Aktualisiert 27.03.2019 06:54

Überproduktion

Sie wollen 2,5 Tonnen Käse vor dem Abfall retten

Ein Thuner Marktstand startet eine «Rettungsaktion»: Dabei sollen 2,5 Tonnen überschüssiger Raclette-Käse verkauft und so vor dem Wegwerfen bewahrt werden.

von
pal
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Der Foodtruck Frischer Fritz in Thun verkauft derzeit...

Der Foodtruck Frischer Fritz in Thun verkauft derzeit...

zvg
2.5 Tonnen Raclette-Käse.

2.5 Tonnen Raclette-Käse.

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Am Montag hat das Team die «Rettungsaktion» gestartet und erfolgreich die erste Ladung verkauft.

Am Montag hat das Team die «Rettungsaktion» gestartet und erfolgreich die erste Ladung verkauft.

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Der Anti-Foodwaste-Marktstand Frischer Fritz in Thun hat eine Mission: Er will tonnenweise überschüssigen Raclette-Käse aus der Winterproduktion verkaufen – innerhalb nur eines Monats.

Das Unternehmen habe den Käse einem Produzenten abgenommen: «Unsere Challenge ist es, 2,5 Tonnen Raclette-Käse zu verkaufen», so Geschäftsführer Benjamin Frutig. Das Milchprodukt stamme aus dem Berner Oberland und werde in 1-Kilo- und 500-Gramm-Blöcken auf dem Aarefeldplatz verkauft. «Der Käse geht für 15 Franken pro Kilo über die Theke», so Frutig.

Vielseitiger Raclette-Käse

Wieso ist überhaupt so viel Käse überschüssig? War es etwa ein schlechtes Raclette-Jahr? «Nein, überhaupt nicht», erklärt Frutig. Die Produzenten müssten eine gewisse Menge an Lebensmitteln vorproduzieren: «Da bleibt leider oft noch viel übrig.» Dem will der 37-Jährige entgegenwirken und verhindern, dass diese weggeworfen werden müssen.

Für viele ist die Raclette-Saison schon vorbei, doch der Oberländer Frutig sieht das anders: «Für mich ist immer Raclette-Saison.» Der Käse werde zu Unrecht in die «Winterschiene» gedrückt. Die Frühlingstemperaturen sieht er als Vorteil: «Jetzt wo es so schön ist, kann man draussen auf dem Balkon Raclette essen, ohne dass dann die ganze Wohnung nach Käse stinkt.» Zudem sei der Käse vielseitig einsetzbar und nicht nur für das Traditionsgericht zu gebrauchen: «Man kann ihn für Käseschnitten, Gratin, Käsekuchen oder Sandwiches verwenden.»

Erste Ladung verkauft

Am Montag ist die Käse-Aktion erfolgreich gestartet: «Wir konnten die erste Ladung von 160 Kilo verkaufen.» Die nächste Lieferung komme diesen Donnerstag und werde doppelt so gross sein.

«Wir bestellen immer in Abständen», erzählt Frutig. So blieben bei ihnen auch keine grossen Mengen übrig. Frutig ist optimistisch: «Ich bin zuversichtlich, dass der Grossteil verkauft werden kann.»

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