Überdosis wahrscheinlich: Sie wollte den Herzschmerz betäuben
Aktualisiert

Überdosis wahrscheinlichSie wollte den Herzschmerz betäuben

Die britische Sängerin Amy Winehouse ist am Samstag tot in ihrem Haus aufgefunden worden. Aus Liebeskummer soll sie über die letzten Tage noch mehr Drogen als sonst konsumiert haben.

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bbr/nik/sei

Amy Winehouse ist tot. Der leblose Körper der 27-Jährigen ist am Samstagnachmittag um 15.54 Uhr in ihrer Wohnung in London gefunden worden, wie britische Medien unter Berufung auf die Polizei berichteten. Winehouse wurde noch in ihrer Wohnung für tot erklärt.

Nach Informationen des Senders BBC wird die Obduktion der Leiche von Sängerin Amy Winehouse erst am Montag stattfinden. Mit Ergebnissen und Hinweisen auf die Todesursache werde daher erst im Laufe des Montags oder am Dienstag gerechnet, berichtete der britische Sender am Sonntag. Die Polizei war für eine Stellungnahme zunächst nicht zu erreichen.

War ihr gebrochenes Herz schuld?

Offiziell spricht die Polizei noch von einer «unbekannten Todesursache». «Ich kenne die Berichte, die auf eine Drogen-Überdosis hindeuten, aber ich möchte betonen, dass noch keine Obduktion stattgefunden hat und dass es unpassend wäre, über den Grund des Todes zu spekulieren», so der Polizeisprecher. Britische Boulevardmedien zitieren jedoch Quellen, wonach Amy Winehouse an einer Überdosis Drogen gestorben sei. Ein «Freund» der Sängerin sagte gegenüber der Daily Mail: «Sie war die letzten sieben Tage auf einer massiven Sauftour. Hat eine Flasche Wodka nach der anderen getrunken. Die Leute sagten, sie werde sich noch zu Tode trinken.» Demnach wollte die Sängerin ihren Herzschmerz betäuben: Amy soll am Boden zerstört gewesen sein, weil sich ihr Ex, Filmemacher Reg Traviss (34), von ihr trennte, kurz bevor sie letzten Monat noch in die 'The Priory'-Entzugsklinik in London eingecheckt hatte. Angeblich hatte er die Hoffnung, das Winehouse sich von ihrer Drogensucht erholt, aufgegeben. Traviss habe ausserdem einen Heiratsantrag von Winehouse abgelehnt.

Am Samstag soll die verstorbene Sängerin mit Freunden in ihrer Wohnung in Camden wild gefeiert haben, berichtet die britische Tageszeitung «Mirror». Nach heftigem Drogen- und Alkoholkonsum soll sie schliesslich zusammengebrochen sein. «Es war eine Ecstasy-Pille», gibt sich ein Party-Kumpane im «Mirror» überzeugt: «Sie konnte Kokain nehmen, bis der Arzt kommt. Das muss eine schlechte Pille gewesen sein.» Laut demselben Artikel will ein Nachbar um 15.30 am Samstagnachmittag «schrecklich lautes Weinen» aus Winhouses Wohnung gehört haben. «Kurz danach kamen Polizei und Sanität», berichtet der Anwohner.

Eltern haben es kommen sehen

Amys Vater Mitch wusste offenbar zunächst nichts vom Tod seiner Tochter. Laut «Sky News» befand er sich am Nachmittag in einem Flugzeug auf dem Weg nach New York, wo er ein Jazz-Festival besuchen wollte. Schon am Samstagabend jedoch befand er sich wieder auf dem Rückweg nach London. Er konnte die Schreckensnachricht vom Tod seiner Tochter kaum glauben: «Das ist nicht wahr, ich bin am Boden zerstört», zitiert die britische SonntagsZeitung «Sunday Mirror» den Jazz-Musiker. «Es ist ein solcher Schock.»" Gegenüber der «Daily Mail» erklärte Janis Winehouse, dass sie bei dem Treffen mit ihrer Tochter am Freitag noch gedacht habe, Amys Tod sei nur eine Frage der Zeit. «Sie war völlig abwesend. Aber mit diesem plötzlichen Tod habe ich trotzdem nicht gerechnet.»

Am Abend versammelten sich an der Polizeisperre vor dem Haus von Winehouse immer mehr Fans und Schaulustige. Einige legten Blumen nieder. Winehouse hatte das Haus erst vor kurzem gekauft und renoviert.

Schweizer Gigs wegen Drogenproblemen abgesagt

Die Sängerin räumte in den vergangenen Jahren Essstörungen ein und sagte in einem Zeitungsinterview, sie weigere sich, ihre Medikamente für eine diagnostizierte manische Depression einzunehmen. Im Juni 2008 und im April 2010 wurde sie nach Ohnmachtsanfällen im Krankenhaus behandelt. Ihrem Vater zufolge litt Winehouse unter einem Lungenemphysem als Folge ihres Zigaretten- und Crack-Konsums. Ihre Sprecherin erklärte damals, es gebe frühe Anzeichen, die zu einer solchen Erkrankung führen könnten.

Bekannt war Winehouse für ihr exzentrisches Äusseres - einen schwarze Turmfrisur, dicken Lidstrich und Tätowierungen. Im Mai 2007 heiratete sie Blake Fielder-Civil, der wenige Monate später wegen Körperverletzung festgenommen wurde. Während des Gerichtsverfahrens hielt Winehouse zu ihrem Mann, die Ehe wurde aber 2009 geschieden. Mitte Juni sagte die Sängerin nach heftiger Kritik wegen eines Konzerts in Belgrad einen Teil ihrer Europa-Tournee ab.

Wegen ihrer Suchtprobleme musste sie viele Konzerte und Tourneen kurzfristig absagen, so auch ihre für den 15. und 23. Juli geplanten Auftritte am «Moon and Stars»-Openair in Locarno und am Paléo-Festival in Nyon. (bbr/nik/sei/sda)

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