St. Gallen: Sieben Personen wegen «Juden-Marsch» angezeigt
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St. GallenSieben Personen wegen «Juden-Marsch» angezeigt

Die polizeilichen Ermittlungen zum «Juden-Vorfall» vom 15. Februar sind abgeschlossen. Sieben Personen werden angezeigt.

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taw
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«Es war geschmacklos und hässlich»
«Es war geschmacklos und hässlich»

Hier jagten die FC-Luzern Fans den Juden durch die Strassen. Vor dem Spiel...

www.fan-fotos.ch
...zwischen Luzern und dem FC Aarau machten sich Spieler und Schiedsrichter gegen Gewalt und Diskriminierung stark. Der St. Galler...

...zwischen Luzern und dem FC Aarau machten sich Spieler und Schiedsrichter gegen Gewalt und Diskriminierung stark. Der St. Galler...

Keystone/Urs Flüeler
... Staatsanwalt Thomas Hansjakob möchte den Fall nun doch untersuchen lassen.

... Staatsanwalt Thomas Hansjakob möchte den Fall nun doch untersuchen lassen.

Keystone/Ennio Leanza

Am Sonntag, 15. Februar 2015, spielte der FC St. Gallen gegen den FC Luzern. Beim Fanmarsch vom Bahnhof Winkeln zum Stadion lief ein als Jude verkleideter Mann voran. Weitere Personen folgten ihm, wobei sie die Parole «Und sie werden fallen, die Juden aus St.Gallen» skandierten.

Die Stadtpolizei St. Gallen führte diverse Ermittlungen in Bezug auf den Tatbestand der Rassendiskriminierung durch. Dabei wurden in Zusammenarbeit mit der Luzerner Polizei drei Personen identifiziert und befragt. Vier weitere Personen, die den möglichen Tatbestand erfüllt haben, konnten nicht identifiziert werden. Diese sowie die identifizierten Personen werden nun bei der Staatsanwaltschaft St. Gallen angezeigt. Dies teilte die Stadtpolizei St. Gallen am Donnerstag mit.

Keine antisemitische Absicht

Einer der Betroffenen ist der verkleidete Mann, der zugab, an der Aktion beteiligt gewesen zu sein. Die weiteren Personen wirkten bei dem Vorfall mit, indem sie Parolen riefen.

Gemäss Aussagen der beschuldigten Personen war die Aktion an die Fans des FC St. Gallens gerichtet und hatte keinen antisemitischen Hintergrund.

Die polizeilichen Ermittlungen sind damit abgeschlossen, die Beweismittel werden an die Staatsanwaltschaft St. Gallen weitergeleitet. Diese wird überprüfen, ob ein strafbares Handeln vorliegt.

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