliane Bettencourt, muss Federn lassen: Die Grossaktionärin des französischen Kosmetikriesen verlor 1,3 Milliarden Dollar. Mit noch 39,2 Milliarden Dollar bleibt sie damit jedoch auf Platz 11 der Reichen-Liste.

«Milliardäre sind deshalb reich, weil sie Aktienpakete besitzen. Und die haben nun an Wert verloren», sagt Karsten Junius, Chefökonom der Bank J. Safra Sarasin, zu 20 Minuten. Die Aktien von L'Oreal wie auchjene von Dior und LVMH sackten nach Bekanntwerden des Brexit um mehr als fünf Prozent ab.

Keine Louis Vuitton-Taschen in harzigen Zeiten

Luxusgüter sind von der Unsicherheit an der Börse wie auch in der Realwirtschaft besonders betroffen. In harzigen Zeiten sind Louis-Vuitton-Taschen nicht bei vielen gefragt. Die Aktie gilt deshalb als Zykliker, deren Nachfrage sehr stark von der Konjunktur abhängig ist, wie die Chef-Investmentstrategin der Credit Suisse, Nannette Hechler-Fayd'herbe, betont. Es war erwartet worden, dass sie besonderes unter einem Brexit leiden, genauso wie rohstoffbezogene Sektoren, Finanztitel oder die Regionen Europa, Japan und China.

Auch der mit 67 Milliarden Dollar zweitreichste Mann der Welt, der Spanier Amancio Ortega, bekommt die nun gebremsten Konjunkturaussichten zu spüren: Die Aktien seines Unternehmens Inditex, zu dem die Modekette Zara sowie die Kleidermarken Massimo Dutti oder Bershka zählen, gehören ebenso zu den Zyklikern und stürzten ab. Er wurde um über 5 Milliarden Dollar ärmer.

Der Zara-Milliardär verliert in London

Auf Ortegas Vermögen drückt jedoch auch das erwartete Nachlassen des britischen Immobilienmarktes. Denn der Spanier gehört inzwischen zu den grossen Besitzern von Hochhäusern weltweit. Er steckte die rund 4 Milliarden Dollar aus seinen seit 2001 bezogenen Dividenden in Immobilien. Allein in London besitzt er Anwesen, deren Wert auf über 1,6 Milliarden Pfund geschätzt worden war. Allerdings war das noch vor dem Brexit.

«Tatsächlich hat der Brexit alle komplett auf dem falschen Fuss erwischt, deshalb haben die Märkte so stark reagiert», betont Junius.

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