Gansingen: «Sie wollte sicher nicht sterben»
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Gansingen«Sie wollte sicher nicht sterben»

Nach der Explosion eines Hauses fand die Feuerwehr im Innern zwei Leichen. Die Obduktion zeigt: Er hat zuerst sie und dann sich erschossen.

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vro
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Zwei Leichen geborgen: Das abgebrannte Haus in Gansingen AG.

Zwei Leichen geborgen: Das abgebrannte Haus in Gansingen AG.

kein Anbieter/20 Minuten/ Fabrice Dubler
Die Brandruine nach den Löscharbeiten.

Die Brandruine nach den Löscharbeiten.

kein Anbieter/20 Minuten/ Fabrice Dubler
Gansingen liegt im Fricktal nahe der deutschen Grenze.

Gansingen liegt im Fricktal nahe der deutschen Grenze.

kein Anbieter/20 Minuten/ Fabrice Dubler

Die Explosion eines Einfamilienhauses erschütterte am frühen Sonntagmorgen die Einwohner von Gansingen AG. Im Innern des brennenden Hauses fanden die Einsatzkräfte zwei Leichen. Jetzt steht fest: Es handelte sich um den 59-jährigen Hausbesitzer Peter A. und seine 50-jährige Freundin E.H. Das hat der DNA-Abgleich ergeben, wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau mitteilte.

Die Ermittlungen hätten zudem ergeben, dass die beiden Opfer bereits tot waren, als das Feuer aktiv brannte. Beide wiesen Schussverletzungen auf. Im Schlafzimmer, wo die beiden Leichen entdeckt worden waren, wurde zudem ein Revolver gefunden.

«Der Hausbesitzer hat seine Partnerin getötet»

«Aufgrund der Auffindsituation, dem Obduktionsbericht und gestützt auf die bisherigen Ermittlungen gehen wir davon aus, dass der Hausbesitzer zuerst seine Partnerin getötet hat und dann sich selbst», sagt Sprecherin Fiona Strebel von der Staatsanwaltschaft.

Eine Frage konnten die Ermittlungen bisher aber nicht klären. Strebel: «Wir können nicht sagen, ob sie gegen ihren Willen getötet wurde.»

«Sie hätte das ihren Töchtern nie angetan»

Nachbarn von E.H. sind sich aber sicher, dass sie nicht freiwillig aus dem Leben schied. «Sie war so eine fröhliche Person, sie wollte ganz sicher nicht sterben, das ist furchtbar.» Ausserdem hatte sie drei Töchter, von denen sich eine noch in Ausbildung befindet. «Sie hätte das auch ihren Töchtern niemals angetan», ist sich eine Bekannte sicher.

Der Ehemann von H. sei vor rund 18 Monaten verstorben. Das sei für H. nicht einfach gewesen. Peter A. sei noch nicht lange ihr Partner gewesen, aber sie habe sehr glücklich gewirkt. «So etwas hat niemand erwartet.»

Ex-Frau soll heimlich ausgezogen sein

Bekannte von Peter A. zeichnen ein anderes Bild. Der 59-Jährige wird als Person beschrieben, die oft irgendwie psychisch nicht da gewesen sei. Er habe oft leer gewirkt. Dies habe sich geändert, als er seine neue Freundin E.H. hatte. «Er wirkte wie aufgewacht, er war ein ganz anderer Mensch seit er sie hatte», sagt eine Person aus seinem Umfeld. Was zur schrecklichen Tat führte, kann sie nicht sagen.

Aber seine Frau hat ihn offenbar über Nacht verlassen. «Er hat mir erzählt, dass er von einer Geschäftsreise zurückkam und sie nicht mehr da war», sagt eine Frau, die ihn etwas näher kennt. Sie habe das damals schon seltsam gefunden. «Als ob seine Frau Angst hatte, dass ihr sonst etwas passiert.» Die Ex-Frau von Peter A. will sich nicht äussern.

Gasflaschen sichergestellt

Was die Explosion betrifft, haben die Ermittlungen ebenfalls zu Erkenntnissen geführt. So wurden am Brandort drei Gasflaschen sichergestellt. Ob es zuerst zur Explosion und erst dann zum Brand kam oder ob das Feuer die Explosion verursachte, lasse sich nicht mehr feststellen, heisst es in der Mitteilung.

Bilder vom Einsatz in Gansingen AG:

Explosion und Brand in Gansingen AG

In Gansingen wurden bei einem Brand in einem Einfamilienhaus zwei Personen getötet.

Bereits am Dienstag berichteten Medien über den Verdacht, dass es sich beim Tod der beiden um einen erweiterten Suizid handeln könnte.

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