Schweizer Instagram-Stars: Sie zeigen der Welt eine wunderschöne Schweiz
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Schweizer Instagram-StarsSie zeigen der Welt eine wunderschöne Schweiz

Valentin und Roman stellen stimmungsvolle Landschaftsbilder auf Instagram. Mehr als 100'000 Follower wollen diese regelmässig sehen.

von
mua/mec
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Twintheworld, das sind Valentin Manhart (l.) und Roman Flepp. Valentin, (19), kommt aus Walenstadt und ist angehender Geschichts- und Geografie-Student an der Uni Freiburg. Roman, (20) aus Disentis studiert an der ETH Zürich Physik. Die beiden sind Cousins, ihre Mütter sind Zwillinge. Deshalb auch Twintheworld. Die Zwillingsbeziehung der Mütter hat sie schon als kleine Buben zusammengeschweisst.

Twintheworld, das sind Valentin Manhart (l.) und Roman Flepp. Valentin, (19), kommt aus Walenstadt und ist angehender Geschichts- und Geografie-Student an der Uni Freiburg. Roman, (20) aus Disentis studiert an der ETH Zürich Physik. Die beiden sind Cousins, ihre Mütter sind Zwillinge. Deshalb auch Twintheworld. Die Zwillingsbeziehung der Mütter hat sie schon als kleine Buben zusammengeschweisst.

TwintheWorld
Der Blick über das am herbstlichen Vormittag noch nebelverhangene Sarganserland. TwintheWorld – Valentin & Roman

Der Blick über das am herbstlichen Vormittag noch nebelverhangene Sarganserland. TwintheWorld – Valentin & Roman

TwintheWorld
Landwasserviadukt bei Filisur mit historischem Dampfzug mit drei Lokomotiven.

Landwasserviadukt bei Filisur mit historischem Dampfzug mit drei Lokomotiven.

TwintheWorld

Sie zeigen der Welt die schönsten Seiten der Schweiz. Auf Instagram haben «Twintheworld», wie sich Valentin (19) und Roman (20) nennen, schon über 100'000 Follower. Mit uns reden sie über ihre Erlebnisse und ihren Erfolg.

Valentin und Roman, ihr nennt euch Twintheworld, seid aber gar keine Zwillinge. Woher kommt der Name?

Wir sind Cousins, unsere Mütter sind Zwillingsschwestern. Weil wir uns seit unserer Kindheit kennen, sind wir auch immer zusammen unterwegs und werden oft für Zwillinge gehalten. Man hat uns immer wieder «Twins» (engl. Zwillinge) genannt. Deshalb der Name.

Ihr habt über 100'000 Follower auf Instagram. Wie fühlt sich das an, seine Bilder einem so grossen Publikum zeigen zu können?

Es ist eine grosse Ehre und auch eine grosse Chance, dem Publikum Orte in der Schweiz näherzubringen und zu zeigen, was es Schönes vor der Haustür gibt.

Wie lange fotografiert ihr schon?

Vor etwa drei Jahren haben wir mit einem ganz einfachen Insta-Account angefangen und mit unseren iPhones fotografiert. Als unsere Follower-Gemeinschaft gewachsen ist, haben wir uns Kameras gekauft und Fotografie-Tutorials geschaut, um uns zu verbessern.

Warum seid ihr auf Instagram?

Bei Instagram geht es nicht nur ums Fotografieren: Man geht raus, knüpft Kontakte und trifft Leute. Das ist ein grosser Bestandteil der App. Es ist die Community, die Instagram ausmacht. Wir sind schon an unser erstes Insta-Meeting gegangen, noch bevor wir gross fotografiert haben. Damals war ein berühmter Fotograf aus Schweden eingeladen. Nach der Veranstaltung haben wir gedacht: Eigentlich könnten wir auch so etwas machen.

Macht ihr das hauptberuflich?

Nein, wir haben angefangen, als wir noch am Gymi waren. Jetzt hat Roman mit einem Studium an der ETH angefangen und ich fange im September mit meinem Studium in Freiburg an. Unsere Instagram-Tätigkeit läuft nebenbei. Was das Geld angeht, haben wir immer wieder Aufträge und arbeiten mit Tourismusorganisationen zusammen, aber es ist nicht so, dass uns das weglockt vom Studium. Schlussendlich ist Instagram auch nur eine App. Es kann schnell passieren, dass es Änderungen gibt oder die Benutzerzahlen zurückgehen, dann ist es nicht schlau, wenn man das hauptberuflich macht und nichts anderes kann.

