Ausbrecher von Orbe: Sie wurden mit Kalaschnikows befreit

Aktualisiert

Ausbrecher von OrbeSie wurden mit Kalaschnikows befreit

Filmreifer Gefängnisausbruch in Orbe VD: Mit AK-47-Gewehren ballerte eine Gangsterbande auf die Wärter und befreiten zwei Häftlinge. «Das war ein Einmarsch, kein Ausbruch», heisst es.

von
bem/jam
Die beiden Ausbrecher: Adrian Albrecht (links) und Milan Poparic. Letzerer war ein Mitglied der Juwelenräuber-Bande «Pink Panther».

Die beiden Ausbrecher: Adrian Albrecht (links) und Milan Poparic. Letzerer war ein Mitglied der Juwelenräuber-Bande «Pink Panther».

Spektakulärer Ausbruch aus der Strafanstalt in Orbe VD: Um 19.35 Uhr haben zwei Männer in zwei Fahrzeugen eine Eingangspforte der Umfassungsmauer durchbrochen. Über Leitern, die die beiden Komplizen der Ausbrecher mitgebracht hatten, konnten zwei Gefängnis-Insassen über den Sicherheitszaun in die Freiheit klettern.

Der Kanton Waadt spricht nach dem Ausbruch am Donnerstagabend von einer «aussergewöhnlichen Situation». Die Komplizen der Ausbrecher eröffneten offenbar sofort das Feuer auf das Gefängnispersonal.

«Es handelt sich eher um einen Einmarsch als um einen Ausbruch», sagte Regierungsrätin Béatrice Métraux (Grüne) an einer kurzfristig einberufenen Medienkonferenz in Lausanne. Hinter dem Ausbruch stünden Vertreter organisierter Kriminalität, die schwer bewaffnet zugeschlagen hätten.

Die Banditen verwendeten Waffen wie in Kriegsgebieten, darunter die als Kalaschnikow bekannte AK-47. Dies sei in der Schweiz noch nie vorgekommen, hielt Métraux fest. Sie kündigte sofortige Massnahmen für das Gefängnis in Orbe VD an.

Von den Einbrechern fehlt jede Spur

Das Gefängnispersonal ist schockiert über die Gewalt und muss psychologisch betreut werden. Von den Ausbrechern fehlt nach wie vor jede Spur. Auch das Fluchtauto kam trotz einer Grossfahndung nicht mehr zum Vorschein, wie Jean-Christophe Sauterel, Mediensprecher der Kantonspolizei, sagte.

Bei den Entwichenen handelt es sich um Adrian Albrecht, einen 52-jährigen Schweizer, und den 34-jährigen Bosnier Milan Poparic, wie die Waadtländer Kantonspolizei am Freitagmorgen mitteilt. Letzterer war ein Mitglied der Juwelenräuber-Bande «Pink Panther». Diese hatten 2012 in Luzern eine Bijouterie leer geräumt und Uhren im Wert von 1,3 Millionen Franken erbeutet.

Unbekannte Komplizen hatten am Donnerstagabend mit zwei Autos die äussere Umzäunung durchbrochen und den Häftlingen mit mitgebrachten Leitern die Flucht über den Sicherheitszaun ermöglicht. Einer der Flüchtigen gilt als Mitglied der berüchtigten Juwelenräuber-Bande «Pink Panthers». (bem/jam/sda)

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