Kinder als Geiseln: Sieben Franzosen in Kamerun entführt
Aktualisiert

Kinder als GeiselnSieben Franzosen in Kamerun entführt

Eine französische Familie ist in Kamerun von einer terroristischen Gruppierung gekidnappt worden. Bei den Geiseln handelt es sich um drei Erwachsene und vier Kinder, wie das Elysée mitteilte.

von
sut

«Das ist die Tat einer terroristischen Gruppe, die wir aus Nigeria kennen», sagt der französische Präsident François Hollande. Namentlich nannte er die in der Gegend aktive Sekte Boko Haram, eine militante islamistische Organisation. Laut einer lokalen Quelle wurden die Touristen, eine siebenköpfige Familie mit drei Erwachsenen und vier Kindern nahe der Grenze zu Nigeria von Männern auf Motorfahrrädern gekidnappt.

Höchstwahrscheinlich seien die drei Erwachsenen und die vier Kinder – zwei Mädchen und zwei Jungen – ins Nachbarland gebracht worden, so Hollande. «Die Geiselnehmer haben mit ihren Geiseln die Grenze nach Nigeria überquert», erklärte das kamerunische Aussenministerium in einer Mitteilung.

Mitarbeiter eines Gaskonzerns mit Familie

Nach ersten Erkenntnissen wurden die Touristen in Sabongari, nördlich der Ortschaft Dabanga, entführt, als sie auf dem Heimweg vom Waza Nationalpark waren. Es heisst, dass die Familie den Park am Montag besucht und auch die Nacht dort verbracht habe.

Ein westlicher Diplomat in der Region hatte gesagt, es handele sich bei den entführten Franzosen um ein Elternpaar, dessen fünf, acht, zehn und zwölf Jahre alten Kinder und einen Onkel. Der französische Gaskonzern GDF Suez teilte mit, einer seiner Mitarbeiter in Kamerun sei mitsamt seiner Familie verschleppt worden.

Franzosen besonders gefährdet

Es ist das erste Mal, das westliche Touristen in Kamerun entführt wurden, obwohl Geiselnahmen in der kamerunischen Küstenregion regelmässig vorkommen – die letzte fand am 8. Februar statt. Der Nord-Westen von Nigeria ist eine Bastion der Boko Haram, die die Scharia mit Waffengewalt wieder einführen wollen.

Französische Staatsbürger gelten seit dem Kriegseinsatz Frankreichs im Norden Malis als besonders gefährdet. Radikale Islamistengruppen haben mehrfach zu Vergeltungsakten aufgefordert.

Mit der Entführung von westlichen Ausländern hatte zuletzt vor allem die islamistische Gruppe Ansaru aus Nigeria von sich reden gemacht, die eine Splittergruppe von Boko Haram sein soll. (sut/sda)

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