Aktualisiert 14.03.2013 14:35

Aleksandar Dragovic«Sie werden kommen wie die Feuerwehr»

Nach der 0:2-Niederlage in Basel ist Zenit St. Petersburg am Donnerstag gegen den FCB gefordert. Deshalb rechnet Verteidiger Aleksandar Dragovic mit einer Abwehrschlacht.

von
Eva Tedesco, St. Petersburg

FCB-Verteidiger Aleksandar Dragovic äussert sich vor dem Rückspiel in St. Petersburg über die Chancen auf ein Weiterkommen in den Viertelfinal. (Video: 20 Minuten Online)

Zenit St. Petersburg muss gegen den FC Basel ein 0:2 aus dem Hinspiel aufholen. Deshalb werden die Russen wohl von Beginn weg auf die Karte Angriff setzen.

Der FCB wird aber alles daran setzen, diesen Sturmlauf zu verhindern. Im Zentrum der Abwehrschlacht wird einmal mehr das junge Innenverteidiger-Duo Aleksandar Dragovic (22) und Fabian Schär (21) stehen. Eindrücklich, wie abgeklärt das junge Gespann agiert und im Hinspiel den 55-Millionen-Euro-Star-Stürmer Hulk alt aussehen liess. Eine Abwehrschlacht erwartet der österreichische Internationale Dragovic auch am Donnerstag in St. Petersburg.

Der Flieger nach Russland musste am Mittwoch in Berlin notlanden, nachdem Teamkollege Mohamed Elneny einen Schwächeanfall erlitten hat. Sie haben in unmittelbarer Nähe des Ägypters gesessen. Wie hat die Mannschaft die bangen Minuten erlebt?

Aleksandar Dragovic: Ich habe geschlafen und bin aufgewacht, als der Arzt nach hinten gekommen ist. Wir hatten eine Schrecksekunde, aber dann haben wir relativ schnell gesehen, dass es Elneny bald wieder besser ging. Aber es war gut, dass wir gelandet und auf Nummer sicher gegangen sind.

Glauben Sie, dass ein Spieler, der einen Schwächeanfall erlitten hat, knapp 24 Stunden später zu hundert Prozent fit ist?

Ich glaube schon, aber wir haben Fachleute dabei, die das beurteilen können. Am Ende entscheidet der Trainer, ob er spielt oder nicht.

Zurück zum Sportlichen. 2:0 ist für viele Mannschaften ein Wunschresultat im Hinspiel. Birgt es aber nicht auch die Gefahr, dass man sich zu sicher ist?

Zenit hat sicher einiges gut zu machen, nachdem sie bei uns und auch in der Meisterschaft verloren haben. Wir müssen höllisch aufpassen, denn sie werden sicher kommen wie die Feuerwehr. Sie werden die ersten zwanzig Minuten mit Vollgas attackieren und da dürfen wir uns nicht hinten hineinstellen, sondern müssen auch versuchen, ein Tor zu schiessen. Dann müssen sie vier Tore schiessen und es wird umso schwieriger für Sie.

Vier Tore? Sie haben unter Murat Yakin in sechs Europa-League-Partien insgesamt nur drei Gegentore zugelassen. Sie spielen seit Wochen auf einem unglaublich hohen Niveau.

Wir wollen natürlich zu Null spielen und da wird die ganze Mannschaft hart mitarbeiten. Das hat nicht unbedingt nur etwas mit meiner Form zu tun. Das Zusammenspiel, die Harmonie mit Fabian Schär wird immer besser. Und diese neue Stabilität ist auch eine Folge davon, dass wir ein stabileres Mittelfeld haben und der Trainer beim System einige Umstellungen vorgenommen hat.

Murat Yakin zählte zu den besten Innenverteidigern der Schweiz. Profitieren Sie als zentraler Abwehrspieler von seinem Know-how?

Wir trainieren natürlich spezifischer und sein Wissen ist sicher ein Vorteil für uns Defensivleute. Er gibt uns viele Tipps und Tricks und wie wir uns in gewissen Situationen verhalten sollen. Bei solchen internationalen Spielen wie gegen Zenit lernt man am meisten. Aber wir zeichnen uns als Mannschaft aus. Gaston Sauro hat gegen YB auch ein gutes Spiel gemacht. Das zeigt, dass die Konkurrenz nicht schläft und jeder Vollgas geben muss und sich nicht zurücklehnen kann.

Sie haben Fabian Schär angesprochen: Sie beide sind erst 22 und 21 Jahre jung und bewegen sich wie alte Hasen auf dem Feld. Verstehen Sie sich wirklich so gut, wie es von aussen den Anschein macht?

Mein erster Gedanke, wenn ich über Fabian spreche, ist: Was spielt der für einen gepflegten Fussball. Er ist ein super Kerl und wir haben viel Spass miteinander. Es ist speziell, dass der Trainer zwei 91er-Jahrgängen so viel Vertrauen gibt und wir versuchen, ihm das Vertrauen in Form von Leistung zurückzugeben.

Der FCB arbeitet wieder an einem Stückchen Klubgeschichte und kann zum zweiten Mal nach 2006 in die Viertelfinals vorstossen. Was hätte der Einzug unter die besten acht Teams für einen Stellenwert nach den letztjährigen Highlights in der Champions League?

Es ist klar, dass es nicht jedes Jahr so laufen kann, aber das Kribbeln im Bauch ist vor jedem Spiel auf der europäischen Bühne da. Aber wir denken noch nicht an den Viertelfinal, erst müssen wir das Rückspiel machen und dann werden wir sehen.

Deine Meinung

Fehler gefunden?Jetzt melden.