Wie viel Zeit wendet ihr für euren Account auf?

Wir sind fast jedes Wochenende ein oder zwei Tage am Bilderschiessen. Das Ganze ist mit viel Zeitaufwand verbunden, aber es ist auch der schönste Teil der ganzen Arbeit. Draussen in der Natur zu sein, Leute treffen etc. Dann gibt es aber auch den Teil, wo wir zu Hause sind, Nachrichten beantworten oder Bilder bearbeiten. Man muss sich die Zeit gut einteilen, um das zu organisieren.

Habt ihr nicht manchmal Streit oder Meinungsverschiedenheiten?

Wir hatten es immer gut miteinander, auch vor Instagram. Wenn man allerdings so viel zusammenarbeitet, kommt es mitunter schon zu Meinungsverschiedenheiten. Gross Streit hat es aber nie gegeben. Wir arbeiten beide an einem Projekt, das uns wichtig ist, und möchten, dass es gut läuft. Deshalb schauen wir, dass es keine Probleme gibt.

Was macht euren Stil aus?

Wir haben praktisch nur Landschaftsfotografie auf unserem Insta-Account. Und wir haben einen Moody-Stil, der meist sehr stimmungsvoll ist. Auf unseren Fotos ist fast nie ein blauer Himmel zu sehen. Meistens gehen wir raus, wenn der Himmel nicht perfekt blau ist. Das heisst allerdings nicht, dass wir bei schönem Wetter zu Hause bleiben. Wir warten dann einfach mit dem Fotografieren bis zum Sonnenuntergang. Auch da sieht man die verschiedenen Stimmungen in den Bergen und in der Natur. Der Stil hat sich entwickelt. Wenn man auf unserem Account ganz nach unten scrollt, sieht man, dass die Bilder in der Galerie komplett anders sind, gesättigt und knalliger.

Würde euer Leben ohne Insta-Account anders aussehen?

Wir sind bereits vor Instagram sehr viel raus und wandern gegangen, auch weil wir in den Bergen leben. Aber durch das Fotografieren hat sich sehr viel verändert. Dass wir nach Norwegen gereist sind, war fast nur durch Instagram möglich. Durch das viele Fotografieren nimmt man auch die Nuancen in der Natur ganz anders wahr und bleibt manchmal auch ein wenig länger, nur um ein Bild bei Sonnenuntergang zu machen. Auch unser Umfeld hat sich verändert: Wir haben viele Fotografen getroffen, die nun ein Bestandteil unseres Freundeskreises sind.

Wo seid ihr überall gewesen?

Wir sind bis jetzt vor allem in den Alpen geblieben. Ausserdem haben wir einen Roadtrip durch Bayern gemacht und waren auf den Lofoten, der kleinen Inselgruppe in Nordnorwegen, die touristisch praktisch nicht erschlossen ist. Das war ein grosses Highlight. Sonst haben wir Orte wie Schottland und Irland entdeckt. Vor allem der Norden fasziniert uns mit den rauen Landschaften.

Was ist euer Erfolgsrezept?

Ich denke, ein grosser Erfolgsfaktor ist die Kontinuität, bzw. dass wir seit drei Jahren immer regelmässig posten. Weil wir zu zweit sind, können wir das sehr gut realisieren. Unser Ziel ist es, uns ständig zu verbessern und nie auf dem gleichen Level stehen zu bleiben.

Wer sind eure Follower?

Da sind alle Altersgruppen vertreten; aber hauptsächlich 15- bis 30-Jährige. Sehr viele kommen aus der Schweiz, viele aber auch aus Deutschland und den USA. Auch in Japan leben sehr viele Leute, die uns folgen.

Was macht ihr, falls es Instagram morgen nicht mehr geben sollte?

Fotografieren würden wir weiterhin. Und auch die Leute, die wir durch Instagram kennengelernt haben, würden bleiben. Und wir würden unserer Passion ganz sicher weiterhin nachgehen. Wahrscheinlich würden wir auf andere Apps oder auf Video ausweichen, aber das Ganze ist ein so grosser Bestandteil vom Leben geworden, dass wir bestimmt weitermachen würden.

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